Das große Kochbuch inspiriert von Tolkiens Legenden

Das große Kochbuch inspiriert von Tolkiens Legenden
Das große Kochbuch inspiriert von Tolkiens Legenden

Erschienen: September 2020

Erschienen: September 2020

Couch-Wertung

Praktikabilität
Ausstattung

Praktikabilität

Die Zubereitung wird durchgehend schön beschrieben, jeder Arbeitsschritt wird erklärt, weshalb die Rezepte einfach zu bewerkstelligen sind und man sich ohne Bedenken auch mal an kompliziertere Gerichte wagen kann.

Ausstattung

Wie es sich für ein Mittelerde-Kochbuch gehört, gibt es auch in diesem Exemplar schön gemalte Bilder aus Tolkiens-Universum. Leider finden sich aber kaum Abbildungen von den Gerichten selbst.

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Lisa Reim-Benke
Schmausen wie in Mittelerde

Buch-Rezension von Lisa Reim-Benke Dez 2020

Ein gemütliches Leben ohne Abenteuer mit Gartenarbeit, einer gelegentlichen Pfeife, schönen Festen – und natürlich gutem Essen! Das ist der Traum eines jeden Hobbits. Besonders letzteres spielt im Leben der Halblinge mit insgesamt 7 Mahlzeiten am Tag eine große Rolle. Viele Köche dieser Welt haben sich von den Gewohnheiten der Hobbits inspirieren lassen und eigene Kochbücher entwickelt, welche den kulinarischen Besonderheiten im Auenland auf den Grund gehen. Nun hat der Brite Robert T. Anderson mit seinem Kochbuch „inspiriert von Tolkiens Legenden“ ebenfalls einen Beitrag dazu geleistet. Zwar sind auch seine Rezepte geprägt von der Küche der Hobbits, die nun einmal unbestreitbar die Kochkünste Mittelerdes dominieren, doch Anderson widmet sich in seinem rund 80 (!) Rezepte umfassenden Buch nicht nur dem Auenland, sondern auch der Küche der Elfen, Menschen und sogar der Orks. Als Quellen dienen ihm neben „Der kleine Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“ auch das „Silmarillion“, womit er Tolkiens Hauptwerke umfänglich abdeckt.

Bereits beim ersten Durchblättern wird klar: Anderson kennt seinen Tolkien gut. Egal wo Bilbo und die Zwerge Rast gemacht haben, wo die Hobbits abends zum Essen einkehren oder Elben und Menschen in entfernten Regionen Mittelerdes den Kochlöffel schwingen – Robert Anderson hat sein Notizbuch immer griffbereit, um jedes noch so kleine kulinarische Detail zu sammeln. Am Ende vermengt er das Ganze mit seinen eigenen Ideen und fertig ist eine überzeugende Sammlung unglaublich leckerer Rezepte aus Mittelerde.

Bis einer platzt

Wer es ganz genau wissen will, findet zu jedem Rezept und jedem Kapitel einen Text, der erklärt, wie der Autor auf seine Kreation gekommen ist und was sie mit Tolkiens Geschichten verbindet. Tolkiens mittelalterliche Welt ist natürlich geprägt von rustikaler Hausmannskost. Da er sich bei der Entwicklung der Hobbits an der englischen Gesellschaft orientierte, ist es nicht verwunderlich, dass auch Andersons Gerichte englisch angehaucht sind, wie Rezepte für Pies, Shortbread, Porridge und Scones belegen.

Sortiert sind die Gerichte nach Tageszeiten, angefangen in ganzer Hobbit-Manier beim 1. und 2. Frühstück, über Mittagessen und Teezeit bis hin zum Abendessen. Für ganz Hungrige gibt es noch das Kapitel „Elevenses“ für den „kleinen“ Snack um 11 Uhr. Dass die für Hobbits wichtige Kategorie „Nachtmahl“ fehlt, lässt sich angesichts der immensen Portionen verkraften. Wer zum Beispiel den Pilz-Lauch-Pie aus dem Gasthaus zum Grünen Drachen nachkocht, der eigentlich 4 Portionen ergeben soll, hat nicht nur für die kommende Nacht, sondern auch für den nächsten Tag genug zum Speisen. Auch die Vorschläge für das Frühstück sind für den morgendlichen Start mitunter etwas gewöhnungsbedürftig. Wer sich die Frittata mit Speck und Pilzen oder die Spinat-Süßkartoffel-Bratlinge bereits am Morgen zu Gemüte führt, hat erstmal ausgesorgt.

Dracheneier gefällig?

Insgesamt sind die Gerichte besonders für den Herbst und Winter geeignet: Vieles wird mit Wurzelgemüse zubereitet, es gibt einige Eintöpfe und Rezepte für Marmeladen. Gerade für kalte Abende empfiehlt sich beispielsweise der Rindereintopf aus der Seestadt, mit dem sich jegliches Herbstwetter überstehen lässt. Zwar kocht man an dem guten Stück rund zwei Stunden, aber der Aufwand lohnt sich!

Neben der bodenständigen Küche der Hobbits finden sich auch exotischere Dinge, die auch versierten Hobby-Köchen neue Gaumenfreuden bereiten: Gollums roher Fisch (eine Sushi-Variation), pikantes Apfel-Ale-Chutney, Fledermausflügel aus dem Düsterwald (mit Sojasoße, Zimt und Kurkuma gewürzte Hähnchenflügel) oder Erdbeer-Lavendel-Törtchen. Ausprobiert wurden die Fledermausflügel, eine eigenwillige Komposition, die aber für eine überraschend gute Geschmacksexplosion sorgen. Wer keine Experimente mag, sollte sich an Beorns Knusper-Kekse halten – ein absoluter Geheimtipp!

Um das gute Essen auch stilecht hinunterzuspülen, gibt es noch ein Kapitel zu Getränken. Hier finden sich der berühmte Athelas-Tee, Glühwein aus Moria (wer kein trinkfester, gestandener Zwerg ist: Vorsicht mit dem Brandy!) und ein Cocktail namens „Orktrunk“, der es mit Cider und Whisky ganz schön in sich hat.

Kleine Abstriche …

Insgesamt bietet das Buch also eine sehr abwechslungsreiche Sammlung, trotzdem findet sich nur vereinzelt mal ein vegetarisches Gericht. Die meisten Speisen enthalten Fleisch; hier finden sich einige Variationen mit Rind, Schwein, Huhn und Lamm. Aus dem Meer kommen Fisch, Muscheln und Garnelen auf den Tisch. Das Buch lohnt sich somit nur für Allesesser.

Wie es sich für ein Mittelerde-Kochbuch gehört, gibt es auch in diesem Exemplar schön gemalte Bilder aus Tolkiens-Universum. Leider finden sich aber kaum Abbildungen von den Gerichten selbst. Da muss man bei den Rezepttiteln schon mal die eigene Phantasie spielen lassen, um sich vorzustellen, wie das Ergebnis wohl aussehen könnte. Durch die fehlende visuelle Unterstützung ist man bei der Auswahl des nächsten Essens etwas auf sich allein gestellt. Die Zubereitung wird dagegen durchgehend schön beschrieben, jeder Arbeitsschritt wird erklärt, weshalb die Rezepte einfach zu bewerkstelligen sind und man sich ohne Bedenken auch mal an kompliziertere Gerichte wagen kann. Auch die Zutaten sind leicht zu besorgen.

Fazit

Ein absolut grandioses Kochbuch mit sehr vielen Rezepten. Nicht nur für Tolkien-Fans empfehlenswert, denn die ausprobierten Gerichte waren allesamt superlecker. Man könnte sich ein Leben lang nur noch mit diesem Kochbuch ernähren und wäre vollkommen glücklich.

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