MEZCLA

  • Dorling Kindersley
  • Erschienen: August 2022
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Claudia Goldammer
5

Kochbuch-Couch Rezension vonOkt 2022

Praktikabilität

Die gut verständlichen Anleitungen werden begleitet von Tipps, wie bestimmte Zutaten ersetzt werden können oder wie und wann bestimmt Schritte bereits vorbereitet werden können.

Ausstattung

Die mehr als 100 Rezepte werden von farbigen Fotos begleitet, zudem gibt es ein Register und eine kurze Erklärung eher ungewöhnlicher Zutaten.

Mischen ausdrücklich gewünscht

Das Wort „Mezcla“ stammt aus dem Spanischen und steht für „Mischung“ oder auch „Mix“. Zutreffender hätte Ixta Belfrage den Titel ihres ersten eigenen Kochbuches nicht wählen können, denn er beschreibt nicht nur ihre Art zu kochen, sondern auch ihre Wurzeln. Als Tochter einer Brasilianerin und eines Engländers (der seine Kindheit in den USA verbrachte), wuchs sie in Italien auf und verbrachte viel Zeit in Mexiko bei ihren Großeltern. Und glücklicherweise haben alle Länder kulinarische Eindrücke hinterlassen, die sie zunächst bei Yotam Ottolenghi ausgiebig im NOPI-Restaurant und später in seiner Test Kitchen ausprobieren konnte, um nun in einem eigenen Kochbuch zu münden.

Die Rezepte sind durchaus etwas für wagemutige Menschen, all diejenigen, die sich ein Leben ohne Ottolenghi nicht mehr vorstellen können, kommen hier jedenfalls voll auf ihre Kosten. Munter und frisch knallt bereits der Einband in seiner orange-pinken-goldenen Farbigkeit, die sich kulinarisch im Buch fortsetzt.

Fusionküche für jedes Zeitbudget

Nach einigen informativen Seiten über Ixtas Leben und einer groben Auflistung und Erläuterung der, bei uns eher ungewöhnlichen, Lebensmittel, die für dieses Kochbuch unerlässlich sind, beginnt auch schon der Rezeptteil.

Die mehr als 100 Gerichte sind grob in drei Teile aufgeteilt. Ixta Belfrage startet in „Für jeden Tag“ mit eher alltaugstauglichen Rezepten, die mit vergleichsweise wenig Zutaten und einem geringen Zubereitungsaufwand auskommen. Wenn mehr Zeit ist, dann lohnt ein Blick in den Teil „Entertaining“. Beide Buchteile bieten vegetarische Rezepte sowie Rezepte mit Fleisch oder Fisch, wobei der vegetarische Anteil überwiegt. Den krönenden Abschluss bietet der Teil „Zu Guter Letzt“, der in „Im Handumdrehen“ recht schnelle Rezepte versammelt und in „Showstopper“ Desserts zeigt, „die etwas mehr Liebe und Aufmerksamkeit brauchen“.

Fürs schnellere Auffinden eines Rezeptes schließt sich dann noch das Register an, in dem Rezepte nach Hauptzutaten auffindbar sind.

Beim Durchblättern fällt der großzügige Einsatz von Kochbananen und vor allem Chili in verschiedenen Formen auf, ohne die Ixta Belfrage nicht leben möchte. Für hungrige Personen, die Schärfe nicht so gern mögen, gibt sie Hinweise und Tipps, wie die Schärfe abgemildert oder ersetzt werden kann. Darüber hinaus gibt es immer noch mehr als genug aufregende Rezepte, die durch gewagte und außergewöhnliche Zutatenkombinationen reizen, wie „Kochbananen-Mais-Puffer mit Sriracha-Mayo“, „Käse-Polenta mit Curryzwiebeln“ oder „Flank Steak auf Tomaten gebettet, dazu Soja-Loomi-Ahornsirup-Butter“.

Keine Angst vor gebackenem Kohlrabi

Da der Tag trüb war, haben wir als Kochbuchauftakt das „Kürbis-Salbei-Nudel-Gratin“ aus dem Kapitel „Entertaining“ gewählt sowie aus dem „Für jeden Tag“ den „Kohlrabi mit Miso-Sauce-Meuniére“. Als Liebhaberin von Ottolenghis „Sellerie-Steaks mit Café de Paris Sauce“ war dieses Rezept sozusagen verpflichtend. Beide Anleitungen sind gut und verständlich geschrieben, auch hier findet sich der lockere Ixta-Style wieder, der die Freude am Kochen rüberbringt, die sie selber hat. Die Zutaten-Auflistung ist übersichtlich, die Anleitung in verschiedene Absätze unterteilt, die die Orientierung innerhalb des Rezepts erleichtern.

Das einzig Aufwändige war das Schneiden des Kürbisses in sehr dünne Scheiben, aber das Ergebnis entschädigt alle Male für diese Mühe und die restlos leergeputzten Teller (und Auflaufformen) sprechen eine deutliche Sprache. Die Lasagne überzeugt durch eine sehr ausgewogene Mischung aus Süße und Herbe und der Kohlrabi schmeckt sehr zart, wodurch die Misosoße mit Kapern und vielen frischen Kräutern extrem gut zur Geltung kommt.

Das Kochbuch ist jedenfalls voller Lesezeichen bei Rezepten, die noch gekocht werden wollen.

Fazit

„Aus Italien, Brasilien und Mexiko, in Liebe“, schreibt Ixta Belfrage und diese Liebe und Begeisterung für die Küchen dieser drei Länder zieht sich von der ersten bis zur letzten Seite. Aufregende Zutatenkombinationen und gut nachkochbare Anleitungen versprechen absoluten Koch- und Essgenuss.

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