Gin Inside

  • Callwey
  • Erschienen: Oktober 2022
Gin Inside
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Carola Krauße-Reim
4

Kochbuch-Couch Rezension vonNov 2022

Praktikabilität

Ein enorm großes und schweres Buch, das durch die „Journey“ zu den Destillen und den vorgestellten Cocktails punktet, aber auch einige Kapitel hat, die weit weniger Informationsgehalt haben.

Ausstattung

Die teilweise nur in Englischer Sprache abgefassten Textteile dürften bei Unkenntnis dieser Sprache die Freude am Buch schmälern und die ansonsten konsequente Zweisprachigkeit hat zumindest das Gewicht erhöht. Die Fotos erscheinen wie durchgestylte Werbeaufnahmen und lassen leider bei den Destillen die Authentizität vermissen.

Nicht ganz überzeugendes Schwergewicht

Während lange Zeit Gin den meisten nur als Alkohol im Gin-Tonic bekannt war, hat er vor einigen Jahren sein Nischendasein verlassen und avanciert mittlerweile zum neuen Liebling der Alkohol-Genießer. Dabei ist Gin nicht gleich Gin, denn auch hier gibt es unterschiedliche Sorten, die durch ihre „Botanicals“ eine ungeahnte geschmackliche Vielfalt erhalten können.

Zwei Freunde und der Gin

Die beiden Autoren, Victor und Tom, haben ihre Begeisterung füreinander und für den Gin bereits während des Studiums gefunden. Heute führen sie einen eigenen Verlag und eine Gin-Boutique, in der man die vorgestellten Köstlichkeiten auch gleich erwerben kann. Scheinbar erschien bereits 2018 ein „Gin Inside“, jedoch ist die vorliegende Ausgabe als 1.Auflage gekennzeichnet, ohne, dass man vom Autorenduo eine Erklärung zum eventuell anderen Inhalt bekommt.

Gin, Gin, Gin und noch mal Gin

Den Hauptanteil des Buches stellt das Kapitel „Journey“ dar. Es ist eine Reise um den Globus, zu den eher unbekannteren kleinen Gin-Destillen. Dabei wiederum liegt der Focus auf Europa. Außerdem erfahren wir natürlich einiges über die Grundlagen zum Thema Gin; den „Filler“, also den Tonics, die den Gin oftmals ergänzen; lernen drei Berliner Bars, fünf „Gin Insider“ und einige „Cocktails & Their Creators“ kennen, bevor wir auch noch Gerichte kochen können, denen Gin den echten Pepp verleiht.

Das Buch ist mit 3,6 Kilo ein echtes Schwergewicht und zusätzlich mit seinem großen Format wirklich nicht als Bettlektüre geeignet. Es ist natürlich verständlich, dass die beiden Autoren die ganze Informationspalette abdecken wollten, doch hätte man sich vielleicht das ein oder andere Kapitel sparen können. Aber die größtenteils unbekannteren Cocktails, wie z.B. „The Milky Way“ oder „Yuzu Blizzars“ sind es wert ausprobiert zu werden. Und die „Journey“ ist wirklich das unangefochtene Herz der dicken Gin-Bibel.

Kleine unbekannte Destillen

Während die großen Marken, wie „Bombay Sapphire“ oder „Tanqueray“ vielen bekannt sein dürften, fristen die kleinen Destillen (noch) ein Schattendasein und müssen (ebenfalls noch) mit einem lokalen Bekanntheitsgrad auskommen. Doch das könnte sich jetzt ändern, denn Victor und Tom stellen uns kleine Brennereien vor, von denen manche vielleicht sogar gleich ums Eck zu finden sind. Wir waren jedenfalls hoch erfreut, die kleine Brennerei aus unserer ebenfalls kleinen schwäbischen Gemeinde zu finden und haben uns sehr gewundert, dass es im Umkreis noch mehrere Gin-Hersteller gibt, die natürlich alle ausprobiert werden müssen.

Damit man die Brennereien auch findet, ist jedem Land eine Karte beigefügt, auf der sie verortet sind und im Inhaltsverzeichnis die jeweilige Seitenzahl. Zu jeder Brennerei gibt es eine kurze Einführungsgeschichte, während „Category“, „Origin“, „Established“, „Size“ und „Tasting Notes“ in einem knappen Steckbrief zu finden sind. Ergänzt wird das Ganze, wie übrigens jeder Textteil des Buches, mit professionellen und durchgestylten Bildern, die so gar nichts mehr von Spontanität und auch Authentizität haben. Und vielleicht hat man es schon durch die Überschriften erahnen können – wer Englisch versteht ist bei diesem Buch eindeutig im Vorteil. Der komplette Textteil ist zweisprachig in Deutsch und Englisch abgefasst (trägt auch zum enormen Gewicht bei), die Überschriften und Zitate sind allerdings konsequent nur in englischer Sprache zu finden. Letzteres könnte Lesern ohne Englisch-Kenntnisse den Genuss des Buches zumindest erschweren.

Fazit

Ein Schwergewicht, das durch die „Journey“ zu den Destillen und die vorgestellten Cocktails überzeugt. Besonders durch die Vorstellung kleiner Brennereien, die es noch zu entdecken gilt, punktet das Buch. Gewisse Englischkenntnisse sind dabei jedoch durchaus von Vorteil.

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