Wookiee Cookies: A Star Wars Cookbook

  • Chronicle Books
  • Erschienen: Januar 1998
  • ISBN: 978-0-8118-2184-1
  • 132 Seiten.
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Chris Langmandel
4

Kochbuch-Couch Rezension von Chris Langmandel Mai 1998

Praktikabilität

Schwierig könnte es höchstens sein, mit Fett und Zucker verschmierten Fingern noch die Küchengeräte zu bedienen. Alles einfach, sofern man des Englischen mächtig ist. Ein großer Supermarkt, der auch typisch amerikanische Zutaten verkauft, wäre hilfreich.

Ausstattung

Top! Da gibt\\\'s wirklich nur für den absoluten Nerd was zu meckern – z.B. wieso hat Chewie keinen Bowcaster auf dem Cover?

Nicht alles essen du musst, junger Jedi.

The Force is strong with this one!

Sie wissen, was Twi'Leks oder Mandalorianer sind? Kennen den Ausruf Utinni! und sind sich sicher, dass ein Gamorreaner mit Blaster ein Verräter an seiner Kultur ist? Dann - aber auch nur dann - ist das hier das perfekte Kochbuch für Sie.

May the Force be with you

Um ein Buch dieser Tragweite benutzen zu können, erfordert es natürlich eine fehlerfreie Verbindung zur Macht. Das Vorwort klärt den Leser darüber auf, dass nur ein wahrer Jedi in der Lage sei, in der Küche wirklich Großes zu erschaffen. Okay, also frisch ans Werk, schnell noch mal Episode 1-6 geschaut, den Dagobah-Gedächtnishandstand hingelegt und zum Kochlöffel gegriffen. Apropos Kochlöffel, das Buch enthält in seinem Vorwort eine Liste von Utensilien, die für die Arbeit in der Küche in jedem Fall vonnöten sind; da wir hier mehrfach darauf hingewiesen werden, dass Messer nur in Begleitung von Erwachsenen benutzt werden sollten, scheint es sich um ein Kochbuch für Kinder zu halten. Das interessiert den harten Kern der Star Wars-Fangemeinde, der inzwischen durchschnittlich 35 Jahre alt ist, natürlich nicht sonderlich.

Tatooine zum Frühstück

Das Buch gliedert sich in die Kapitel Breakfast, Beverages, Snacks and Sides, Main Courses und Desserts. Also alles, was man auch in jedem anderen Kochbuch erwarten würde. Die kulinarische Reise durchs Star Wars-Universum beginnt auf Tatooine, mit Twin Toasts und Mos Eisley Morsels. Dazu kommen French Toast und Pancakes sowie dänisches Frühstücksgebäck. Geht ihnen schon ein Jedilicht auf? Das ist alles uramerikanische Küche. Wer hier in Sachen Fett und Zucker nicht den Sprung in den Hyper(kalorien)raum wagt, bleibt auf der Strecke. Wer allerdings soviel Lichtschwertaction hinlegt wie Luke wird die ganzen unseligen Dickmacher schon irgendwie verbrennen. Besonders einfallsreich oder überraschend ist keines der Frühstücksgerichte. Kinder wird man damit aber auf jeden Fall glücklich machen können - kleine wie große. Die exotischen Namen der Speisen sind nach genauer Betrachtung auch nur der Atmosphäre geschuldet, Zutaten und Zubereitung verbleiben traditionell.

Hot(h) Chocolate

Hot Chocolate wäre sicher etwas gewesen, was die Jungs auf der Echo Basis gern gehabt hätten, bevor sie sich auf den Rücken ihrer Taun-Tauns in das ewige Eis vorgewagt hätten. Das kleine Wortspiel mit dem Planeten Hoth ist übrigens nur ein Beispiel unter vielen. Außerdem gibt es zu jedem Gericht eine winzige Einbettung in den Star Wars-Hintergrund, was sehr spaßig ist. Im Kapitel Beverages gibt es dann Anleitungen zu Smoothies, Soda und Milchshakes - der Shake in der Version Schoko-Banane schmeckt übrigens wirklich formidabel und ist ganz leicht zu zuzubereiten. Neben den netten, kurz gehaltenen Anleitungen zur Erstellung der Gerichte sind die Seiten des wirklich hübsch aufgemachten Buches auch durch Ausschnitte aus Ralph McQuarries Konzeptzeichnungen und Fotoinstallationen der mit Actionfiguren geschmückten Gerichte versehen. Leider hat man sich hier für die Anabolikaversionen aus der POTF 2-Reihe entschieden; wer also schon immer mal sehen wollte, wie Arnold Schwarzenegger als Luke ausgesehen hätte, sollte bei den Skywalker Smoothies mal ganz genau aufs Bild schauen.

Dark Side Salsa

Neben der Dark Side Salsa hat das Buch leider auch noch einige andere dunkle Seiten: So etwa viele wenig überraschende Gerichte, deren Exotik leider bei ihrem Namen endet, oder die geringe Anzahl an Rezepten (insgesamt sind es ihrer nur 29). Bei den Snacks und Sides gibt es neben der oben erwähnten Salsa auch noch Wackelpudding, Joghurt mit Früchten und Fruchtsalat sowie die sehr amerikanische Kartoffelbeilage Tatters (Fetzen). Genauso amerikanisch geht es dann auch bei den Hauptgerichten weiter: Hamburger, Burritos, Grilled Cheese, Chilis etc... Das wahre Highlight bei den Hauptgerichten sind aber die Tie Fighter Ties. Dafür fertigt man aus Teig die an ein H erinnernde Grundform eines Tie Fighters, lässt aber in der Mitte ein Loch, in welches dann ein Stück Hot Dog geschoben wird - großartig! Schmeckt zwar nicht atemberaubend; wenn man sich diese Dinger aber mit dem typischen Tie-Heulen in den Mund schiebt, fühlt man sich schon fast wie ein imperialer Jägerpilot.

Wookie Cookies zum Abschluss

Bei den Desserts, wie könnte es anders sein, gibt es Cookies, Brownies, Sandies und Popcorn Balls. Man kommt sich fast wie im Knusperhäuschen vor, so süß sind die vorgeschlagenen Gerichte. Man darf als Leser eben einfach nicht den Adressaten aus den Augen verlieren: Immerhin sind amerikanische Kinder die Zielgruppe. Grundsätzlich muss man sagen, dass dieses Buch das Herz der meisten Star Wars Freunde einfach höher schlagen lassen wird - nicht wegen der tollen Rezepte, sondern wegen der liebevollen Aufmachung. Für sie ist dieses Buch gemacht. Haben Sie mit Star Wars nichts am Hut, taugt das Buch höchstens dazu, Ihre Kinder zu mästen - lassen Sie also lieber die Finger davon.

Fazit:

Nicht alles essen du musst, junger Jedi - hätte Yoda wahrscheinlich gesagt und damit richtig gelegen, ich bin trotzdem ein Fan dieses Buches, auch wenn es mich mehr als Star Wars-Freund denn als Koch überzeugt hat.

Wookiee Cookies: A Star Wars Cookbook

Robin Davis, Chronicle Books

Wookiee Cookies: A Star Wars Cookbook

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