Carpatia

Erschienen: September 2020

Couch-Wertung

Praktikabilität
Ausstattung

Praktikabilität

Gerade wenn es ums Würzen geht, sind die Anweisungen manchmal sehr zurückhaltend. Experimentierfreude ist demnach für das perfekte Gelingen notwendig.

Ausstattung

Schöne Bilder, Anekdoten und Infos runden die umfassende Rezeptsammlung ab.

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Lisa Reim-Benke
Einmal quer durch Rumäniens Kochkunst

Buch-Rezension von Lisa Reim-Benke Dez 2020

Rumänien wird in der Kochbuch-Landschaft eher stiefmütterlich behandelt. Dass dies ein großer Fehler ist, beweist die Rumänin Irina Georgescu mit ihrem Buch „Carpatia“. Bereits beim Durchblättern wird deutlich, dass die rumänische Küche eine wilde Mischung verschiedener Einflüsse ist. Sowohl Türken als auch Ungarn und Österreicher haben in dem Land ihre kulinarischen Spuren hinterlassen, genauso wie die Slawen und Griechen. Neben den Einflüssen verschiedener Völker hat auch der Kommunismus Einfluss auf die Kochkultur Rumäniens genommen. Viel Auswahl an Lebensmitteln gab es häufig nicht, es wurde versucht, das Beste aus dem zu machen, was man gerade da hatte. Die vornehmlich ländliche Bevölkerung widmete sich deshalb vermehrt einer rustikalen Küche, mit Gerichten, die sich leicht zubereiten lassen, satt machen und haltbar sind. Diese Zeiten sind jedoch weitestgehend vorbei, geblieben sind die Rezepte, die auch heute noch begeistern.

Brühen, Brote, Fleisch – und jede Menge Kuchen!

Am rumänischen Nationalgericht kommt man in diesem Kochbuch nicht vorbei: Bors. Kein Wunder, dass diesen sauren Brühen ein ganzes Kapitel gewidmet wird. Das Buch liefert das Grundrezept und alle möglichen Variationen, sodass man sich nach Herzenslust austoben kann. Die Suppen sind geschmacklich zwar am Anfang etwas ungewohnt, wer es jedoch mal versuchen möchte, sollte das Rezept mit Limabohnen, geräucherter Wurst und Roter-Zwiebel-Salsa zuerst probieren. Ist zwar aufwändig, schmeckt jedoch wunderbar. Damit ist man gut gewappnet, wenn man sich um eine Stufe steigern möchte: Brühe mit gedünstetem Salat.

Wer sich an Irina Georgescus Kochbuch wagt, braucht zwei grundlegende Zutaten immer zu Hause: Joghurt und Knoblauch. Von Letzterem kommt auch gerne mal eine ganze Knolle in ein Gericht (die Hackfleischbällchen sind fatal!). Neben Vorspeisen wie frittierten Zucchini-Scheiben oder paniertem Bergkäse, gibt es viel Deftiges für den Hauptgang. Highlights sind die gefüllten Schweinefilets und das Hähnchen in Knoblauch-Tomaten-Sauce. Ja, bei Fleischliebhabern bleiben keine Wünsche offen: vom Lamm und Fisch über Enten und Hähnchen bis hin zu Schwein und Rind ist hier alles vertreten, was man irgendwie kochen, braten und grillen kann. Vegetarier brauchen jedoch nicht zu hungern, auch für sie gibt es einiges zum Nachkochen: Paprika-Geschnetzeltes, Gewürzgurkenragout und (richtig klasse!): Panierte Pfannkuchen mit Pilzfüllung.

Besonders gut kann man mit diesem Kochbuch ins Brotbacken einsteigen. Brote gibt es hier in allen möglichen Varianten: Kümmelbrotkringel, Maisbrot und Kartoffelbrot. Schritt für Schritt erklärt, gelingen einem auch süße Baumstriezel ohne Mühe. Besonders hervorzuheben sind die Käsefladenbrote, die man sehr gut zwischendurch knabbern kann.

Gegen Ende stößt man dann noch auf ein kleines Highlight: In einem tollen Kuchen-Kapitel werden einem u. a. Apfel-Blaubeer-Strudel, Brioche-Käsekuchen und Aprikosen-Joghurt-Kuchen präsentiert. Im Anschluss gibt es noch kleine Extras wie Kompotte, Marmeladen, Liköre und verschiedene Kaffee-Varianten. Mit diesem Kochbuch ist man also perfekt für jede Gelegenheit ausgestattet.

Manchmal fehlt noch das gewisse Etwas

Trotz toller Rezepte sind die Gerichte am Ende teilweise etwas fad, irgendetwas scheint häufig zu fehlen. Geübte Köche wissen jedoch schnell, was los ist und wie man das Rezept eventuell verbessern kann. Gerade wenn es ums Würzen geht, sind die Anweisungen nämlich manchmal sehr zurückhaltend. Experimentierfreude ist demnach für das perfekte Gelingen notwendig.

Zu jedem Gericht hat die Autorin einen kleinen Text geschrieben. Sie erzählt von ihrer Kindheit und den Überlieferungswegen mancher Rezepte. So lädt das Buch auch zum Durchblättern zwischendurch ein, um sich über Land und Leute zu informieren. Dabei gibt es nicht nur vom Essen schöne Bilder, sondern auch von den Landschaften. Also am besten den nächsten Urlaub in Rumänien planen und sich gleich dort bekochen lassen!

Fazit

Durch die verschiedenen Einflüsse auf die rumänische Kochkultur sollte „Carpatia“ für jeden etwas sein, solange man sich nicht scheut, beim Würzen ein wenig Eigeninitiative zu zeigen. Schöne Bilder, Anekdoten und Infos runden die umfassende Rezeptsammlung ab. Eine kleine „Einschränkung“ gibt es jedoch noch: Knoblauch sollte man schon mögen!

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