Die Risotto-Bibel

  • Christian
  • Erschienen: Juli 2022
Die Risotto-Bibel
Die Risotto-Bibel
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Carola Krauße-Reim
2

Kochbuch-Couch Rezension vonAug 2022

Praktikabilität

Die meisten Gerichte sind sehr zeitaufwendig, brauchen teilweise sehr kostspielige und exotische Zutaten. Anfänger dürften hier überfordert sein.

Ausstattung

Viel Text und nur sehr wenige Fotos in einem sehr puristischen Layout machen das Buch leider nicht sehr ansprechend.

Mehr Rezeptsammlung als Kochbuch

Ein Risotto ist immer eine tolle Sache: Es eignet sich wunderbar als Beilage, ist aber auch als eigenständiges Gericht sehr abwechslungsreich und köstlich. Daher war ich sehr gespannt auf die „Risotto Bibel“, vor allem, weil ein Risotto-Weltmeister sie verfasst hat. Holger Zurbrüggen führt mit seiner Frau ein Restaurant in Berlin, hat international gearbeitet, „zählt zu den prägenden Figuren des japanisch-italienischen Küchenstils“ und ist der erwähnte Risotto-Weltmeister des Jahres 1999.

Viele Rezepte, wenige Fotos

Ein gutes Kochbuch sollte nicht nur Rezepte auflisten, sondern die Leserschaft dazu verführen, sie auch ausprobieren zu wollen. Was nicht bedeutet, dass begleitende Geschichten unabdingbar sind, jedoch sollten die Gerichte so präsentiert werden, dass man gewillt ist zu Kochlöffel und Schürze zu greifen. Da helfen schon gut gemachte Fotos, kleine animierende Zeichnungen oder vielleicht auch nur eine ansprechend gestaltete Präsentation mit unterschiedlicher Schrift oder geschickt eingesetzter bunter Untermalung.

Doch all das sucht man hier vergebens. Das großformatige Buch wartet auf über 220 Seiten mit 75 Risotto- und 5 Fondrezepten auf, aber hat gerade einmal 16 Fotos. Die Rezepte sind meist auf 2 Seiten angelegt – auf der linken die Zutatenliste, auf der rechten die Zubereitung in einem Fließtext. Eine solche Doppelseite sieht leider nicht sehr ansprechend und eher langweilig aus. Der Schrifttyp ändert sich nie und lediglich die, in ganz leicht rotbraunem Ton geschriebenen Überschriften bringen etwas Farbe ins Spiel. Es wird sich auch nicht lange mit einleitenden Angaben aufgehalten, was bei einem Risotto vielleicht auch nicht unbedingt nötig ist, doch hätte ich erwartet, dass zumindest auf den Reis in seinen Varianten, seinen Anbaugebieten usw. eingegangen wird. Das zusammen macht für mich die „Risotto Bibel“ eher zu einer Rezeptsammlung als zu einem hochwertigen Kochbuch.

Teilweise sehr exotische Zutaten

Zurbrüggen hat das Buch in die Kapitel „Vegetarisch“, „Fleisch“, „Fisch“, „Meeresfrüchte“, „Rezepte der Weltmeister“ und „“Fonds“ eingeteilt. Dabei beschränkt er sich nicht nur auf „pure“ Risottos, sondern füllt mit ihnen z.B. Calamari, Kohlblätter oder Ravioli. Manche der Rezepte benötigen dabei sehr exklusive Zutaten, wie Alba-Trüffelbutter, Hummer, Flusskrebse, Fois gras oder Wildfasan.

Die Gewürze können ebenso exotisch sein, wie ganz spezielle Pfeffersorten, Five Spice Gewürzmischung oder Süßholzpulver und werden zudem in sehr winzigen Mengen benötigt. Das macht die Gerichte nicht unbedingt alltagstauglich und man muss das Buch schon genau durchlesen, um gezielt die Rezepte zu finden, deren Zutaten ohne großen Aufwand und Ausgaben auskommen. Wer allerdings einmal ein außergewöhnliches Gericht für Gäste oder eine Feier sucht, dürfte hier richtig sein.

Nicht für Eilige und wenig für Anfänger geeignet

Ein Risotto ist per se nicht für die schnelle Küche geeignet, heißt es doch immer wieder zugießen und geduldig rühren. Jedoch sind die angegeben Rezepte teilweise sehr zeitaufwendig. Gerade wenn nicht nur ein Risotto gekocht werden muss, sondern dieses nur eine Komponente des Gerichts darstellt. In diesen Fällen ist leider auch kein sinnvoller und eventuell parallellaufender zeitsparender Ablauf beschrieben. Es wird generell immer zuerst die Zubereitung des Risottos und anschließend die der anderen Komponenten angegeben, auch wenn diese vielleicht schon vorab Behandlung brauchen oder gleichzeitig zubereitet werden müssen. Für Anfänger ist das Buch daher leider nicht zu empfehlen. Nur wenige Gerichte dürften für sie praktikabel sein. Für die meisten ist einige Erfahrung nicht schlecht, will man ein Gericht mit eventuell exklusiven Zutaten und komplizierter Zubereitung nicht vielleicht in den Sand setzten.

Fazit

Ein Buch für die exklusive Küche und für geübte Köche und Köchinnen, denen eine Rezeptsammlung reicht. Das, was ein ansprechendes Kochbuch ausmacht, sucht man hier leider vergebens, denn es gibt nur wenige Fotos und auch das Layout ist eher puristisch. Wer aber seine Gäste einmal mit etwas ganz Speziellem überraschen will, wird hier mit Sicherheit fündig.

Die Risotto-Bibel

, Christian

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