Isola Sarda

Erschienen: September 2020

Couch-Wertung

Praktikabilität
Ausstattung

Praktikabilität

Kocherfahrung sollte man schon besitzen, weil in unserer Küche manche Zutaten nicht unbedingt alltäglich sind und deshalb besonderes Augenmerk erfordern.

Ausstattung

Schade ist, dass es zu manchen Rezepten keine Fotos gibt, weshalb wir sogar fast den grandiosen Polenta-Auflauf überblättert hätten. Ansonsten wirkt die Aufmachung rustikal und einfach, was gut in das Konzept des Kochbuchs passt. Die Schrift hätte etwas größer zur besseren Lesbarkeit sein können.

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Nicole Goersch
Bodenständige und schmackhafte Gerichte

Buch-Rezension von Nicole Goersch Jan 2021

Schon das Cover versprüht südländische Wärme und Charme mit seinen hellen, fröhlichen Farben und Motiven. Während es unzählige Kochbücher mit italienischen Rezepten gibt, so ist die Insel im Mittelmeer bisher recht unentdeckt geblieben. Die Autorin ist keine gebürtige Sardin, aber eine aufgeschlossene, leidenschaftliche Köchin, die die „raue Seele des Kochens“ sucht, wie sie in ihrem Vorwort schreibt. Die sardische Küche sei „einfacher, rustikaler und wilder“ als die italienische, was sehr vielversprechend klingt.

Die Einleitung erzählt von den Sarden und ihren Gewohnheiten, was sehr persönlich ist, da Geschichten der Familie einfließen. Natürlich geht es in erster Linie ums Essen, aber auch um den Umgang mit Lebensmitteln, die Eigenarten der Einwohner und den Einfluss auf die Gewohnheiten einer Fremden.

Der Satz „Essen ist nie nur Essen. Es ist eine Erinnerung, ein Moment, der in einem Bissen wieder zum Leben erwacht. Es ist Freundschaft, es ist Liebe, es ist ein Fest.“ (S. 6) ist besonders schön und passend, weshalb wir uns nun dem Inhalt zuwenden wollen. Das Verzeichnis unterteilt die Rezepte in acht Kapiteln: Aperitivo, Merenda, Verdure, Grano, Terra, Mare, Dolce Bevande und La Cucina Sarda.

Zu jedem Kapitel gibt es eine kleine Einleitung mit Informationen, Anmerkungen und Beschreibungen.

Wir starteten ebenfalls im ersten Kapitel mit den „Gegrillten Auberginen, Sapa, Ricotta Salata und Minze“. Weil wir unter den Gästen jemanden mit Laktoseintoleranz hatten, ließen wir den Ricotta weg, aber auch so schmeckte das Gericht hervorragend. Besonders gelungen war die Mischung von Aubergine, Dattelessig und Minze, die dem Ganzen den richtigen Pfiff verlieh.

Dazu gab es die „frittierten Paprika mit Sardellen und Kapern“, die genauso lecker waren wie die „langsam gegarten Zucchini mit Minze, Chili und Mandeln“. Alle drei Speisen fügten sich perfekt zu einem harmonischen Ganzen, auch wenn sie in unterschiedlichen Kapiteln erwähnt waren.

Zu dem „Brathähnchen auf italienische Art“ reichte ein einfaches Baguette und ein grüner Salat völlig aus, um ein schmackhaftes Mittagessen zu haben.

Bei den Tomatensaucen kann man aus drei Varianten auswählen. Wir entschieden uns für Marcellas Art und wurden nicht enttäuscht. Auch die „Linguine mit Zitrone, Basilikum, Pecorino und Mascarpone“ waren zwar einfach, aber köstlich und ließen sich gut abends schnell zubereiten.

Unser Highlight war der „Polenta-Auflauf mit Würsten und Tomatensauce“, der für uns eine Neuheit darstellte und auch am nächsten Tag aufgewärmt noch wunderbar schmeckte.

Die „Linsen-Kastanien-Suppe mit Ricotta und Salbei“ bestach durch ihre ungewöhnliche Kombination, aber es kann auch einfacher, dennoch genauso lecker, gehen: die „gebackene Brasse mit Kartoffeln“ (bei uns zwei Forellen und eine Dorade).

Natürlich durften die „Dolci“ nicht fehlen. Wir entschieden uns für den „Blutorangen-Ricotta-Kuchen“, der leider schon am nächsten Tag etwas schwer und mächtig schmeckte, die „Campari-Blutorangen-Granita“, die im Sommer bestimmt noch besser ist als ohnehin schon, sowie die „Mandel-Pannacotta mit aromatisierten Kirschen“ bzw. Himbeeren, die sich gut vorbereiten ließ.

Es gibt viel zu entdecken und auszuprobieren in diesem Kochbuch, aber man sollte etwas Erfahrung haben, um eventuelle Alternativen ausloten zu können.

Fazit

In diesem Kochbuch sind Rezepte und Geschichten aus Sardinien gesammelt, so dass sich schön darin schmökern lässt. Für Liebhaber der südländischen und speziell der italienischen Küche wird hier eine wunderbare Ergänzung geboten, die mit bodenständigen und schmackhaften Gerichten aufwartet.

Isola Sarda

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Letzte Kommentare:
16.11.2020 16:07:39
Hans-Peter Bröckerhoff

Ich bin Journalist und beschäftige mich seit vielen Jahren mit der sardischen Küche. Seit fünf Jahren bin ich auch Herausgeber des Webportals "Sardinien auf den Tisch", das sich nur dem Thema kulinarisches Sardinien verschrieben hat. Selbstverständlich habe ich auch eine Rezension über das neue Kochbuch ISOLA SARDA geschrieben und auf dem Portal veröffentlicht. Die ist teilweise sehr kritisch ausgefallen, weil leider die meisten Rezepte im Buch (deutlich mehr als die Hälfte) nicht sardisch sind. Das Buch enthält Rezepte aus anderen italienischen Regionen wie zum Beispiel das Vitello tonnato oder das Tiramisu, Eigenkreationen der Autorin und andere nicht aus Sardinien stammende Rezepte. Die wirklich sardischen Rezepte machen nur gut ein Drittel der vorgestellten Rezepte aus und sind zudem nicht repräsentativ für die Inselküche, sondern scheinen eher zufällig im Buch gelandet zu sein. Viele von denen sind auch noch deutlich abgewandelt.

Es ist schade, dass ich das Buch so deutlich kritisieren musste. Denn es ist ansonsten sehr schön gemacht, enthält ja auch einige wirklich sardische Rezepte und gibt in der Einführung sowie in den Geschichten durchaus Einblicke in die kulinarische Welt der Insel. Eigentlich würde das Buch eine volle Empfehlung verdienen. Aber die konnte ich nicht geben, weil ein potentieller Leser, der echte sardische Küche erwartet (siehe Untertitel des Buches) verwirrt, enttäuscht und falsch informiert würde. Der Widerspruch zwischen der durch den Titel und die Werbung des Verlags erzeugten Erwartung, dass es sich um eine Kochbuch mit sardischen Rezepten handelt, und den wirklich vorgestellten Rezepten ist einfach zu groß.

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