Dreimal täglich

Dreimal täglich
Dreimal täglich

    Erschienen: Februar 2018

    Couch-Wertung

    Praktikabilität
    Ausstattung

    Praktikabilität

    Die Rezepte sind gut erläutert und leicht umzusetzen, durch die Zutatenzusammensetzung aber auch pfiffig und keineswegs langweilig. Gerade Kochanfänger können hier vieles für den Alltag verwenden, was langweiliges Einerlei vertreibt. Viele Zutaten wird man generell im Haus haben.

    Ausstattung

    Die Umschlaggestaltung ist schlicht, aber elegant. Die Fotos sind großformatig und rücken in der Einleitung die Autorin, bei den Rezepten die Gerichte in den Vordergrund. Bei der Übersetzung scheint es die ein oder andere Ungenauigkeit zu geben, z. B. soll man mit dem Standmixer „pulsen“ (S. 75).

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    Nicole Goersch
    Praktikable Rezepte, die schnell und einfach auch nach Feierabend gemacht sind.

    Buch-Rezension von Nicole Goersch Dez 2018

    Der Untertitel lautet „Speisen für Körper, Geist und Seele“. Was kann oder soll ich mir darunter vorstellen? Das Cover verrät nicht zu viel, ist eher schlicht gehalten, setzt aber durch die dezenten weißen und grauen Töne mit der hervorhebenden roten Himbeertarte effektvoll Akzente.

    In der Einleitung erklärt Marilou, wie sie zum Kochen gekommen ist. Sie beschreibt den Sieg über die Magersucht als größten ihres Lebens, „insbesondere weil ich keine Zustimmung von anderen brauchte, um stolz auf mich zu sein.“ Daher also auch der Titel. Ebenso deutet das Inhaltsverzeichnis auf ein kulinarisches Rundumsorglospaket hin: es beginnt – nach einleitenden Tipps und Tricks – mit „Frühstück und Brunch“, setzt sich mit „Snacks und kleinen Häppchen“, „Mittagessen und Salate“ sowie „Suppen und Stews“ fort, bevor es zu „Fisch und Meeresfrüchten“, „Fleisch“, „Nudeln, Reis und Pizza“ übergeht, um bei den „Desserts“ zu enden.

    Bevor wir zu den eigentlichen Rezepten kommen, fallen kleinere sprachliche Holperigkeiten auf, die womöglich der Übersetzung geschuldet sind: „Zwischendurch räume ich immer wieder Geräte weg oder wasche benutztes Geschirr ab, und ich sage Ihnen, das macht einen Unterschied ums Ganze.“ (S. 19) Das ist zuweilen etwas irritierend. Auch kennt man einige der „Tipps und Tricks“ aus Zeitschriften oder aus anderen Kochbüchern. Ob eine Aufschlüsselung der Kategorien in dem Ausmaß wie es hier getan wurde, nötig ist, ist fraglich, denn das Thema „Mitbringsel“ ist doch eigentlich selbsterklärend.

    Allgemein befinden sich auf den 250 Seiten, die das Buch umfasst, gerade mal 93 Rezepte, was mir ein bisschen zu wenig ist, auch wenn die großflächigen Fotos schön in Szene gesetzt sind. Zu jedem Rezept gibt es persönliche Erlebnisse oder Erinnerungen, zumindest aber ein Kommentar, warum sich die Autorin gerade für diese Zusammenstellung entschieden hat.

    Nun aber zu den Rezepten an sich. Wir probierten als erstes die „Pikant gewürzten Nüsse“. Vier Varianten gibt es, und wir entschieden uns für die Sorte „Barbecue“. Sie waren schnell gemacht und sind wunderbar geeignet für Spiel- oder Fernsehabende oder auch als Mitbringsel. Die „Parmesan-Cracker“ schmeckten ebenfalls hervorragend, aber leider nur frisch. Einen Tag später waren sie schon pappig. Allerdings war die Zubereitung geschwind und einfach.

    Aus der Kategorie „Lunch und Salate“ testeten wir die „gebackenen Tomaten mit Feta, Balsamico, Pistazien und frischen Thymian“ als Vorspeise und waren begeistert. Man sollte allerdings keine zu große Auflaufform wählen, da ansonsten eine ganze Flasche Öl verwendet werden müsste, wenn die Tomaten zu 2/3 darin einliegen sollen. Der „Orzosalat mit geröstetem Gemüse, frischen Kräutern und Knoblauchvinaigrette“ eignete sich perfekt für einen Lunch im Büro. Hier kann man problemlos die Gemüsesorten nach Gusto austauschen oder auch die Mengen erhöhen. Mit der frischen Petersilie und der leckeren Vinaigrette nicht nur ein Augenschmaus.

    Generell lässt sich zu den Rezepten sagen, dass sie gut für den Alltag geeignet sind, weil man viele der Zutaten meist zu Hause vorrätig hat und auch die Zubereitung weder kompliziert noch zu zeitaufwendig ist wie bei den „mit Honig und Senf glasierten Schweinelendchen mit Kichererbsen- und Blumenkohlpüree“. Davon werden viele Personen satt, ohne dass man stundenlang in der Küche stehen müsste.

    Als Feierabendessen haben wir außerdem „Kalbsfleisch-Polpette mit Basilikum-Tomatensauce“ getestet. Leider sind die Fleischbällchen beim vorsichtigen Wenden in der Sauce komplett zerfallen, aber geschmacklich gab es nichts zu meckern.

    Zu guter Letzt gab es den „Pfirsich-Crumble“, der bei uns jahreszeitenbedingt ein Apfel-Crumble war. Die Crumblezutaten wollten sich zwar nicht zu Streuseln verkneten lassen, aber man konnte die Masse trotzdem auf den Früchten verteilen. Noch warm war er sehr lecker und ließ sich am nächsten Tag ohne Einbußen aufwärmen und erneut genießen.

    Fazit:

    Der Titel ist nicht sehr glücklich gewählt, weil man sich kaum etwas darunter vorstellen kann. Dahinter verbergen sich aber praktikable Rezepte, die schnell und einfach auch nach Feierabend gemacht sind, wobei die geschmackliche Bandbreite von italienischer Pizza bis asiatischen Suppen geht.

    Dreimal täglich

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