Schottland

  • Christian
  • Erschienen: Juli 2022
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Carola Krauße-Reim
5

Kochbuch-Couch Rezension vonJul 2022

Praktikabilität

Die Gerichte sind nicht kompliziert und können auch von Anfängern gekocht werden. Lediglich die Rezepte mit dem typischen „Haggis“ dürften generell schwer zu verwirklichen sein, da man ihn bei uns nicht so einfach kaufen kann

Ausstattung

Sehr liebevoll gestaltetes Buch, das nichts vermissen lässt. Gut erklärte Rezepte mit tollen Fotos, wunderschöne Landschaftaufnahmen aus Schottland und Adressen der vorgestellten Betriebe werden durch ausführliche Register ergänzt

50 köstliche Gerichte aus Schottland

Hotelfachfrau und Autorin Petra Milde hat sich nach eigenen Angaben mit dem „Schottland-Virus“ infiziert. Seit ihrem ersten Urlaub im hohen Norden der Britischen Insel zieht es sie immer wieder in die raue Einsamkeit und in die quirligen Städte. Der Wunsch ein Kochbuch der schottischen Küche zu schreiben wuchs. Es sollte neben „Rezepten zum Nachkochen“ auch „einen Blick hinter die Kulissen“ zulassen.

Produzenten stellen sich vor

Petra Milde ist immer daran interessiert, die „Produzenten unserer Lebensmittel“ zu erkunden. So war es ihr wichtig, nicht nur traditionelle Gerichte zu zeigen, sondern auch die Hersteller der dafür notwendigen typischen Zutaten. Das sind in Schottland natürlich der unvermeidliche Haggis, unterschiedlicher Fisch und selbstverständlich der Whisky. Aber auch Fleisch, Käse und Craftbier gehören zu der Region, genauso wie die unzähligen Tearooms und Bauernmärkte. Mit dem „Blackthorn Salt“ zeigt sie uns außerdem „die Würze des Meeres“, ein feinkristallines Salz, das im Betrieb der Familie Marshall in Ayr produziert wird. In kurzen Artikeln stellt sie die Macher, ihre Betriebe und Produkte vor. Die Adressen der Produzenten sind alle im Anhang genannt, damit man im nächsten Urlaub in Schottland den kleinen Käseladen auf Arran findet oder den preisgekürten Fleischer McCaskie‘s in Wemyss Bay.

Gerichte von traditionell bis modern

Die 50 Gerichte des Buches umfassen alles, was man sich unter schottischer Küche vorstellt. Der traditionelle Shepherd‘s Pie fehlt genauso wenig, wie die „Schottischen Eier“ oder der Rinderschmortopf. Aber auch „Steak mit Blauschimmelkäse“, „Cheddar Mushroom Soup“ oder „Fudge mit Meersalz“ sind zu finden. Alle Rezepte sind optisch sehr liebevoll präsentiert. Die Zutatenliste ist meist relativ kurz und immer ebenso verständlich, wie die Anleitung im Fließtext. Alle Zutaten dürften auch bei uns problemlos zu erhalten sein, bis vielleicht auf den Haggis und selbst den kann man mittlerweile schon im Internet bestellen. Für Vegetarier ist die schottische Küche leider weniger geeignet, denn sie „ist deftig und schwer, geprägt von viel Fleisch und Kohlenhydraten“.

Wunderbare Fotos ergänzen den Textteil

Das Buch ist durchsetzt mit sehr vielen stimmungsvollen Fotos. Fotograf Lucas Guizo hat nicht nur die Gerichte gekonnt in Szene gesetzt, sondern auch Land und Leute. Die Fotos der kargen Wildnis vermitteln die Stille und Einsamkeit, wobei aber leider jede Ortsangabe zu den Fotos fehlt. Die Bilder aus den Produktionsbetrieben und dem „Hidden Lane Tearoom“ in Glasgow entführen gekonnt in die Atmosphäre vor Ort und zeigen die Leckereien, die man dort erstehen kann. „Schottland“ ist damit mehr als ein reines Kochbuch, es ist viel mehr auch eine Art Reiseführer, der dazu animiert das nördlichste Land Großbritanniens einmal zu besuchen.

Es hat so gut geschmeckt!

Wir haben uns sowohl bekannt Traditionelles als auch moderne Varianten der schottischen Küche ausgesucht. Es gab „Kabeljaufilets mit Zitronenbutter“, „Shepherd‘s Pie“, „Lachscreme“ auf Bauernbrot und „Salat mit Blaubeeren und Blauschimmelkäse“. Den dafür benötigten köstlichen „Arran Blue“ haben wir vor einigen Jahren in dem vorgestellten kleinen Käsegeschäft auf Arran kennen- und lieben gelernt, mussten ihn aber schweren Herzens gegen einen anderen Blauschimmelkäse ersetzen – geschmeckt hat es trotzdem sehr gut. Für das zubereitete „Schottische Himbeerdessert“ und die „Schweinemedaillons mit Whisky-Sauce“ braucht man Whisky. Dadurch hängt der Geschmack natürlich enorm von der Art des Whiskys ab. Wir haben einen nicht rauchigen Whisky aus den Highlands genommen und es nicht bereut. Aus den Rezepten rund um den „Hidden Lane Tearoom“ in Glasgow haben wir „Brownies mit Schokoladencreme“ gemacht, die zwar ein wenig Zeit benötigen, aber die absolut und ultimativ besten Brownies sind, die wir jemals gegessen haben! Überhaupt hat alles so authentisch geschmeckt, dass bei jedem Bissen Erinnerungen hoch kamen und das Essen mit vielen „Weißt du noch..“ und „das schmeckt ja wie in...“ begleitet wurde.

Fazit

Ein herrliches Buch für Schottland-Fans und solche, die es werden wollen! Petra Milde stellt in kleinen Artikeln verschiedene Lebensmittelproduzenten vor, deren Produkte dann in den folgenden traditionellen oder modernen Rezepten zu finden sind. Wunderschöne Fotos ergänzen den Textteil, animieren zum Nachkochen und zu einem Besuch im nördlichsten Land von Großbritannien.

Schottland

, Christian

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