Venedig. Das Kochbuch

Erschienen: Juni 2018

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Praktikabilität
Ausstattung

Praktikabilität

Russell Norman hat die Rezepte in den Küchen der Venezianer gesammelt und erklärt anschaulich in detaillierten Schritten die Zubereitung, so dass auch Kochanfänger gut mit diesem Buch arbeiten können. Nicht nur komplette Menüs können gekocht werden, sondern auch die passenden Getränkerezepte sind in diesem Buch zu finden. Viele der Zutaten gehören zur Grundausstattung einer Küche. Das meiste findet man auf dem Markt oder in Supermärkten, weniges kann man in italienischen Feinkostgeschäften erstehen. Die Aufteilung nach Jahreszeiten erleichtert die Suche nach einem passenden Rezept.

Ausstattung

Ein Hingucker! Allein die goldenen Seiten fallen direkt ins Auge und wirken mit der schlichten, aber ansprechenden Covergestaltung auserlesen. Die Fotos hätten gerne seitenfüllend sein können, haben meist einen überflüssigen weißen Rand. Die persönlichen Einfügungen des Autors über seine Motivation, Erfahrungen und Erlebnisse wecken nicht nur Koch-, sondern auch Reiselust.

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Nicole Goersch
Aus dem Einfachen das Beste machen? Aber ja!

Buch-Rezension von Nicole Goersch Okt 2018

Ein Zitat von Henry James ist dem Buch vorangestellt: „Venedig genießt man, indem man dem Beispiel der Menschen hier folgt und aus dem Einfachen das Beste macht.“ Mit diesem Anspruch an sich selbst startet der Autor Russell Norman, aber wird er diesem auch gerecht?

Die Aufmachung kann schon als edel kategorisiert werden: die Buchseiten sind vergoldet und das Cover ist in zwei Hälften geteilt. Der obere Teil präsentiert unprätentiös den Titel, ebenfalls in Gold, und den Autorennamen, etwas kleiner und in klarer, schwarzer Schrift gehalten. Der untere Teil ist ein altes Foto der Stadt Venedig, das nostalgische Reisegefühle weckt. Die Inhaltsangabe weist auf eine Kapitelführung in Jahreszeiten hin, aber erst mal erzählt Russell Norman ehrlich und in bildreicher Sprache, warum er als Engländer der venezianischen Küche verfallen ist.

Im Englischen lautet der Untertitel „Four Seasons of Home Cooking“ und nicht einfach „Das Kochbuch“. Das passt auch bedeutend besser, denn der Inhalt ist nicht nur nach Jahreszeiten sortiert, sondern besteht auch aus bodenständigen Zutaten, die in den Kombinationen köstliche Zubereitungen ergeben. Hier kann man sich gut die italienische Nonna mit Kochschürze am Herd vorstellen.

Jeder Jahreszeit ist auf der einen Seite eine Auflistung der folgenden Rezepte vorangestellt sowie ein Foto in dezenten Blaugrautönen gehalten, auf der anderen Seite folgt ein Zitat und ein Text mit persönlichen Erfahrungen und Gedanken.

Absoluter Pluspunkt waren die „Vorräte“ am Ende des Buches. Hier sind Grundlagenrezepte zu finden wie beispielsweise „Pesto“, „Pastateig für Ravioli“ oder „Hühnerbrühe“. Eine tolle Ergänzung und allgemein hilfreich.

Die Fotos zeigen nicht nur die fertigen Gerichte, sondern auch manchmal ein bestimmtes Stadium der Zubereitung. Der Leser erfährt außerdem, was der Autor mit dem Rezept verbindet, wie man es abwandeln kann oder was dazu am besten als Getränk oder Beilage passt.

Nun geht es aber los mit den Rezepten:

Wir haben uns als erstes an die Miesmuschelsuppe gewagt, denn während in Venedig im Sommer auch Muschelsaison ist, startet diese bei uns ja erst im Herbst. Es war zwar etwas aufwendiger (allein 2 kg Muscheln zu pulen), aber den Aufwand definitiv wert und geschmacklich ein großer Genuss, obwohl keine außergewöhnlichen Zutaten verwendet wurden.

Die „gebackenen gefüllten Zwiebeln“ konnten gut vorbereitet werden, allerdings war es etwas schwierig, das bereits gebratene Wurstbrät in die Zwiebel zu stopfen. Roh wäre es einfacher gewesen, aber dann würde sich die Garzeit wahrscheinlich exorbitant verlängern.

Sehr erfrischend war der „Zitronen-Polenta-Kuchen“, zu dem man sich gut einen Klecks Mascarpone vorstellen kann. Die Zubereitung war denkbar einfach, genauso wie bei den „Venezianischen Kartoffeln“, die perfekt die kraftvolle Brühe aufsaugten und so wunderbar mit den „Involtini mit Schinken und Knoblauch“ harmonierten. Ebenfalls ein Rezept, das ohne Schnickschnack auskommt und trotzdem Begeisterung auslöste.

Überrascht waren wir von den „eingelegten Gurken“. Salatgurken sind geschmacklich ja eher neutral, aber mit den gerösteten Fenchelsamen und eingelegt in einen Essigsud waren sie eine gelungene Beilage.

Im Herbst darf natürlich eine Zutat nicht fehlen: der Kürbis. Der „Geröstete Kürbis mit Kürbiskernen und Salbei“ war auch ohne Kürbiskerne, die nicht in der Zutatenliste standen, so dass sie beim Einkauf vergessen wurden, delikat. Wenn man ihn als Beilage zubereitet, reicht allerdings ein Kürbis (im Rezept ist ein Hokkaido und ein Butternut aufgeführt) für die vorgegebenen vier Personen.

Fazit:

Aus dem Einfachen das Beste machen? Aber ja! Diesem Anspruch wird Russell Norman absolut gerecht. Die Zutaten beinhalten kaum exotische Extravaganzen, aber die Kombination und die Zubereitung zaubern Köstlichkeiten auf den Teller, die alle lieben. Außerdem sind manche Rezepte so schnell gekocht, dass man auch nach Feierabend „Linguini Carbonara“ oder „Gegrillten Radicchio“ genießen kann.

Venedig. Das Kochbuch

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