What Mummy Makes: Einmal kochen für Groß und Klein

Erschienen: März 2021

Couch-Wertung

Praktikabilität
Ausstattung

Praktikabilität

Sowohl die verwendeten Zutaten als auch die Zubereitungsdauer und Kindertauglichkeit lassen sich gut im oft stressigen Familienalltag umsetzen.

Ausstattung

Das Buch ist mit vielen ansprechenden Bildern ausgestattet, die auch zum anschließenden Kochergebnis passen. Viele hilfreiche Tipps und Erklärungen zu den Themen Beikoststart und Familienküche geben praktische Informationen, die bei Unsicherheiten helfen oder für mehr Entspannung am Tisch sorgen können.

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Kathrin Walther
Einfache Familienküche ohne Extrakochen

Buch-Rezension von Kathrin Walther Jun 2021

Kochen macht Spaß! Diesen Satz hört man nicht in allen Familien. Häufig erschweren mäkelige Esser oder unterschiedliche Vorstellungen, wie eine leckere und gesunde Mahlzeit auszusehen hat, das Kochvergnügen. Soll das Baby dann irgendwann auch noch mitessen, ist der Küchenstress perfekt. Jetzt muss nämlich auch noch babygerechte Beikost zubereitet werden, die klassisch aus Möhren-, Spinat- oder Pastinakenbrei besteht.

Wie einfach könnte es sein, wenn mit einmal kochen direkt die ganze Familie versorgt wäre? In „What Mummy Makes“ finden sich genau solche Rezepte, mit denen vom Baby bis zu den Eltern alle zusammen bekocht werden können und wo garantiert jeder auf seine Kosten kommt!

Alltagstaugliche Familienküche vom Frühstück bis zum Abendessen

Kochen bedeutet in vielen Familien häufig Stress, denn einerseits kostet die Zubereitung wertvolle Zeit, die in vielen Familien sowieso knapp ist, und andererseits wird dann von den lieben Kleinen auch noch über die sorgsam zubereitete Mahlzeit gemeckert. Das muss nicht sein, wie Rebecca Wilson in ihrem Familienkochbuch zeigt.

Ihre Rezepte folgen dabei jedoch keinem strengen Breikonzept, sondern orientieren sich viel mehr am Baby-Led-Weaning-Prinzip, bei dem meist ganz ohne Brei ab einem Alter von etwa sechs Monaten vom Familientisch mitgegessen wird.

Bevor es mit dem Rezeptteil jedoch losgeht, gibt die Autorin eine kurze Einführung zum Thema Beikost und gesunde Ernährung, in dem die wichtigsten Fragen geklärt werden und in dem sie darauf aufmerksam macht, was es bei all der essenstechnischen Freiheit dennoch zu beachten gilt und welche Lebensmittel sich für den Start besonders gut oder auch überhaupt nicht eignen.

Nachdem dann noch kurz Tipps zum babygerechten Servieren des Familienessens folgen, geht es auch schon mit dem großen Kapitel „Frühstück“ weiter, in dem sich 20 unterschiedliche Vorschläge befinden. Darunter sind neben eher klassischen Vorschlägen wie beispielsweise einem selbstgemachten Knuspermüsli auch hierzulande eher unübliche Rezepte wie Baked Beans auf Toast oder „Mexikanische gebackene Eier“ enthalten, die unschwer die englische Herkunft des Buches erkennen lassen.

Weiter geht es mit dem Abschnitt „Mittagessen“, in dem sich unter anderem verschiedene Nudel- oder Toast-Mahlzeiten befinden. Im Kapitel „Abendessen“ folgen dann weitere warme Gerichte, bei denen häufig Reis-, Fisch- oder auch Fleischgerichte in babygerechter Form zum Einsatz kommen.

In „Kleine Leckerbissen für heikle Esser“ gibt es einfache Snacks, die beispielsweise aus Mini-Muffins, Knusperstangen oder Gemüseschnitten bestehen.

Damit nicht jeden Tag aufs Neue gekocht werden muss, folgen im nächsten Kapitel Ideen, die sich auch gut einfrieren lassen, bevor zum krönenden Abschluss „Süßes und Snacks“ serviert werden, die bei den meisten Kindern wahrscheinlich besonders beliebt sind.

Ganz am Ende folgen noch weiterführende Informationen, in denen Rebecca Wilson auf die passenden Portionsgrößen, Tipps zur Einbindung der Kinder beim Kochen oder auch Hinweise zu Allergenen und Milch gibt. Auch Ideen zu Zeitspartipps, unverzichtbaren Zutaten und der Aufbewahrung kommen nicht zu kurz, sodass der frischen Familienküche nichts mehr im Wege stehen sollte!

Alltagstauglichkeit und Auswahl

Was nützen die leckersten Rezepte, wenn sie zu aufwändig, die Zutaten nur schwer zu bekommen oder die Anleitungen verwirrend sind? Zum Glück treffen diese Punkte auf „What Mummy Makes“ nicht zu. Zu jedem Rezept gibt es eine übersichtliche Liste, in der die benötigten Zutaten mit Mengenangabe in der Reihenfolge, wie sie im Rezept verwendet werden, aufgeführt sind. Spezielle Werkzeuge wie beispielsweise 24er Mini-Muffin-Formen aus Silikon werden zusätzlich ganz untern genannt, über der Liste finden sich Informationen, für wie viele Personen (unterteilt in große und kleine Esser oder die zu erwartende Stückzahl) die Menge gedacht ist und welche Zeit für die Zubereitung eingeplant werden muss. Am rechten oberen Rand informieren farbige Punkte, ob es sich um ein vegetarisches, veganes, glutenfreies, eifreies oder ein Rezept ohne Milchprodukte handelt. Ein Sternchen neben dem farbigen Punkt bedeutet, dass sich das jeweilige Rezept mithilfe der angegebenen Hinweise in der Zutatenliste an diese Ernährungsweise anpassen lässt. Unter dem Namen des Rezepts finden sich in einem kurzen Text noch ein paar interessante Informationen zu den Vorteilen oder Besonderheiten des Gerichts. Zusätzlich werden viele Rezepte beispielsweise noch durch „Profi-Tipps“, Tauschideen oder Möglichkeiten zur Resteverwertung ergänzt.

Ein echtes Familienkochbuch

Durch die alltäglichen Zutaten, die sich größtenteils im normalen Vorrat befinden, und die meist schnelle und unkomplizierte Zubereitung wird das Buch seinem Anspruch eines Familienkochbuchs vollkommen gerecht. Die meisten Rezepte lassen sich in etwa 20 Minuten zubereiten. Da Kindern die Zutaten vertraut sind, treffen die Rezepte auch den Geschmack der kleinen Esser, die häufig nur wenig von exotischer oder experimenteller Küche halten und lieber einfaches Fingerfood oder One-Pot-Gerichte mögen.

Da sich die meisten Gerichte schon an Essanfänger richten, wird auch auf gesunde Zutaten geachtet. So kommen kaum oder nur ganz wenig Zucker, Salz oder scharfe Gewürze zum Einsatz, wobei für große Esser auch schon mal nachträglich etwas ergänzt werden darf, sodass alle zufrieden sind.

Nicht ganz klar ist teilweise die Einteilung Frühstück, Mittag- oder Abendessen, da sich in allen Bereichen relativ ähnliche Rezepte, häufig warme und deftige Mahlzeiten, befinden. Eventuell liegt dies am englischen Ursprung des Buches, wo andere Essgewohnheiten üblich sind. Auch sonst schimmert die englische Herkunft an der ein oder anderen Stelle durch, beispielsweise kommt als Käse immer Cheddar zum Einsatz und auch Bohnen oder Toast werden gerne verwendet.

Ein Punkt, der nicht näher erklärt wird, ist die Verwendung glutenfreier Haferflocken, wohingegen Ahornsirup, der für Babys ähnlich gefährlich ist wie Honig, verwendet wird. Da sollte jeder für sich nochmal überlegen oder nachlesen, wie er es in seiner Familienküche handhaben möchte. Wer nicht ganz so „mutig“ ist und anfangs doch lieber auf Brei zurückgreifen möchte, bekommt zusätzlich Tipps, wie sich das ein oder andere Gericht schnell in Brei verwandeln lässt.

Schöne Ausstattung

Neben den ausführlichen und gut nachvollziehbaren Rezepten kann das Buch auch durch viele anschauliche und ansprechende Bilder überzeugen. Fast zu jedem Gericht gibt es ein passendes Bild, auf dem das (hoffentliche) „Endergebnis“ zu sehen ist und welches dem ein oder anderen sicher auch bei der Rezeptauswahl hilft. Schön sind zudem die ansprechenden Servierideen, die durch kindgerechte Teller oder nett angerichtete Beilagen bestimmt auch kritischen Essern Lust zum Probieren machen. Durch ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis lassen sich die Rezepte schnell finden.

Fazit:

Insgesamt handelt es sich bei „What Mummy Makes“ um ein rundum gelungenes Familienkochbuch, das sowohl durch seine abwechslungsreichen als auch alltags- und kindertauglichen Rezepte überzeugen kann. Die Tipps zur unkomplizierten Beikosteinführung sind hilfreich und nehmen vielleicht dem ein oder anderen die Angst etwas beim Start falsch zu machen, wie es der komplizierte und starre Breifahrplan häufig vermittelt. Dass es auch anders geht und wie davon gleich alle profitieren können, zeigt Rebecca Wilson in ihrem empfehlenswerten Werk!

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