KANAAN – Kochen ohne Grenzen
- Südwest
- Erschienen: November 2025
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Freundschaft geht durch den Magen.
Jalil Dabit und Oz Ben David haben schon mit ihrem ersten Buch „Kanaan“ begeistert. Die beiden Köche, palästinensisch- und israelisch-stämmig, haben uns gezeigt, dass die orientalische Küche auf viele Arten interpretiert werden kann. Jetzt haben sie sich für neue Rezepte und Ideen Unterstützung von ihren Freunden aus unterschiedlichen Religionen und Herkunftsländern gesucht. Herausgekommen ist wieder eine bunte Mischung von Allem mit einem Hauch von Nahost.
Das „Kanaan“ und seine Gäste
Oz und Jalils Restaurant im Prenzlauer Berg ist nicht nur ein Ort um zu essen, sondern um interkulturell Leute kennenzulernen. Dabei legen die beiden Besitzer Wert auf Toleranz und „Verständigung über alle Grenzen“ hinweg, wie auch der Name des Kochbuches deutlich macht. So ist z.B. ihr Küchenchef Oshri auch „nächtliche Dragqueen“; die Frauen vom „House of One“ sind eine Christin, eine Muslima und eine Jüdin; „Omas gegen Rechts“ kochen im Buch ebenso mit, wie auch Kai Wegner, der regierende Bürgermeister Berlins und neben Familienmitgliedern von Jalil und Oz auch etliche andere Köche oder Lieferanten – eben eine wunderbare bunte Mischung! Und genauso sind die Rezepte ausgefallen.
Von „Käsespätzle mit Middle Eastern Twist bis „Noahs Eintopf“
Egal ob vegetarisch, Fleisch- oder Fischgerichte, deftig oder süß – alles hat natürlich einen levantinischen Touch. So kann man Spätzle oder ein Fondue auch mal etwas exotischer zubereiten - oder das Hummus mit Waldpilzen und die Falafel aus Linsen machen. Die Rezepte sind sehr abwechslungsreich und dürften für jeden Geschmack etwas parat haben. Es darf gekocht, gebacken, frittiert, gefüllt und vor allem genossen werden.
Es gibt Muscheln und Fisch, Lamm und Hühnchen, viel Vegetarisches und auch Manches Süße. Also ran an den Herd und loslegen! Dafür sind die Rezepte auch wunderbar aufbereitet: ein durchdachtes Layout sorgt für Übersicht; die Zutatenliste kann lang sein, enthält aber nie Exotisches, da alle Gerichte bodenständig sind; die Zubereitung ist in einzelne Schritte unterteilt und ein ganz hervorragendes Foto macht Appetit. Fotografin Elissavet Patrikiou hat auch bei der Vorstellung der „Gastköche“ für bildliche Untermalung gesorgt und weiß auch Berlin als Ort des Geschehens gut in Szene zu setzen.
Alles sieht so lecker aus!
Wieder einmal fiel uns die Auswahl schwer. Da war es hilfreich, dass ein Feiertag mit Gästen anstand. So haben wir uns für „Hähnchen mit Kichererbsen und Süßkartoffeln aus dem Backofen“, „Marokkanischer Blumenkohlsalat“, „Hummus Kanaan“ und „Grüne Favabohnensuppe“ entschieden. Es hat zwar alles geklappt und vor allem hervorragend gemundet, doch wäre die Angabe der Zubereitungszeit gut gewesen! Wir sind doch ganz schön ins Schwitzen gekommen. Also lieber vorher alles gut durchlesen.
Fazit
Gemeinsames Essen reißt Grenzen ein oder lässt sie erst gar nicht entstehen! Das zeigen Oz Ben Davis und Jalil Dabit einmal mehr mit ihrem zweiten Kochbuch. Wer gerne orientalisch isst, kann hier sowohl Altbewährtes als auch Neuinterpretationen finden, die bestimmt munden und ganz nebenbei auch verbinden.

Oz Ben David, Jalil Dabit, Elissavet Patrikiou, Südwest

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