Lafer! Lichter! Lecker! - Hausmannskost trifft feine Küche: Die neuen Rezepte

  • ZS
  • Erschienen: Januar 2010
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Chris Langmandel
4

Kochbuch-Couch Rezension von Chris Langmandel Mai 2010

Praktikabilität

Gemischt, die sehr guten Erklärungen helfen aber über alle Schwierigkeiten hinweg. Keine Beanstandungen, alles ist gut verständlich. Die Verfügbarkeit der Zutaten variiert zum Teil doch recht stark, stellen aber bei vernünftiger Planung kein unlösbares Problem dar.

Ausstattung

Sehr, sehr gut – auch, wenn es mehr Bilder hätten sein können.

Show gehört dazu

Keiner kocht so lecker und kalauert dabei so witzig und unterhaltsam wie Deutschlands Dreamteam am Herd: Johann Lafer und Horst Lichter. Die vielen Fans können sich jetzt über ein neues Buch der Starköche freuen mit fast 200 bislang nicht veröffentlichten Rezepten aus der Kult-Kochshow »Lafer!Lichter!Lecker!«. Neben den gelingsicheren Rezepten sorgen viele Cartoons mit den besten Sprüchen aus der Sendung dafür, dass das Nachkochen doppelt Spaß macht. Besser kann man rustikale Hausmannskost und feine Sterneküche nicht zwischen zwei Buchdeckel bringen!

Wer braucht schon das A-Team, wenn es Horst und Johann gibt?

Kaum etwas ist im Moment so angesagt wie die Spezies Fernsehkoch – nur eines vielleicht: Bücher über Fernsehköche. Im Falle von Lafer! Lichter! Lecker! handelt es sich sogar schon um das dritte Begleitbuch zur Sendung der vielleicht bekanntesten zwei deutschen Fernsehköche der Gegenwart. Diesmal lautet das Motto der Rezeptsammlung: "Hausmannskost trifft feine Küche". Die Verteilung der Zuständigkeiten scheint da recht einfach: Butternarr Horst Lichter kümmert sich größtenteils um die Hausmannskost, während der österreichische Bonvivant Lafer sich im Speziellen der feinen Küche zuwenden wird. Ausflüge des einen in die Gefilde des anderen kommen aber durchaus vor.

Witz und Schmalz

Während die beiden Fernsehköche ja in der allgemeinen Wahrnehmung live durchaus als charismatisch und manchmal sogar witzig durchgehen, regen die gezwungen lustigen Passagen des Buches oft leider nur zum Stirnrunzeln an: Lafer: "Horst, der Verleger hat gesagt, wir sollen uns mal über die Kapitel-Einleitungen unterhalten."
Lichter: "Was für ein Verleger? Der den Fußboden in unser neues Studio legen soll?"

Naja, Schwamm drüber, ist ja schließlich nicht Atze Schröders neues Buch, hier soll es ja vor allem um die Rezepte gehen. Bevor ich allerdings dazu übergehe, muss ich noch kurz auf die beiden Vorworte eingehen. Diese strotzen derart vor "Friede-Freude-Eierkuchen", dass ich manche Passagen mit Widerwillen gelesen habe. Hier wird von dem "schönsten Job der Welt" geschwärmt, die "unglaublich schöne und oftmals herrlich lustige Fernsehsendung" gelobt und der Koch, "der an der Salatschleuder genauso virtuos kurbelt wie am Steuerknüppel seines Helikopters" bejubelt, dass es nur so eine Art hat. Und wehe, es wird dem ZDF-Intendanten bei derart viel heiler Welt nicht warm ums Herz – dann muss er das nächste Mal persönlich in der Sendung auftauchen, möchte man befürchten.

Mütze auf, Kochlöffel mit beiden Händen gepackt und los geht’s.

Der wirklich wichtige Teil des Buches (die Rezeptsammlung) ist unterteilt in die folgenden Kategorien:

  • Vorspeisen
  • Salate & Suppen
  • Fisch & Meeresfrüchte
  • Fleisch
  • Geflügel & Wild
  • Desserts

Im stetigen Wechsel stammen die vorgestellten Rezepte entweder aus der Feder Johann Lafers oder der Horst Lichters. Schade nur, dass nicht jedes Rezept mit einem Bild ergänzt wurde. Die Fotos sind nämlich nicht nur recht stimmungsvoll und hochwertig, sondern illustrieren ca. jedes zweite bis dritte Gericht sehr gut. Wie der Titel bereits vermuten ließ, kommen die Gerichte aus völlig verschiedenen Abteilungen der Küche, und so findet man in direkter Nähe der "Gefüllten Perlhuhnbrust auf Granatapfelsalat mit Himbeer-Vinaigrette" die "Gebackene Mini-Blut- und Leberwurst". Insgesamt gibt es viele Klassiker, die teils in ganz neuem Gewand daherkommen, wie die "Rote-Beete-Suppe mit Wasabi-Schaum und knusprigen Garnelen" aber auch einige ganz neue Kreationen wie die "Orangenschaumsuppe". Die Gerichte-Auswahl ist gelungen, und in jedem Kapitel lässt sich einiges entdecken, das den Ruf der beiden Köche als Kenner ihres Faches – wenn auch mit graduellen Unterschieden beim Können und mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Standards – untermauert. Die Kochanleitungen sind sehr kleinschrittig und anschaulich formuliert.

Show gehört dazu

Ob dieses Buch nun ohne den Fernsehserien-Background besser oder schlechter gewesen wäre, lässt sich nicht sagen. Lichter und Lafer sind als Fernsehköche präsent, und die Fans der Sendung werden sicherlich auch mit dem dritten Begleitband sehr zufrieden sein. Schade wäre es, wenn andere potentielle Leser aufgrund des Hypes einen Bogen um das Buch machen würden, denn die Gerichte der beiden ungleichen Kollegen sind ohne Zweifel aller Ehren wert und rechtfertigen den Kauf des Buches allemal. Ich kann den Kauf des Buches durchaus empfehlen; nur wer sich vom Phänomen 'Fernsehkoch' eher abgestoßen fühlt, könnte die Qualität der Rezepte hinter der fernsehbezogenen Aufmachung leicht übersehen.

Lafer! Lichter! Lecker! - Hausmannskost trifft feine Küche: Die neuen Rezepte

Johann Lafer, Horst Lichter, ZS

Lafer! Lichter! Lecker! - Hausmannskost trifft feine Küche: Die neuen Rezepte

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