Mekong Food

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • ISBN: 978-3-99011-057-7
  • 224 Seiten.

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Britta Höhne
Leben ohne Modell Supermarkt

Buch-Rezension von Britta Höhne Mai 2013

Spätestens seit Ende der 1980er Jahre ist auch hierzulande bekannt, dass es auf Erden kein Gericht gibt, das mehr Geschmacksexplosionen eröffnet, als traditionell gefertigte Nudelsuppe. "Tampopo" (übersetzt "Pusteblume"), heißt der Film, in dem der japanische Regisseur JkzM Itami Köche antreten lässt, die beste Nudelsuppe zu kreieren. Um Nudelsuppe dreht es sich auch in Michael Langoths neu vorgelegtem Bildband "Mekong Food". Nicht um japanische allerdings, sondern um die Suppen, die entlang des 5000 Kilometer langen Mekong-Flusses - mit seinem Einzugsgebiet so groß wie Frankreich und Deutschland zusammen - gefertigt werden.

Gleich vorweg: Michael Langoth ist ein großartiger Bildband gelungen. Einer zwar, der weniger an “klassische„ Rezeptbücher erinnert, sondern viel mehr an die großdimensionierte Reiseliteratur. Und genau das ist es, was “Mekong Food„ zu einem ganz außergewöhnlichen Buch macht.
Der Autor lässt gleich zu Beginn wissen, dass sein Bildband ein Versuch ist, in Bildern und Sätzen festzuhalten, was so vielleicht vom Verschwinden bedroht ist. Der Flusslauf des Mekong ist in seiner Art einzigartig. Er zählt zu den unberührtesten Fluss-Systemen der Welt, dessen Ufer weitestgehend unverbaut sind und frei von großen zerstörenden Industrien. Wenige Brücken nur verbinden die gegenüber liegenden Seiten miteinander – bis jetzt. Denn: Die ersten Staustufen sind hoch oben am chinesischen Oberlauf schon in Betrieb und seit Herbst 2012 wird bei Xayaburi in Laos die erste Staumauer am Unterlauf des Flusses gebaut. An diversen Stellen wird der wild mäandernde Fluss in fest gelegten Bahnen gelenkt, um so eine kommerzielle Schifffahrt zu ermoglichen.
Was all die Veränderungen mit sich bringen, lässt sich an den bereits zerstörten großen Fluss-Systemen der Welt ablesen. Nicht nur, dass ein großes Artensterben einsetzen wird, durch die verschiedenen Staustufen wird auch der fruchtbare Schlamm aus dem tibetischen Hochland zurück gehalten, der zur Düngung des Bodens notwendig ist. Noch, versichert Langoth, funktioniert das Ökosystem des Mekong.

Der Fotograf, Koch, Musiker, Weltreisende erhebt bei all seinen Schilderungen nicht den moralischen Zeigefinger. Ganz im Gegenteil, er taucht tief ein in die Materie, zeigt Menschen und Tiere, traumhafte Landschaften entlang des Mekong, der durch sieben Länder fließt und schließlich im Pazifischen Ozean mündet. Langoth taucht ein in die Geschichte, in tradierte Essweisen sowie der Zubereitung und der Lebensmittelbeschaffung.

Die wichtigsten Kochutensilien und Zutaten stellt Langoth in Bildern dar. Er erklärt Lebensmittel, Gewürze, Aromen, Herstellungsverfahren. Besonderen Ingredienzen, wie der aus fermentiertem Fisch, Salzwasser und Zucker hergestellten Sauce Nuoc Tam, widmet er ganze Kapitel. Pfeffer würdigt er in besonderer Weise, das Hauptnahrungsmittel Reis ebenso. Des Weiteren zeigt der Autor unterschiedliche Nudelsuppen, Salate, Frühlingsrollen und geht auf die Raffinesse der Wok-Küche ein. Wichtig bei allen Speisen ist die Frische der Zutaten. Dabei weist der Autor auch darauf hin, dass es bei einigen Lebensmitteln schwer sein wird, sie in Deutschland zu finden. Auch für diese Fälle gibt er Tipps und nennt Produkte, die ebenfalls verwendet werden können.

Fazit:

Die Kochkunst entlang des Mekong ist eine ganze Besondere. Wie auch die Beschaffung der Lebensmittel, weil die Länder dieser Region zu weiten Teilen noch ohne das Modell “Supermarkt" auskommen. Schwimmende Märkte prägen das Bild. Kleine Stände, Küchen, in denen nur eine Person werkelt. Viel Wissenswertes steckt in dem Buch, viel Arbeit auch. Und irgendwie ein leiser Aufruf, doch wieder zurück zu kehren, umzudrehen, weg von Massentierhaltung, Fast-Food, Überfluss. Wieder hin zu kleiner, feiner – und zu mehr Genuss. Dabei müssen es keine Larven sein, Schweinenasen, oder wie in Vietnam zu Delikatessen verarbeitete Vogelspinnen!

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