Von der Kunst einen Pfirsich zu essen

Erschienen: April 2020

Couch-Wertung

Praktikabilität
Ausstattung

Praktikabilität

Manche Rezepte sind sehr simpel, andere etwas aufwändiger, kommen aber meist ohne exotische Zutaten aus und dürften auch für weniger geübte Köche gut machbar sein.

Ausstattung

Das Buch ist atmosphärisch gestaltet, was aber die Orientierung in den Rezepten erschwert. Sehr schön und stimmungsvoll sind die dazugehörigen Fotos.

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Lea Gerstenberger
Rezepte fürs Herz, nicht für die schlanke Linie

Buch-Rezension von Lea Gerstenberger Sep 2020

Diana Henry ist eine „kulinarische Weltenbummlerin“, der das Kochen und vor allem auch das Zusammenstellen von Menüs in die Wiege gelegt wurde. Dabei kommt es nicht auf Extravaganz an: saisonal, unkompliziert und mit Herz schätzen ihre Gäste die kleinen Dinge auf dem Tisch. Das möchte sie in „Von der Kunst, einen Pfirsich zu essen“ mit Geschichten und Rezepten weitervermitteln.

Das Buch ist jedoch nicht nach den Reisezielen, die sie zu den Rezepten inspirierten, sondern in „Frühling und Sommer“ sowie „Herbst und Winter“ gegliedert. Die poetischen Namen der verzeichneten Menüs, sei es „stets verlangen“, „krebse gehen seitwärts“ oder „monsieur matuchet spielt klavier“ sind zwar atmosphärisch, geben aber keine Auskunft über die jeweiligen Rezepte. Hierfür muss man das Register konsultieren oder – so ist es vermutlich gedacht – durch das Buch blättern.

Menüs für gesellige Tage

Jedes Menü wird mit einem ausführlichen Text eingeleitet, der die persönliche Note der Autorin durchscheinen lässt und Appetit auf Geselligkeit und gutes Essen macht. Die Menüs sind für sechs Personen ausgelegt. Entsprechend klein fallen die Portionen aus, wer die Rezepte also einzeln zubereitet, kann die Mengen durchaus vergrößern.

Angesichts der Temperaturen boten sich noch die sommerlichen Rezepte für die Testküche an, los ging es mit den „Bratlingen aus Zucchini, Ricotta und Pecorino“. Verlangt wurde eigentlich frischer Ricotta, den ich jedoch gut durch das handelsübliche Produkt ersetzen konnte. Damit die Bratlinge nicht auseinanderfallen, sollte auf die Konsistenz des Teiges geachtet werden – im Zweifel lieber ein Ei zu viel dazugeben. Beim Durchbraten sollte man berücksichtigen, die Bratlinge sehr dünn zu machen, damit sie nicht außen anbrennen und innen roh bleiben; sie saugen sonst auch zu viel Fett auf. Hier ist also etwas Fingerspitzengefühl und Timing nötig. Wie Diana Henry schreibt, isst man die Bratlinge aber ohnehin „am besten direkt in der Küche und zwar noch heiß aus der Pfanne, während alle um den Herd herumstehen“.

Als Nachtisch gab es die „türkische Kaffee-Eiscreme“, zu der die Autorin in Istanbul inspiriert wurde. Für den besonderen Geschmack sorgt der Kardamom, der mit dem Espressopulver aufgegossen wird. Praktisch ist, dass das Rezept ohne Eismaschine funktioniert, für die Konsistenz sorgt ein ordentlicher Anteil Crème double (gut zu ersetzen durch Crème fraîche oder Schmand). Es ist kein Zucker vorgesehen, den ich aber unbedingt dazugeben würde, da das Eis sonst sehr bitter wird. Vermutlich ist mit der im Rezept angegebenen Kondensmilch eine gesüßte Variante gemeint, was aber nicht aufgeführt wird. Leider bildeten sich bei mir einige Eiskristalle und das Dessert ließ die cremige Konsistenz, die das Foto im Buch versprach, etwas vermissen.

Crème double – die Antwort auf alles

Ein absolutes Wohlfühlgericht stellt Henrys walisische Variante des italienischen „Vincisgrassi“ dar. Sie macht daraus eine Art Pilzlasagne, die vegetarisch bleibt, wenn man den Parmaschinken weglässt. Sofern man eine Nudelmaschine besitzt, lohnt sich hier der Aufwand, die Pasta selbst zu machen. Durch den hohen Anteil an Ei werden die Teigplatten besonders luftig. Und das ist auch gut so, denn in die Béchamelsauce kommt nicht nur Vollmilch, sondern erneut Crème double. Das Ergebnis ist entsprechend mächtig, aber auch herausragend köstlich und verdient einen Platz im ewigen Rezepte-Kanon.

Mächtig sind auch die „Crêpes dentelles mit sautierten Äpfeln und Karamell“. Eine Mischung, in die man sich buchstäblich hineinlegen könnte! Mit der Karamellsauce sollte man allerdings sparsam umgehen, denn sie enthält nicht nur eine Menge Zucker, sondern auch wieder eine geradezu unanständige Portion Crème double. Man kann sie aber gut im Kühlschrank aufbewahren und nach und nach verbrauchen. Obwohl ich einen süßen Zahn habe, würde ich zumindest den Zucker im Crêpes-Teig beim nächsten Mal weglassen. Sie gelingen aber sehr gut, wenn man auf die Hitze achtet und sie möglichst hauchdünn macht. Ähnliches gilt für die Äpfel – da sie bei mir in der Pfanne nicht richtig knusprig wurden, habe ich sie kurzerhand in den Ofen geschoben. Ein Soulfood-Gericht der Extraklasse!

Fazit:

„Von der Kunst, einen Pfirsich zu essen“ zelebriert die Esskultur in jeder Hinsicht und wartet mit außergewöhnlichen Ideen auf, die sich auch jenseits der vorgeschlagenen Menüs wunderbar kombinieren lassen. Manche Rezepte sind sehr simpel, andere etwas aufwändiger, kommen aber meist ohne exotische Zutaten aus und dürften auch für weniger geübte Köche gut machbar sein. Lediglich auf die schlanke Linie darf man dabei nicht achten, denn kalorientechnisch haben es fast alle Rezepte richtig in sich.

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