Modern Teatime

Modern Teatime
Modern Teatime

Erschienen: September 2021

Erschienen: September 2021

Couch-Wertung

Praktikabilität
Ausstattung

Praktikabilität

Obwohl D‘Andrea eine Alltagstauglichkeit seiner in Perfektion präsentierten Rezepte angestrebt hat, ist diese leider nicht immer gegeben.

Ausstattung

Hochwertige und vollkommen durch-designte Fotos begleiten jedes Rezept. Das wiederum muss allerdings komplett gelesen werden, denn auf den ersten Blick sind Zutaten und Zubereitungsschritte nicht zu erkennen, da sie im Text eingebunden sind.

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Carola Krauße-Reim
Der Hightea neu interpretiert

Rezension von Carola Krauße-Reim Nov 2021

Wer kennt sie nicht oder hat zumindest schon einmal von ihr gehört – die Teatime, die vor allem auf der britischen Insel genussvoll mit dem High-Tea zelebriert wird. Die üblichen Klassiker aus herzhaften und süßen Speisen, kombiniert mit einer guten Tasse Tee, wurden hier um zahlreiche Varianten, neue Kreationen und dazu, in diesem Zusammenhang, außergewöhnlichen Getränken erweitert. Der schon vielfach ausgezeichnete Pâtisseur Marco D‘Andrea will Tradition mit „frischen neuen Ideen“ verbinden, wobei ihm wichtig ist, „dass jede*r seine Kreationen relativ einfach zuhause nachmachen kann...“. Und genau hier wird es schwierig.

Exotische Zutaten und geringe Mengen

D‘Andrea und sein Team decken wirklich alle Komponenten eines High Tea ab: von Klassikern, Kuchen, Sandwiches über Konfitüren, Torten, Frozens und Macarons bis zu Drinks und einer Einleitung zum namensgebenden Tee ist alles vorhanden.

Betont wird die Selbstverständlichkeit, dass nur qualitativ hochwertige Zutaten ebensolche Speisen ergeben. Doch was die Auswahl der Zutaten betrifft, kommt nicht nur der Anspruch eines Profis zum Tragen, auch die teilweise sehr gering benötigte Menge von eher Ungewöhnlichem könnte den Berg an vor sich hin modernden Zutaten im Schrank erhöhen. Bei 1g gemahlenen Tonkabohnen bleiben viele Gramm ungenutzt übrig und auch dem Assam Langpfeffer dürfte es ähnlich ergehen. Andere Zutaten sind ohne Aufwand kaum zu erhalten, wie Los Anconès 73% oder Muscovadozucker und gebräuchlichere wiederum sind in unmöglichen Mengen angegeben (¼ Knoblauchzehe oder 50g Vollei). Die Rezepte sind also nicht unbedingt, wie versprochen, haushaltstauglich.

Tolle Fotos und Ideen

Dennoch – die Rezepte sind wirklich abwechslungsreich und dazu sehr gut präsentiert. Hochwertige und vollkommen durch-designte Fotos begleiten jedes Rezept. Das wiederum muss allerdings komplett gelesen werden, denn auf den ersten Blick sind Zutaten und Zubereitungsschritte nicht zu erkennen, da sie im Text eingebunden sind.

Doch dann kann es los gehen – und schon wieder stößt man auf Schwierigkeiten. So wird ganz selbstverständlich ein Thermomix verwendet, ein Kalbsrücken lange im Ofen gegart oder ein Wasserbad muss stundenlang auf 55°C gehalten werden. Das ist nicht sehr energieeffizient und enorm zeitaufwendig, was wiederum den Profi als Autor durchscheinen lässt. Man muss aber auch sagen, dass der Autor zumindest bei den Sandwiches nicht unbedingt auf die angegebene Zubereitung der kompletten Komponenten besteht und durchaus auch gekauftes Toastbrot akzeptiert. Das haben wir gleich ausgenutzt!

Scones, Sandwiches und ein New-York-Cheesecake mit Crumble

Ich finde, dass ein High-Tea UNBEDINGT Scones mit Clotted Cream und Sandwiches enthalten muss, alle anderen Beilagen sind beliebig wählbar. Also haben wir uns an die Scones gemacht und gleich einmal festgestellt, dass die dazu gereichte Clotted Cream im Backofen (!) hergestellt werden muss und für den Teig der Thermomix zum Einsatz kommen soll. Da von Mrs. Bridges bis Mrs. Padmore niemand so verfahren hat und auch ich aus diversen Aufenthalten im Mutterland des High-Tea noch nie Scones und Clotted Cream so zubereitet kenne, habe ich auf den 10-stündigen Einsatz des Backofens verzichtet und auf den Thermomix zwangsläufig auch, da ich gar keinen besitze.

Trotzdem sind köstliche Scones mit einer dicken Clotted Cream herausgekommen und zwar viel, viel, viiiiiel mehr als im Rezept angegeben. Bei den Sandwiches haben wir auf Toastbrot vom Bäcker zurückgegriffen, was enorm viel Zeit gespart hat. Die Beläge waren klassisch gewählt: Gurke, Lachs und Roastbeef - den Kalbsrücken habe ich mir erspart. Grundlage war jeweils eine leckere Crème aus Frischkäse mit diversen Zutaten. Als süße Ergänzung gab es den Cheesecake, dessen Crumple aus Butterkeksen gemacht wird und, das ich zusammen mit den Scones im Ofen garte. Geschmacklich kommt es nicht an den sonst üblichen Streusel-Crumple heran und sehr knackig ist es erst ausgetrocknet am nächsten Tag. Aber als Toping zur abgeschmeckten Philadelphia-Crème hat es allerdings gemundet.

Fazit

„Modern Tea Time“ bietet Altbekanntes genauso wie Innovationen zum High-Tea. Obwohl D‘Andrea eine Alltagstauglichkeit seiner in Perfektion präsentierten Rezepte angestrebt hat, ist diese leider nicht immer gegeben.

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