Jamie kocht Italien

Erschienen: August 2018

Couch-Wertung

Praktikabilität
Ausstattung

Praktikabilität

Auch wenn manche Zubereitungstexte lang erscheinen, so sind sie doch so formuliert, dass sie narrensicher sind. Selbst Anfänger werden sich sofort zurechtfinden können. Die Rezepte ermöglichen, mit wenigen oder simplen Zutaten ein großes Geschmackserlebnis zu erzeugen, mit dem man beeindrucken kann. Einen italienischen Lebensmittelladen in der Nähe zu haben, hilft ungemein, aber mit Einfallsreichtum und Entschlossenheit kann man die Zutaten austauschen, wenn sie wirklich nicht zu bekommen sind. Auf saisonale Verfügbarkeiten muss man allerdings selber achten, da die Rezepte nach Kategorien und nicht nach Jahreszeiten sortiert sind.

Ausstattung

Nicht zu aufdringlich, nicht zu hochglänzend, eher robust und bodenständig, dafür aber mit persönlichen Einblicken vermittelt das Kochbuch den Eindruck einer ursprünglich-echten Herzensangelegenheit.

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Nicole Goersch
Vielfältige Kombinationen, einfache Zubereitung, fabelhafter Geschmack.

Buch-Rezension von Nicole Goersch Nov 2018

Gab es nicht schon mal ein italienisches Kochbuch von Englands Kochwunderwaffe Jamie Oliver? Ja, gewiss: „Genial italienisch“ aus dem Jahre 2006. Ist dieses hier nur ein Abklatsch oder lohnt sich die Anschaffung? Das wollen wir herausfinden und stürzen uns auf das 400 Seiten starke Buch, das Gennaro Contaldo und Antonio Carluccio gewidmet ist, die Jamie Oliver an die italienische cucina herangeführt haben.

Die fröhliche Zusammenstellung der zahlreichen Fotos direkt zu Beginn wirkt wie der Einblick in ein privates Fotoalbum. Auf eine hochglanzpolierte Ausstattung und Darstellung wird erfrischend verzichtet, was für die Fotos aber keinen Abbruch bedeutet.

Die Gerichte werden großformatig auf der rechten Seite präsentiert, während sich das Rezept übersichtlich auf der linken Seite befindet. Zunächst wird in einem kleinen Absatz Informatives über die verwendeten Lebensmittel oder die Speise als solches geboten, dann in zwei Spalten die Zutaten sowie die Zubereitung aufgelistet. Teilweise ist Vorsicht geboten, denn die Mengenangaben sind nicht nur für zwei Personen, sondern auch für vier oder mehr. Die Kalorientabelle am Ende hätte nicht sein müssen.

Jamie Oliver ist nach Italien gereist und hat in den verschiedenen Regionen Nonnas besucht, die ihm nicht nur Rezepte, sondern auch Tricks und Kniffe verraten haben. Mit Fotos und einem kleinen Text werden die Köchinnen vorgestellt. Eines haben alle gemeinsam: die Ruhe zum genussvollen Kochen. Das bedeutet nicht unbedingt, dass viel Zeit oder Geld investiert werden muss. Lasst es uns testen!

Der Klassiker schlechthin: Pizza. Der „Neapolitanische Pizzaboden“ muss mehrfach gehen, sogar über Nacht. Da sollte man großzügig im Voraus planen. Dafür wird er aber auch grandios locker und lecker und wurde von uns nicht nur mit Oliven, Brokkoli und Wurstbrät belegt (es gibt fünf unterschiedliche Rezepte, aber natürlich kann man nach eigenem Gusto hantieren), sondern auch gefüllt als „Pizza Fritta“, die mit der „ultimativen Tomatensauce“ sehr schmackhaft, aber auch sättigend waren.

Wenn es mal nach der Arbeit am Abend schnell gehen soll, sind die Pasta-Rezepte sehr zu empfehlen (statt der selbstgemachten Pasta kann man ja mit gekaufter schummeln). Wir haben die „Bucatini Amatriciana“ gekostet und waren begeistert. Mit nur sechs Zutaten zaubert man ein grandioses Essen.

Selbst der „Steinbutt al Forno“ ging flott von der Hand, auch wenn er bei uns ein Kabeljau war. Das Ergebnis litt nicht darunter. Die Rezepte lassen Spielraum für Eigeninterpretationen, auch weil man vielleicht die ein oder andere Zutat nicht so einfach kaufen kann.

Schwieriger war es bei den Desserts. Hier wird viel mit Alkohol hantiert, was unglücklich ist, wenn Kinder mitessen. Wir wurden trotzdem fündig: Birnen-Haselnuss-Tarte, die bei uns eine Birnen-Mandel-Tarte wurde (aufgrund einer Nussallergie). Obwohl die Zubereitungsbeschreibung seitenfüllend ist, war der Aufwand übersichtlich.

Zu guter Letzt brauchten wir eine Beilage für unsere selbstgemachten Würste und da fielen uns die „Möhren-Caponata“ ins Auge. Leider konnten wir keine bunten Möhren finden, aber die normalen haben es auch getan und fanden bei allen Mitessern großen Anklang.

Das letzte Kapitel des Buches bilden „Basics“, die in keiner – nicht nur der italienischen – Küche fehlen dürfen. Hilfreich dabei waren die Abschnitte, wie man eine Artischocke vorbereitet oder wie ein Hähnchen zerlegt wird. Absolut begeistert waren wir von dem „Aromatisierten Salz“, das auch gut verschenkt werden kann.

Einige Rezepte findet man sicherlich in anderen Kochbüchern, auch in dem Vorgänger „Genial italienisch“, aber die vielfältige Kombination, die einfache Zubereitung und der fabelhafte Geschmack lohnen die Anschaffung dieses Kochbuchs in jedem Fall.

Fazit:

Wahrscheinlich wird jeder mindestens ein italienisches Kochbuch im Schrank stehen haben. Muss man dieses dann unbedingt kaufen? Natürlich muss das jeder für sich selbst entscheiden, aber wer einfache Rezepte mit Pfiff liebt, die schnell gemacht und dennoch für Ahs und Ohs bei den Gästen sorgen, der liegt hier goldrichtig.

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