Das kleine Buch vom Whisky

  • Mosaik
  • Erschienen: September 2022
Das kleine Buch vom Whisky
Das kleine Buch vom Whisky
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Carola Krauße-Reim
3

Kochbuch-Couch Rezension vonNov 2022

Praktikabilität

Bowman setzt Wissen voraus und präsentiert deshalb nichts Neues. Die Hinweise zum korrekten Genuss in passender Kulisse sind eher überflüssig, ebenso, wie die meisten der ergänzenden Kapitel.

Ausstattung

Der grundlegende Geschmacksfahrplan ist eine nette Idee, aber für Whisky-Liebhaber irrelevant. Andere Abbildungen gibt es nicht. Das Glossar deckt die grundlegenden Begriffe ab und das Gesamtlayout ist ansprechend.

Wem nützt der Geschmacksfahrplan?

Whisky ist nicht nur das Nationalgetränk der Schotten, sondern eine mittlerweile weltweit hergestellte Spirituose. Die Liebhaber der bernsteinfarbenen Köstlichkeiten können zwischen Whiskys aus den verschiedenen Teilen Schottlands und u.a. aus Amerika, Asien und sogar Deutschland und Österreich wählen. Die Geschmacksvarianten reichen von süßlich-fruchtig bis salzig-torfig. Da kann ein wenig Orientierung sehr hilfreich sein, denn nicht zuletzt ist ein Whisky nicht gerade günstig.

Schotte und Erfinderin

Blair Bowman ist stolzer Schotte mit Whisky-Leidenschaft, Mitbegründer der „Malt Whisky Society“ an der University of Aberdeen und Erfinder des „World Whisky Days“, der seit 2012 weltweit begangen wird. Außerdem ist er Autor, Redakteur und vor allem Whisky-Trinker. Nikki Welch ist die Erfinderin der „WineTubMap“, die Bowman sofort begeistert hat. In gemeinschaftlicher Arbeit entwarfen die beiden den „Whisky-Geschmacksfahrplans“, der Orientierungshilfe in der Welt der Whiskys sein soll.

Bitte einsteigen und auf Durchsagen hören

Der Geschmacksfahrplan sieht aus wie der Netzfahrplan der Londoner Tube. Es gibt unterschiedlich eingefärbte Linien, die sich auch kreuzen können und deren Haltestellen aus einem Whisky bestehen, der eine ganz bestimmte Eigenschaft hat. „Küstenlinie“, „Bernsteinlinie“ oder „Herzlinie“ sind nur drei der sieben Linien, welche die Welt des Whiskys abdecken sollen. Bowman erklärt den Gebrauch dieses Fahrplans, die verwendeten Symbole und behält auch dabei den Sprachgebrauch in den öffentlichen Verkehrsmitteln bei. Mit „Einsteigen bitte...“ über „nächster Halt“ bis „Achtung Durchsage“ werden wir so in die unterschiedlichen Linien eingeführt, bevor Bowman sich jede einzeln vornimmt und die verwendeten Whiskys dieser Linie vorstellt. Weitere Kapitel zu z.B. „Kauf, Lagerung und Investition“ oder „Das isst man zum Whisky“ runden „Das kleine Buch vom Whisky“ ab.

Whisky-Steckbriefe geben Auskunft

Die Steckbriefe der einzelnen Whiskys sind knackig in kurzen Kapiteln abgefasst.

Dabei lernen wir neben der korrekten Aussprache des Namens auch einiges andere Wissenswerte kennen, bevor wir die kleinen Abschnitte „Am besten trinkt man ihn ...“  und „Die richtige Kulisse“ über uns ergehen lassen müssen. Diese Hinweise hätte sich Bowman wirklich sparen können, denn wenn man die Whiskys an den von ihm vorgeschlagenen Orten trinken soll, dürften viele davon wohl nie verkostet werden. Wer befindet sich schon z.B. in Taipeh, in einem irischen Pub als Zuschauer eines Rugby-Spiels oder auf der Fähre zu einer der schottischen Inseln? Das heimische Wohnzimmer wird leider nicht genannt, welches aber wahrscheinlich auch nicht unbedingt das zum vollständigen Genuss verlangte Kaminfeuer oder den abgewetzten Ledersessel aufweisen dürfte. Dass ausgerechnet die „Luxuslinie“ auch Whiskys aus Massenproduktionen enthält, ist ebenfalls nicht nachvollziehbar, und „Ardbeg“ als Endpunkt einer Linie noch nach „Laphroig“ anzusetzen, dürfte jeden verwundern, der schon einmal den sehr speziellen Laphroig getrunken hat.

Nichts für Neueinsteiger

Gleich zu Beginn stellt Bowman klar, dass der Geschmacksfahrplan und damit das ganze Buch nichts für Neueinsteiger ist. Zum korrekten Gebrauch sollte man zumindest wissen, welche Geschmacksvariante innerhalb der Whisky-Welt man favorisiert. Doch wer sich für Whisky interessiert weiß, dass die einzelnen Regionen Schottlands und der Welt für geschmacklich sehr unterschiedliche Whiskys stehen. Bis man seinen Lieblingswhisky gefunden hat, wird man also schon einige aus diversen Gebieten probiert haben. Die favorisierten Brauereien kommen dann wahrscheinlich aus einem eng begrenzten Bereich. Wer gerne einen Speyside Whisky trinkt, wird also kaum Fan eines Whiskys von Isla werden. Der Geschmacksfahrplan, der Linien dieser unterschiedlichen Geschmäcker symbolisiert, dürfte also auch für Kenner kaum hilfreich sein. Die Erklärungen zu den einzelnen Whiskys sind noch ganz interessant, wobei auch sie für Whisky-Liebhaber nichts Neues bieten dürften.

Fazit

Ein Buch, das laut dem Autor nichts für Neueinsteiger ist. Kenner der Szene hingegen dürften neben einigen Belanglosigkeiten nichts Neues erfahren und durch den grundlegenden Geschmacksfahrplan wenig Anlass zur „Entdeckungsreise“ der „wichtigsten Whiskysorten und Destillerien“ haben.

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