In 80 Kaffees um die Welt

  • Die Gestalten
  • Erschienen: August 2022
In 80 Kaffees um die Welt
In 80 Kaffees um die Welt
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Carola Krauße-Reim
4

Kochbuch-Couch Rezension vonSep 2022

Praktikabilität

Manche Kaffees benötigen Zubehör, das in Deutschland nicht leicht zu bekommen sein dürfte

Ausstattung

Grundlagen und die abwechslungsreichen Rezepte sind gut erklärt, Glossar und Literaturhinweise geben noch mehr Auskunft. Die Fotos sind der absoluten Highlights im Buches.

Eine Bohne erobert die Welt

Kaffee ist das beliebteste Heißgetränk überhaupt. Von der arabischen Insel aus eroberte die rote Kaffeekirsche die Welt. Heute sind Varianten des schwarzen Gebräus auf allen Erdteilen zu finden. Autorin Lani Kingston hat mit vielseitiger fotografischer Unterstützung 80 Kaffees zusammengesucht, die symbolisch sind für die Vielfalt dieses Getränkes und die typisch sind für ein Land oder eine Region.

Theoretisches zu Beginn

Bevor es an den Genuss der 80 Köstlichkeiten geht, muss ein wenig Theorie bewältigt werden. Kingston geht auf die Geschichte des Kaffees ein, wobei der globale Einfluss des Getränks in einem eigenen Kapitel beleuchtet wird. Noch heute bedingen „neokoloniale Strukturen“, dass Kaffeebauern oft ausgebeutet werden und nur wenig vom Profit bei ihnen landet. Im Kapitel „Grundlagen“ lernen wir „Alles, was man über Kaffee wissen muss“ kennen. Das ist natürlich einiges über die Pflanze selbst, wie ihr Anbau, ihre Verarbeitung und die Röstung. Aber auch verschiedene Utensilien zur Herstellung des Getränks, die unterschiedlichen Mahlgrade, die Stärke und sogar die Namen für „Kaffee“ in den unterschiedlichen Sprachen lernen wir kennen. Wer dann noch Fragen hat, wird im Glossar fündig oder findet in den Quellenangaben weiterführende Literatur.

Einmal rund um die Welt

Kaffee kann man wirklich weltweit genießen. Ob in Finnland, Singapur, Italien, Indonesien oder Japan – überall gibt es Kaffeespezialitäten, sogar Grönland kann mit einem aufwarten. Kaffee kann pur, mit Alkohol, Milch und sogar Käse oder Butter getrunken werden. Seine Zubereitung kann z.B. in einem Filter, einem kleinen Henkeltopf, einer großen vollautomatischen Maschine oder einem Phin stattfinden. Kingston zeigt uns alle diese Zubereitungsarten, wobei sie die Kapitel in Länder oder Regionen ordnet. Natürlich sind so typische Kaffeeländer, wie Italien; Österreich, Deutschland, Schweiz; der Jemen und Spanien dabei, aber auch Polynesien, Indien, Türkei, Japan, Vietnam, die Karibik und viele mehr zu finden. Eingangs eines jeden Kapitels wird der ganz typische Kaffeegeschmack des Landes oder der Region vorgestellt, danach folgen einzelne Rezepte.

Darf es ein Buna sein oder vielleicht ein Nel Drip?

Manche der Kaffeeköstlichkeiten dürften bekannt sein, wie Espresso, Pharisäer oder auch der türkische Kaffee. Aber „Geeister Avocado-Kaffee“, „Zimtkaffee“ oder „Kaffee mit Käse“ wohl weniger. Die Autorin erklärt zu jedem Rezept die Ursprünge, nennt die Zutaten und das benötigte Zubehör und beschreibt in einem Fließtext die Zubereitung. Manche Kaffees brauchen ganz spezielle Filter, Maschinen oder ganze Apparaturen um gekocht zu werden. Diese fallen dann für die heimische Küche fast schon aus, denn wer besitzt schon eine asiatischen Phin oder einen Kaffeesiphon, der sehr nach Labor aussieht? Manchmal kann man sich vielleicht mit Alternativen behelfen, wie bei der eigentlich benötigten arabischen Kaffeekanne oder dem Steingutgefäß für den Cremat aus Spanien, oft genügt einfach ein Topf oder ein Filter. Es ist schon erstaunlich, was man alles aus dem gleichen Ausgangsprodukt herstellen kann, selbst ein Kaffeelikör ist dabei. Wir haben den „Pharisäer“ aus Deutschland, den „Espresso“ aus der Maschine und den „italienischen Kaffee“ aus der Espressokanne, den „Carajillo“ inklusive Brandy und den „Café leche y leche“ beide aus Spanien und den „Kokoskaffee“ aus Vietnam, stilgerecht aus einem Plastikbeutel, genossen. Auch wenn sich manche Rezepte ähneln, ist die Vielfalt doch bemerkenswert und bietet bestimmt für jeden etwas Neues und Köstliches zum Ausprobieren.

Die Fotos sind sensationell

Die Fotografinnen und Fotografen werden im Bildnachweis erwähnt. Sie haben es geschafft, den Kaffee, der immer tiefschwarz bis hellbraun ist, so abwechslungsreich und unverwechselbar zu präsentieren, dass man sagen muss, ohne diese Fotos wäre das Buch sehr viel weniger interessant. Die Fotos zeigen den Charakter einer jeden Spezialität, sei es z.B. der im Stofffilter hergestellte Cafézinho oder der ungesüßte arabische Kaffee aus der goldenen Tüllenkanne. Daneben gibt es noch sehr stimmungsreiche Aufnahmen von Kaffeehäusern, gedeckten Tischen, Landschaften, Menschen, Städten und vielem mehr, die es verstehen, geballte Atmosphäre zu vermitteln. Leider fehlen den Bildern die Unterschriften, sodass man nie weiß um welchen Ort es sich handelt. Dennoch hat man fast den Eindruck, das Buch lebt von diesen Fotos und die Rezepte sind nur zwangsläufige, aber schmackhafte Zugaben.

Fazit

Dieses Buch gehört in die Bibliothek jedes Kaffeeliebhabers! Grundwissen, 80 abwechslungsreiche Rezepte von Kaffeespezialitäten aus aller Welt und vor allem wunderbare und stimmungsvolle Fotos zeigen alle Facetten dieses beliebtesten Getränks der Welt. Genießen sie das schwarze Gebräu mit oder ohne Alkohol oder Milch und finden Sie vielleicht ihren neuen Lieblingskaffee.

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