Veggie for Future

Erschienen: Juni 2020

Couch-Wertung

Praktikabilität
Ausstattung

Praktikabilität

Die Rezepte sind auch für Anfänger gut kochbar (wenn man sich ein wenig auf‘s Würzen versteht) und die mitgelieferten Tipps können noch einmal unsere Verantwortung für die Umwelt ins Bewusstsein rufen.

Ausstattung

Fast jedes Rezept nimmt eine Doppelseite in Anspruch, wobei eine Seite immer von einem sehr ansprechenden Foto beansprucht wird. Neben der übersichtlich angelegten Zutatenliste ist die eigentliche Anleitung in einzelne Schritte unterteilt, die sehr gut verständliche Anweisungen geben.

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Carola Krauße-Reim
Es schmeckt auch ohne Fleisch

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Sep 2020

Die beiden Autorinnen, Tanja Dusy und Inga Pfannebecker, legen mit „Veggie for Future“ ein Kochbuch vor, das die ganze Bandbreite des vegetarischen Essens abdeckt. „Frühstück und Abendessen“ wird genauso behandelt wie „Snacks und Fast Food“, „Salate, Suppen und Eintöpfe“, „Aus der Pfanne“, „Aus dem Ofen“ und natürlich „Süßspeisen und Desserts“. Daneben geben sie nützliche Tipps und Hinweise zum nachhaltigen Kochen.

Kochen hat viel mit Nachhaltigkeit zu tun

Die ersten knapp 30 Seiten geben die Autorinnen eine Einleitung zum vegetarischen Essen, zur Nachhaltigkeit, dem Umgang mit Lebensmitteln und der Abfallvermeidung beim Einkauf. Dabei erheben sie nur ganz leicht den Zeigefinger und weisen auf Dinge hin, die jeder verantwortungsbewusste Verbraucher eigentlich schon kennen sollte: Plastik beim Einkauf zu vermeiden und lieber Stofftaschen nehmen; regionale und saisonale Produkte verwenden; weniger Fleischkonsum bedeutet weniger Umweltbelastung und mehr Tierwohl und weniger Fisch bedeutet eine Abnahme der Überfischung unserer Meere. Dabei liefern sie interessante Zusatzinformationen, wie die vegetarische Ernährungspyramide, einen Saisonkalender oder einen Überblick über die bekanntesten Siegel für Lebensmittel. Zusätzlich ergänzen sie viele Rezepte mit kurzen „Ein guter Grund...“-Tipps.

Gute Fotos machen die Auswahl nicht leichter

Fast jedes Rezept nimmt eine Doppelseite in Anspruch, wobei eine Seite immer von einem sehr ansprechenden Foto beansprucht wird. Neben der übersichtlich angelegten Zutatenliste ist die eigentliche Anleitung in einzelne Schritte unterteilt, die sehr gut verständliche Anweisungen geben. Die Zutaten sind durchweg nichts Ungewöhnliches, in jeder Küche zu finden oder im Geschäft problemlos zu erstehen. Erwähnen möchte ich noch das ganz ausgezeichnete Register am Ende des Buches. Hier sind nicht nur die einzelnen Gerichte aufgeführt, sondern auch die wichtigsten Zutaten in den Schlagwörtern zu finden. Nach einigen Diskussionen (es sieht wirklich alles so köstlich aus) haben wir uns endlich für fünf Leckereien entschieden.

Eiersandwich, Shakshuka & Co

Um es vorweg zu sagen – die Portionen sind durchweg riesig und sollten mehr als die stets angegebenen 4 Personen satt machen. Wenn es einmal schnell gehen soll, bietet sich das von uns probierte Eiersandwich an, es hat hervorragend geschmeckt. Und wenn doch etwas Belag übrigbleibt, kann man ihn gut im Kühlschrank für eine weiteres schnelles Sandwich nutzen.

Als Hauptmahlzeiten haben wir uns Shakshuka, Mac‘n´Cheese und Pilzschmortopf ausgesucht. Für das Shakshuka war eindeutig zu wenig Öl angegeben, denn die Auberginenwürfel saugen die 2 EL in Windeseile auf und man muss nachgießen oder es brennt an. Für meinen Geschmack fehlte dem Gericht auch die Würze, gerade das verwendete Cumin hätte wesentlich mehr hervorschmecken dürfen. Dafür waren die 6 angegebenen Eier eindeutig zu viel für die Auberginen-Tomatenmasse. Wir haben es bei 4 bewenden lassen und die lagen schon dicht beieinander.

Auch dem Mac‘n‘Cheese fehlte der Geschmack. Gratinkäse ist wenig aromatisch und so haben wir zusätzlich noch 50g Bergkäse verwendet und vor allem alles noch einmal gesalzen, was das Rezept nicht verlangt. Der untergemischte Blumenkohl passte nicht wirklich zu den Maccaroni und obwohl die Autorinnen immer die Nachhaltigkeit betonen, hat man für dieses Rezept nur einen halben Blumenkohl benötigt. Wenn man dann nicht gleich noch einmal ein Gericht mit diesem Gemüse kocht, ist der übrig gebliebene Blumenkohl schnell welk und nicht mehr zu gebrauchen. Mac‘n‘Cheese ohne Kohl wäre auch gut gewesen!

Der Pilzschmortopf beansprucht ein wenig Zeit, aber schmeckt hervorragend, jedoch ist die Gesamtschmorzeit von 40 – 50 Minuten zu viel. Die Möhren wären matschig und die Pilze breiig geworden, hätte ich nicht nach 30 Minuten das Schmoren beendet. Auch fand ich 4 Zwiebeln zu viel, aber da kann man ja problemlos variieren.

Aus dem Kapitel Süssspeisen und Desserts haben wir uns für „Kirsch-Nuss-Clafoutis“ entschieden. Die Teigmenge füllte die verlangte 26-cm-Pieform randvoll aus und hat beim Einbringen in den Backofen eine sehr ruhige Hand erfordert. Doch es hat sich gelohnt – der Clafoutis war einfach nur köstlich!

Fazit:

Tanja Dusy und Inga Pfannebecker zeigen mit „Veggie for Future“, dass eine köstliche Mahlzeit kein Fleisch braucht. Die Rezepte sind auch für Anfänger gut kochbar (wenn man sich ein wenig auf‘s Würzen versteht) und die mitgelieferten Tipps können noch einmal unsere Verantwortung für die Umwelt ins Bewusstsein rufen. Wer bereit ist, einmal auf Schwein, Rind & Co zu verzichten, findet hier die richtigen Anregungen für nachhaltige, vegetarische und dennoch schmackhafte Gerichte.

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