Pasta al Pomodoro

  • Christian
  • Erschienen: März 2025
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André C. Schmechta
451

Kochbuch-Couch Rezension vonJul 2025

Praktikabilität

Die Rezepte selbst sind klar gegliedert, verständlich beschrieben, teils mit Alternativzutaten versehen und sind - mal einfacher, mal herausfordernder - in der Umsetzung. Zubereitungs- und Kochzeiten sind leider nicht sofort ersichtlich.

Ausstattung

Die Gestaltung ist passend: viel Rot im Layout, kräftige Akzente, aber stets übersichtliche Struktur.

Tomate trifft Tradition – 55 kreative Variationen eines italienischen Klassikers.

Pasta al Pomodoro – Nudeln mit frischer Tomatensauce, oft begleitet von Basilikum und Parmesan – klingt schlicht, ist aber ein Symbol italienischer Esskultur. Ilse Fischer widmet dem Klassiker ein ganzes Kochbuch und präsentiert 55 Variationen, die zeigen: Zwischen Datterini und Dosentomaten, Fusilli und Finferli liegt eine kulinarische Welt.

Zwischen Authentizität und kreativen Ausreißern

Was zunächst wie eine Hommage an die schlichte Küche klingt, entpuppt sich als überraschend vielschichtig. Die Rezepte stammen aus unterschiedlichsten Quellen – von bekannten oder weniger bekannten Profiköchen, Künstlerinnen und Prominenten. Mal wird selbst zubereiteter Nudelteig verwendet, mal Pasta aus der Packung. Mal frische Tomaten verschiedenster Sorten, mal Tomaten aus der Dose. Feinheiten wie Konsistenz (passiert oder stückig), die Auswahl und Kombination von Gewürzen, Öle oder ergänzende Zutaten machen aus dem simplen Gericht eine geschmackliche Entdeckungsreise.

Ilse Fischer beweist, dass sich mit Tomate und Nudel weit mehr machen lässt als gedacht: Manche Rezepte sind klassisch und bodenständig, andere mutig komponiert oder überraschend interpretiert. Etwa die „Zündholznudeln Mama Mia“: Honig, Himbeeren, Ingwer und Salbei machen es zu einem besonders aromatischen Erlebnis. Oder „Fusillone, Finferli e Polveri di Pmodora“, ein Gericht mit selbstgemachtem Tomatenpulver, das Pilzbrühe und Pfifferlinge mit intensiver Fruchtigkeit kombiniert.

Auch besondere Exoten sind unter den Rezepten. So etwa das von Heinz Reitbauer aus dem „Steiereck“ in Wien. Dort und in Österreich generell ist die Tomate ein Paradiesapfel und so überrascht nicht nur der Name des Rezeptes „Sommerkürbis mit Süßerdäpfeln, Paradeisern, Mandeln und Lavendel“.

Manchmal wird auch augenzwinkernd geschummelt, etwa bei den "Paccheri al Sugo??" - Pflaumen und Pflaumensaft imitieren hier die Tomate.

Vor den Rezepten liefert das Buch einen kurzen historischen Abriss zur Tomate in der italienischen Küche. Begleitet wird dieser von einem Vorwort des Opernstars Plácido Domingo. Die Gestaltung ist passend: viel Rot im Layout, kräftige Akzente, aber stets übersichtliche Struktur.

Die Rezepte selbst sind klar gegliedert, verständlich beschrieben, teils mit Alternativzutaten versehen und sind mal einfacher, mal herausfordernder in der Umsetzung. Zubereitungs- und Kochzeiten sind leider nicht sofort ersichtlich. Bei sehr spezifischen Produkten wie z.B.  Bottarga oder Seeigel wird man zudem auf gut sortierte Feinkostläden oder Märkte angewiesen sein.

Fazit

Mit „Pasta al Pomodoro“ gelingt es Ilse Fischer, einem scheinbar simplen Gericht neue Tiefe zu verleihen. Für Italienfans, Kochbegeisterte und Tomatenliebhaber ein überraschend vielseitiger Genuss. Ein visuell wie kulinarisch ansprechendes Kochbuch.

Pasta al Pomodoro

Ilse Fischer, Christian

Pasta al Pomodoro

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