Provenzalischer Wintergenuss
- Südwest
- Erschienen: September 2025
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Die Provence einmal anders.
Die Provence verbindet man im Allgemeinen mit heißen Sommern, Ortschaften voll mit Besuchern, dem Zirpen der Zikaden und Lavendelfeldern, so weit das Auge reicht. Doch die Provence kann auch anders sein. In der Herbst- und Weihnachtszeit kommt alles zur Ruhe, die Einheimischen sind wieder unter sich und die Atmosphäre wird „urtümlicher, erdiger. Echter“. Sophie Bonnet hat sich in ihrem zweiten Kochbuch dieser Zeit angenommen und entführt uns kulinarisch in den französischen Landstrich, der außerdem geprägt ist von Traditionen und der stets herrlichen Landschaft.
Die Autorin
Die deutschen Autorin Heike Koschyk kam über einige Umwege zum Schreiben. Den Durchbruch erreichte sie 2015 unter dem Pseudonym Sophie Bonnet und „Provenzalische Verwicklungen: Ein Fall für Pierre Durand“, dem ersten Band, der inzwischen 11 Bücher umfassenden Serie. Die Liebe zur Provence, deren Landschaft, Traditionen und kulinarischen Genüssen, spielt nicht nur in ihren Krimis eine große Rolle, auch das Kochbuch „Provenzalischer Genuss“ zeugt davon. Dass Bonnet auch als Fotografin brilliert, zeigen die ganz hervorragenden Abbildungen. Sowohl Foodfotos als auch die atmosphärischen Aufnahmen von der winterlichen Provence und ihren Bewohnern hat die Autorin selbst gemacht – Chapeau!
Rezepte und mehr
Das Buch ist eine Hommage an die winterliche Provence. Vom Beginn des Herbstes bis zum Ende der Weihnachtszeit zu Mariä Lichtmess am 2. Februar, stellt uns Sophie Bonnet Land, Leute, Traditionen und die entsprechenden Rezepte vor. Ergänzt wird das alles mit den schon erwähnten wunderschönen Fotos. Die Gerichte reichen von einfach bis komplizierter und dürften jeden Geschmack abdecken. Es gibt Suppen, Gratins, Konfitüre, Getränke, Kuchen, Soufflés, Fisch, Fleisch, Gemüse – eben alles, was das winterliche Herz begehrt. Benannt werden die Gerichte mit dem französischen Namen und dazugehöriger deutscher Übersetzung, die dann auch im Rezeptregister zu finden ist. Wer sich gerne einmal an „Tartelettes Amandines au épices de Noël“, „Tarte fine aux poires cèpes et Truffe“, „Salad au magret fumé et marrons“ oder „Vin chaud fruité“ versuchen will, ist hier genau richtig. Wir haben uns für „Koulibiac de saumon“ entscheiden - Lachs zusammen mit Spinat, Reis und gekochtem ganzen Ei im Blätterteig. Abends gab es „Cheesecake au saumon fumé et caviar“ - „Frischkäse-Törtchen mit Räucherlachs und Kaviar“, wobei wir den Kaviar aber weggelassen haben. Da Maronen eine große Rolle in der provenzalischen Kulinarik spielen, haben wir uns außerdem für die „Crème de marrons au yaourt“ entschieden, was ein ganz vorzügliches Dessert ist.
Mal länger, mal kurz und knapp
Die Anleitungen der Rezepte sind in einem gut verständlichen Fließtext gehalten. Er ist, auch bei den längeren Varianten, stets übersichtlich, wobei der erste Teil immer eine kleine Einleitung zum Gericht darstellt. Die Zutatenlisten reichen von kurz bis sehr lang und sind gegebenenfalls in die einzelnen Komponenten des Gerichtes unterteilt. Bis auf eventuell ganz wenige Ausnahmen, dürfte alles im gut sortierten Supermarkt zu erhalten sein. Alle Informationen sind in ein übersichtliches und ansprechendes Layout gepackt, das passend zum Jahresende mit den Farben rot und schwarz auf beigem Hintergrund spielt. Hier freut sich nicht nur der Magen über Köstliches, hier isst auch das Auge ordentlich mit.
Fazit
Ein Buch, das nicht nur Fans der Provence begeistern dürfte. Sophie Bonnet ist eine wunderbare Mischung aus Kochbuch und Porträt der winterlichen Provence gelungen, von dem der knurrende Magen genauso viel hat, wie das staunende Auge.

Sophie Bonnet, Südwest

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