Kastenbrote
- Ulmer (Eugen)
- Erschienen: April 2023
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Tatsächlich „unkompliziert“ und „ohne viel Aufwand“?
Deutschland ist bekannt für seine Vielfalt an Brotsorten. Egal ob es ein Vollkorn- Misch- Getreide- oder Weißbrot sein soll, von jedem gibt es mehr als nur eine Variante. Damit man diesen Genuss auch zu Hause selbst herstellen kann, animiert Valesa Schell uns mit „Kastenbrote – unkompliziert backen einfach im Kasten“ es doch ruhig einmal zu probieren.
Schönes Layout und ganzseitige Fotos
Das Layout ist klar und in schwarz, braun und blau gehalten. Die Fotos der Brote sind ganzseitig und helfen bei der Auswahl der immerhin über 60 Rezepte. Die Zubereitung ist in einzelnen Abschnitten erklärt und das Rezept selbst wird in einer kleinen Einleitung vorgestellt. Doch schon die teilweise sehr umfangreiche Zutatenliste und die bei jedem Brot benötigten unterschiedlichen Ruhezeiten zeigen, das Brotbacken wohl doch nicht so einfach ist.
Mehl, Hefe, Sauerteig und Lievito Madre
Dass Mehl nicht gleich Mehl ist, dürfte bekannt sein. Doch Valesa Schell braucht Mehlsorten en masse. Selbst wenn Alternativen angegeben sind, dürfte teilweise nicht alles leicht zu erhalten sein. Man muss unterschiedliche Getreidemehle in unterschiedlichen Mehltypen haben, dazu kommen noch spezielle Mehle, wie z.B. Ruchmehl und Champagnerroggenmehl. Das sorgt schon einmal für Ernüchterung, selbst wenn im Anhang u.a. Bezugsquellen genannt werden. Noch größer wird der Dämpfer, wenn man schon am Anfang jede Menge Fachbegriffe vorgesetzt bekommt und das Basiswissen gleich einmal 12 Seiten umfasst.
Schön ist jedoch, dass es viele Brot-Rezepte mit Hefe gibt, denn Sauerteig und die italienische Variante Lievito Madre brauchen schon ein wenig Geschick, damit der Ansatz gelingt. Überhaupt sollte man ein hochmotivierter Neuling in Sachen Brotbacken sein oder eben doch schon einige Erfahrung besitzen, damit man hier ein brauchbares Ergebnis erzielt - einfach und unkompliziert erscheint mir hier gar nichts! Wenn man sich aber damit abfindet, kann man Rezepte mit Hefe, Sauerteig, Lievito Madre, Vollkorn und Urkorn, Herzhaftes und Süßes aus dem Kasten nachbacken. Doch sollte man auf jeden Fall viel Zeit einplanen, denn alle Brote müssen in unterschiedlichen Phasen stundenlang reifen und gehen.
Wenig Lust zum Ausprobieren
Ich bin gerne bereit Neues auszuprobieren. Doch wenn ich mit so viel Grundwissen und unterschiedlichen Mehlen konfrontiert werde, ist meine Motivation nicht mehr allzu hoch. Viele der Brotvarianten bekommt man zudem bei einem guten Bäcker ohne viel Eigeninitiative. Ich denke hier an Kartoffel-Karottenbrot, unterschiedliche Getreidebrote oder auch Brioche. Da benötige ich keinen Holzrahmen, unterschiedliche Mehle oder sonstige Zutaten, die nach dem Ausprobieren vielleicht nur noch selten gebraucht werden. Aber natürlich geht es ja ums Selbermachen.
Wir haben uns also an den „Rosinenstuten“ gewagt, der nach 10 Stunden bereit zum Backen war und genauso gut geschmeckt hat, wie der von uns sonst zubereitete, der allerdings viel schneller in den Ofen kommt. Dann haben wir noch die „Lauch-Speck-Rolle“ ausprobiert, die ebenfalls mit Hefe zubereitet wird und „nur“ 6,5 Stunden quellen, bzw. reifen muss. Auch sie war köstlich. Die Brote mit Sauerteig und Lievito Madre haben wir nicht ausprobiert, da mir der Aufwand einfach zu hoch war. Doch gibt es hier diverse Varianten von Broten mit Malz, verschiedenen Saaten, Buttermilch, Äpfeln und noch viele mehr – von süß bis kräftig herzhaft ist hier alles möglich.
Fazit
Mit „Kastenbrote - unkompliziert backen einfach im Kasten“ verspricht Valesa Schell etwas, was sie nur bedingt halten kann. Unkompliziert ist hier fast nichts und einfach auch nur manchmal. Wer sich aber davon nicht abschrecken lässt, kann über 60 unterschiedliche Brote backen, die von süß bis herzhaft alles an Geschmack bereithalten.

Valesa Schell, Ulmer (Eugen)

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