Modern Nordic

  • Dorling Kindersley
  • Erschienen: Mai 2026
  • 0
Modern Nordic
Modern Nordic
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Carola Krauße-Reim
351

Kochbuch-Couch Rezension vonJul 2026

Praktikabilität

Nicht alle Zutaten sind einfach zu erhalten; manche Zubereitungsarten dürften schwierig zu realisieren sein

Ausstattung

Übersichtliches Layout mit tollen Food-Fotos; Wunderbare Landschaftsaufnahmen, die aber nicht verortet sind

Regionaler Genuss wird hier zum Problem.

Der Australier Simon Bajada ist Fotograf; Food-Stylist und Autor. Er lebt in Stockholm und hat sein neuestes Kochbuch der modernen Küche Skandinaviens gewidmet. Früher hat man vielleicht noch das relativ bekannte Smørrebrød, den Rentier- und Elchbraten oder auch die Köttbullar mit der Küche des hohen Nordens verbunden, doch das hat sich in den letzten Jahren geändert. Immer mehr wurden auch andere kulinarische Köstlichkeiten bekannt, nicht zuletzt, weil auch die Publikationen von Kochbüchern mit skandinavischem Hintergrund zunahmen. Bajada widmet sich nun der modernen nordischen Küche: die Zutaten ändern sich wenig zur alltäglichen Familienküche, doch die Kombinationen oder Zubereitungen können anders sein. Dieses Kochbuch ist somit nichts für Leute, die Alltagsküche und vielleicht sogar eine schnelle Zubereitung suchen.

„Esst lokal“

Dieses Motto hört man sehr oft und es ist auch durchaus sinnvoll. Lokale Produkte sind oft von besserer Qualität und schönen zudem die Umweltbilanz. Auch Simon Bajada spricht in seiner Einleitung von diesem Trend und will ihn umsetzen. Nur leider ist Skandinavien nicht Deutschland und somit ist das Lokale schon hinfällig. Man bekommt bei uns vielleicht noch den herkömmlichen Fisch relativ frisch, aber Hering dürfte nicht dazu gehören und Austern oder Fischrogen schon gar nicht. Das macht das Nachkochen einiger Gerichte schon schwierig, selbst wenn der Autor zum Ausprobieren aufruft. Auch manche Zubereitungsmethoden dürfte nicht einfach zu realisieren sein. Ich denke da an räuchern oder pökeln. In „Grundlagen“ werden zudem Ausstattungen angegeben, die nicht in der Küche zu finden sein dürften – gusseiserne Pfannen und Töpfe, Steinguttöpfe und ein „Nudelholz mit Nieten“ sucht am zumindest in unserer Küche vergebens. So reduzieren sich die möglichen Rezepte noch einmal.

Es geht in den Norden

Die Rezepte stammen aus allen Ländern des hohen Nordens und sind in folgende Kapitel eingeteilt: „Klassiker“, „Aus dem Meer“, „Vom Lande“, „Aus dem Wald“, „Backen“ und „Süßes“. Außerdem werden „Grundlagen“ und „Speisekammer“ vorgestellt. Die Präsentation der Gerichte findet man in einem skandinavisch minimalistischen schwarz-weiß-Layout, das aber sehr übersichtlich ist.

Die Zutatenlisten sind in die Komponenten des Gerichtes eingeteilt und könnten die schon erwähnten Schwierigkeiten beinhalten. Die Zubereitungen selbst sind in Fließtexten gehalten und das Ganze wird stets von einem ganzseitigen bunten Food-Foto begleitet, das wirklich gelungen ist. Doch diese Abbildungen sind nicht die einzigen im Buch. Immer wieder werden ganz hervorragende Landschaftaufnahmen eingestreut, welche die ganze Atmosphäre Skandinaviens einfangen. Leider sind diese Fotos nicht verortet, sodass man nicht weiß, wo man sich gerade befindet. Etwas unübersichtlich ist auch das Register am Ende des Buches. Hier findet man z.B. unter dem Begriff „Radieschen“ das Gericht „Forelle im Glas mit eingelegtem Fenchel und Roggenrot“ und unter „Sellerie“ „Lachs-Carpaccio & Gurken-Walldorfsalat“.

Es wurde nordisch bei uns

Wir haben uns drei Rezepte ausgesucht, die ohne Schwierigkeiten zu realisieren waren. „Grill-Romana, Birne, Hüttenkäse & Sonnenblumenkernpesto“ war das erste Gericht. Für das Pesto muss man eine ganze Nacht zum Einweichen einrechnen und beim Essen kam mir dann der Gedanke, ob Romana-Salat wirklich lokal ist in Skandinavien. Egal – es hat jedenfalls geschmeckt. Dann gab es natürlich “Zimtschnecken“, die allerdings bei der angegebenen Temperatur vollkommen verbrannt wären. Als letztes Gericht wurde „Pfifferlinge, Buchweizen-Crêpes & Grünkohl“ probiert. Auch das hat gemundet, allerdings darf man nicht zu viel Hunger haben, wenn die Menge für 4 Personen reichen soll.

Fazit

Mit „Modern Nordic“ hat Simon Bjada „100 Rezepte aus den Küchen Skandinaviens“ zusammengesucht, die stimmungsvoll und übersichtlich präsentiert werden. Jedoch dürfte bei einigen die Alltagstauglichkeit fraglich sein. Wer allerdings einen Einblick in die weiterentwickelte skandinavische Kulinarik werfen will, ist hier genau richtig. 

Modern Nordic

Simon Bajada, Dorling Kindersley

Modern Nordic

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