Eine wunderbare Vielfalt an Schmorrezepten, die Tradition und Kreativität verbinden.
Mit eindrucksvollem Buchdeckel aus Holz und aufwendiger Stanzung macht „Cocotte“ ordentlich Eindruck. Doch auch der Inhalt des großformatigen Kochbuches kann sich sehen lassen. 100 Rezepte für Schmortopf und Bräter warten kulinarisch entdeckt zu werden. Dann legen wir mal los.
Herzhaft, klassisch, raffiniert
Gerade in der kalten Jahreszeit bereit ich sehr gerne Schmorgerichte zu. Sie sind aromatisch, kräftig, wärmend. Amandine Bernardi versteht es, diese Art des Kochens mit viel Leben zu füllen. In der Einführung gibt sie praktische Tipps rund um das richtige Kochgeschirr und die Zubereitung, ehe sie sich den Rezepten widmet – übersichtlich gegliedert nach Fleischsorten, Fisch, vegetarischen Gerichten und sogar süßen Varianten.
Bekanntere Klassiker wie „Provenzalischer Schmortopf“, „Elsässer Sauerkrautplatte“ oder „Ungarisches Gulasch“ treffen auf kreative Varianten wie „Lammhaxen in Cidre-Honig-Sauce“ oder „Kalbsbraten in Walnusssauce“. Im Praxistest überzeugend: „Putenfrikassee mit Kürbis und Esskastanien“. Ein wunderbar aromatisches und schmackhaftes Gericht und zudem leicht zuzubereiten.
Fisch, Vegetarisch – und sogar Süßes
Vielfalt und Raffinesse ist auch bei den Fischgerichten geboten. Ob „Bouillabaisse“, „Tintenfisch in Cognacsauce“ oder „Seeteufel mit Kartoffeln und Rohschinken“ – das Angebot ist überaus abwechslungsreich. Und auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten. 17 der 100 Rezepte sind fleischfrei – etwa der „Wintergemüseeintopf mit Kichererbsen“, „Gemüse-Tajine mit Zimt-Couscous“ oder „Erbsen-Dal mit Karotten in Kokosmilch“.
Ein kleines, aber feines Kapitel ist „Schmortopf mal anders“, in dem süße Gerichte wie „Bratäpfel mit Honig-Spekulatius-Füllung“ eine winterlich-festliche Note geben.
Insgesamt präsentieren sich die Zubereitungshinweise überschaubar. Sie unterstreichen den praxistauglichen Charakter und motivieren sich den Rezepten zuzuwenden. Zubereitungs- und Garzeiten werden separat ausgewiesen. Gerade letztere variieren je nach Rezept mitunter stark. Viele Gerichte sind aber auch bereits in unter einer Stunde fertig gegart und eignen sich so auch für die schelle Alltagsküche. Die Foodfotografie ist hochwertig, aber nicht überinszeniert. Das großzügige Layout lässt die appetitlichen und einladenden Bilder schön zur Geltung kommen.
Fazit
„Cocotte“ ist für mich definitiv ein Highlight unter den diesjährigen Kochbüchern. Amandine Bernardi liefert eine wunderbare Vielfalt an Schmorrezepten, die Tradition und Kreativität verbinden. Ob Fleischliebhaber, Fischfreund oder Gemüsefan – hier findet jeder Inspiration. Die ungewöhnliche Ausstattung macht das Buch zudem zu einer attraktiven Geschenkidee für Kochbegeisterte.

Amandine Bernardi, Knesebeck


Deine Meinung zu »Cocotte«
Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer und respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Bitte Spoiler zum Inhalt vermeiden oder zumindest als solche deutlich in Deinem Kommentar kennzeichnen. Vielen Dank!