Ein Curry geht immer
Wie der Titel schon sagt, müssen wir für den Curry-Genuss reisen – leider nur im übertragenen Sinn. Es gibt schon einige Kochbücher über Currys, doch Autor Jimmy Guo widmet sich in seiner Länderauswahl Regionen, die nicht unbedingt bei diesem Thema behandelt werden. Natürlich muss Indien vorkommen (obwohl es nicht, wie oft angenommen, die ursprüngliche Heimat des Currys ist), dann folgen Thailand, Sri Lanka, Singapur, Japan und die „restliche Welt“ - unter diesen vier Regionen findet sich sogar eins aus Schweden, denn Guo ist Schwede.
Uns erwartet ein buntes Layout
Mit asiatischen Staaten, gerade mit Indien, verbindet man oft Farbenfrohes. Egal ob Kleidung, Autos, Geschirr oder eben auch Essen – alles ist bunt. So ist es kein Wunder, dass das Layout des Buches auch so daher kommt. Jedes Land hat eine andere Farbe. Leider auch das Register am Ende, das ausgerechnet dunkelrot unterlegt ist. Damit ist die schwarze, relativ kleine Schrift nur schwer zu erkennen. Auch die Fotos sind bunt. Es gibt stimmungsvolle Momentaufnahmen der einzelnen Länder, Detailabbildungen der benötigten Gewürze, aber vor allem Food-Fotos, die ganzseitig die Gerichte präsentieren.
Die einzelnen Rezepte sind übersichtlich in einem Fließtext gefasst, die Zutatenlisten sind in die einzelnen Komponenten unterteilt. Weil alles von Paste, Marinade bis Masalas nicht fertig gekauft, sondern selbst gemischt wird, braucht man eine ganze Menge Gewürze. Die für das jeweilige Land typischen werden zu Beginn eines jeden Kapitels sehr detailliert vorgestellt und abgebildet. Allerdings könnten sie eventuell nicht alle so einfach zu erhalten sein, da sie sehr lokal sind, wie z.B. Chuno-Soße, Hing, Fingerwurz oder Pandanblätter. Genauso könnte es auch bei manchen Zutaten sein, wie etwa Blaukrabben oder Taschenkrebs. Und manche möchte man vielleicht auch gar nicht verwenden, wie Markknochen. Doch unter den 50 vorgestellten Gerichten gibt es bestimmt dennoch genügend, die man ausprobieren kann. Und es gibt vor allem etliche vegetarische, die sicher zu realisieren sind.
Curry von mild bis höllisch scharf
Wir lieben Currys und ich besonders, denn sie schmecken umso besser, je länger sie durchziehen durften. Wenn man also eine riesige Portion zubereitet, gibt es zwar einige Tage das gleiche Essen, aber es mundet immer mehr und ich kann mir das tägliche Kochen sparen – das nur so am Rande.
Bei der Durchsicht des Buches war gleich klar – bei uns wird es in nächster Zeit hauptsächlich Curry geben, denn die Auswahl ist so vielseitig, dass man eigentlich alle ausprobieren möchte. Es wurden dann aus Indien das „Chikken Tikka Masala“ und das „Alu Gobi – Pikanter Blumenkohl mit Kartoffeln“. Hier zeigt sich, dass ein köstliches Curry nicht unbedingt scharf sein muss. Der Autor gibt übrigens den Schärfegrad, das Aromaprofil und alternative Zutaten sogleich sichtbar für jedes Gericht an. Aus dem Kapitel „Thailand“ wählten wir „Kaeng Phed Ped Yang – Rotes Curry mit Ente“, wobei die Currypaste wie alle anderen Gewürzzubereitugen selbst zubereitet wird. Man sollte also genügend Zeit für die Zubereitung einplanen – Curry ist absolut kein Fast-Food! Aus Sri Lanka, das übrigens laut Einleitung das Mutterland der Currys ist, gab es noch ein Red Curry, aber dieses Mal mit Chicken. Und dieses Gericht war schon wesentlich schärfer. Richtig scharf waren dann die „Frittierten Hähnchenburger mit Mango-Chutney“, wobei wir das Fleisch allerdings gebraten haben. Es hat alles sehr gut geschmeckt, wobei man auch in der Schärfe noch selbst variieren kann. Sowieso legt Jimmy Guo Wert darauf, dass man auch einmal selbst ausprobiert, denn Currys kann man mit fast allem herstellen.
Fazit
Curry ist kein Fast-Food - es braucht Zeit, um es zu kochen. Doch dass sich dieser Einsatz lohnt, zeigt Jimmy Guo mit den 50 Rezepten „von Indien bis Japan“. Probieren Sie von mild bis scharf und lassen Sie sich in die wohlduftenden Curryküchen entführen. Wer noch nie ein Curry gekocht hat oder auch mal etwas Neues ausprobieren will, bekommt hier genau die richtigen Inspirationen.

Jimmy Guo, Hölker


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