Das große Servus-Kochbuch Band 1

  • Servus
  • Erschienen: August 2022
Das große Servus-Kochbuch Band 1
Das große Servus-Kochbuch Band 1
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Carola Krauße-Reim
4

Kochbuch-Couch Rezension vonOkt 2022

Praktikabilität

Manche Zutaten dürften schwierig zu erhalten sein. Teilweise sind Erfahrung und Eigeninitiative gefragt, denn einige Rezepte sind leider etwas unkonkret oder nach gegebener Beschreibung nur schwierig umzusetzen

Ausstattung

Etwas unhandlich durch Format und Umfang. Die mehr als 300 Rezepte sind aber immer mit einem tollen Foto versehen und in einem sehr ansprechenden Layout präsentiert. Das Register nach Zutaten ermöglicht eine gezielte Suche

Kulinarische Vielfalt ist garantiert

Österreichs Küche ist in ihrer Vielfalt durch die Geschichte des Staates geprägt. Während der K&K-Monarchie kamen Einflüsse aus allen Bereichen dieses großen Reiches auch in den Kochtöpfen des Alpenlandes an. Alsbald etablierten diese sich schnell als „typisch österreichisch“, wie z.B. das Gulasch aus Ungarn oder das Reisfleisch aus Serbien und ergänzten damit die einheimischen Gerichte. Der Servus-Verlag hat mit Autorin Uschi Korda und Koch Alexander Rieder diese Schätze aus den einzelnen Regionen Österreichs zusammengetragen und nachgekocht. Herausgekommen ist dieses sehr umfangreiche und großformatige Buch.

Frühling, Sommer, Herbst und Winter

Die Gerichte sind in Jahreszeiten unterteilt, wobei jedes Kapitel „Suppen & Kleinigkeiten“, „Hauptspeisen“ und „Süßes“ bietet. Die Einteilung scheint manchmal etwas willkürlich, richtet sich aber im Allgemeinen nach der Saisonalität der Zutaten und natürlich nach Festen, wie Ostern oder Weihnachten. In den über 300 (!) Rezepten findet man bekannte Mehlspeisen, wie „Kaiserschmarrn“ oder „Klassischer Apfelstrudel“, beliebte Hauptspeisen, wie Schwammerlragout mit Serviettenknödel“ oder das „Reisfleisch“. Was man allerdings vergeblich suchen wird, ist „Wiener Schnitzel“ und „Sachertorte“. Aber das fällt bei der Vielzahl und der Vielfalt der abgedruckten Rezepte absolut nicht ins Gewicht. Vor allem kann man sehr viele, wahrscheinlich unbekanntere Köstlichkeiten kennenlernen, wie vielleicht „Gebackene Rote Rübe“, „Waldviertler Mohnkarpfen“ oder „Polenta-Apfelkuchen.

Über Innereien und Räßkäse

Was eine traditionelle Küche mit sich bringt, ist die Verwertung des ganzen Tieres. Dazu gehören nun mal auch Innereien, wie Herz, Lunge, Milz und Leber. Das ist nicht jedermanns Sache, doch sollte man z.B. „Saure Leber mit Erdäpfelpüree“ eine Chance geben, denn sie schmeckt wirklich lecker. Andere Zutaten hingegen dürften schwierig zu erhalten sein, wie Gamsfleisch, Schleien, Rotfeder, Pinzgauer Bierkäse oder der Räßkäse. Bei manchen Rezepten kann man eventuell auf Alternativen zurückgreifen, doch wenn die Hauptzutat kaum zu erhalten ist, dürfte das Rezept flach fallen. Doch auch hier gilt – es gibt ja wahrlich noch genügend andere Leckereien im Buch.

Sehr schöne Gestaltung und gute Ausstattung

Das Buch ist aufgrund seines Formates und seines Umfangs etwas unhandlich, doch das ist zum einen der Masse an Rezepten und zum anderen ihrer wunderbaren Präsentation geschuldet. Jedes Rezept nimmt eine Doppelseite im Buch ein, wobei die rechte Seite immer ein stimmungsvolles Foto des Gerichtes ziert. Die linke Seite gibt in einem sehr ansprechenden Layout eine kleine Einleitung zum Gericht und Angaben zu den Zutaten, der Personenzahl, dem Zeitaufwand und zur Zubereitung, die in einzelnen Schritten sehr übersichtlich angegeben ist. Zusätzlich gibt es für jedes Rezept einen „Servus-Tipp“, der z.B. ergänzende Auskunft zu einer Zutat oder zum Kochen des Gerichtes gibt. Besonders angenehm ist neben dem Überblick über die Rezepte das Register nach Zutaten im Anhang, welches langes Suchen nach vielleicht einem Gericht für übrig gebliebenes Brot oder nach dem Sonntagbraten aus Wild erübrigt.

Nicht alles hat funktioniert

Wir haben uns bekannte Gerichte ausgesucht, um die Alltagstauglichkeit der Rezepte zu prüfen. Und prompt sind uns kleine Probleme begegnet. Für die „Steirische Schwammerlsuppe mit Pastinaken“ sollen die Pastinaken geschält und gewürfelt werden, doch wie dann weiterhin mit ihnen verfahren werden soll, wird leider nicht verraten. Bei der „Linzertorte“ mussten wir auf das typische Rautenmuster verzichten. Anders als uns bisher bekannt, sollte es aus gespritztem Teig entstehen, der allerdings die Tülle des Dressiersacks ständig verstopfte, sodass wir genervt aufgaben. Das „Tiroler Erdäpfelgulasch“, die „Pinzgauer Kaspressknödel“ mit alternativ genommenem Bergkäse und der „Apfel-Mohn-Kuchen“ dagegen haben hervorragend geklappt. Bei allen Gerichten waren die Portionen sehr groß bemessen und alle haben hervorragend geschmeckt.

Fazit

Auch wenn winzige Kleinigkeiten nicht ganz stimmig sind, bietet „Das große Servus-Kochbuch“ eine unglaubliche Menge an hervorragend präsentierten Köstlichkeiten aus der traditionellen österreichischen Küche. Wer auf „Wiener Schnitzel“ und „Sachertorte“ verzichten kann, findet hier zu jeder Jahreszeit und zu jedem Anlass etwas Leckeres – sogar eine mehrstöckige Hochzeitstorte kann gebacken werden.

 

Das große Servus-Kochbuch Band 1

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