Burma. Das Kochbuch.

Erschienen: April 2019

Couch-Wertung

Praktikabilität
Ausstattung

Praktikabilität

Die Zutaten hingegen sind manchmal doch zu exotisch, selbst für einen Asialaden. So musste ich einige Rezepte verwerfen, weil ich weder Bananenblüten, Bananenstamm oder Tamarindenpaste bekommen habe

Ausstattung

Schon das bunte Cover mit der stilisierten Stupa ist sehr ansprechend. Wenn man dann das Buch aufschlägt, stellt man fest, dass es mehr ist als ein Kochbuch. Neben den 125 Rezepten aus den unterschiedlichen Teilen Burmas findet der Leser auch einen Abriss der Geschichte des Landes, ein Glossar von Anchovis bis Zitronengras und sogar einige Reisetipps.

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Carola Krauße
Mehr als ein Kochbuch

Buch-Rezension von Carola Krauße Apr 2019

Dieses Kochbuch-Schwergewicht macht wirklich etwas her. Schon das bunte Cover mit der stilisierten Stupa ist sehr ansprechend. Wenn man dann das Buch aufschlägt, stellt man fest, dass es mehr ist als ein Kochbuch. Neben den 125 Rezepten aus den unterschiedlichen Teilen Burmas findet der Leser auch einen Abriss der Geschichte des Landes, ein Glossar von Anchovis bis Zitronengras und sogar einige Reisetipps.

Man merkt Naomi Duguid ihre Liebe zu Burma zweifellos an. Ein Großteil der Rezepte ist mit Bildern versehen, aber auch mit persönlichen Geschichten der Autorin. Leider ist die Schrift sehr klein geraten, was auf Dauer ziemlich nervig ist. Die Zutaten hingegen sind manchmal doch zu exotisch, selbst für einen Asialaden. So musste ich einige Rezepte verwerfen, weil ich weder Bananenblüten, Bananenstamm oder Tamarindenpaste bekommen habe. Das getrocknete Shrimp-Pulver und das geröstete Kichererbsenmehl habe ich selbst hergestellt. Was dann gekocht wurde, hat wenig Veränderungen im Geschmack gehabt, denn bis auf eben die nicht realisierbaren Rezepte mit den ungewöhnlichen Zutaten, wurde alles immer mit Kurkuma, Schalotten, Knoblauch und Chili gewürzt. Leichte Variationen gab es lediglich durch Zitronengras, Ingwer und Tomaten. Ärgerlich war auch die sehr unterschiedliche Portion-Angabe für jedes Rezept. Diese reichte von 4 bis 8 Personen, was für mich mit meinem 2-Personen-Haushalt ständiges Anpassen der Zutatenmenge bedeutete. Und das ist bei z. B. 1 Messerspitze Kurkuma oder 1/8 TL Salz für 6 Personen nicht eben einfach!

Zitronengras-Ingwer-Sliders

Dieses „Original Shan-Rezept“ ist mal eine Abwechslung zu unseren herkömmlichen Hackbällchen. Ich habe vom Metzger vorgefertigtes Rinderhack genommen, da ich mich nicht, wie beschrieben, wie ein wild gewordener Ninja-Koch mit zwei Hackbeilen bewaffnet in der Küche austoben wollte. Durch diese Arbeitsersparnis sind die Sliders sehr schnell zubereitet und durch die Zitronengras-Ingwer-Mischung mit einer gut schmeckenden ungewöhnlichen Geschmacksvariante.

Auberginen-Curry für Reisende mit duftendem Kokosreis

Warum dieses Gericht gerade für Reisende gemacht sein soll, ist mir schleierhaft. Vielleicht, weil es, wie alle Currys, immer besser schmeckt je länger es durchzieht? Die benötigten getrockneten Anchovis habe ich durch Shrimp-Pulver ersetzt, da auch sie einfach nicht aufzutreiben waren. Da es im Moment auch noch keine geschmackvollen Tomaten aus dem eigenen Garten gibt, musste ein wenig Tomatenmark als Geschmacksverstärker für die Supermarkt-Tomaten herhalten. Dennoch hätte man es für ein französisches Ratatouille, nur ohne das sonstige Gemüse halten können. Das Shrimp-Pulver hat dem Ganzen keinen besonderen Geschmack verliehen und auch der Ingwer hat nicht viel herausgerissen.

Die Erwartungen beim duftendem Kokosreis waren sehr hoch, da er zu einer meiner Reis-Lieblingsvarianten gehört. Nach der angegebenen Kochzeit war der Reis noch steinhart und musste locker die dreifache Zeit nachkochen. Was dann heraus kam hatte geschmacklich mit Kokosreis, wie ich ihn kenne, nichts zu tun. Zu dominant waren die Schalotten, zu wenig kam die Kokosmilch durch. Das war eine Enttäuschung!

Gerichte vom Huhn

Huhn und Schwein gibt es in Asien in jedem Dorf und stellen daher die Grundlage für viele Gerichte. Ich habe mich darum für „Goldenes Eier-Curry“, „Kachiner Hähnchen-Curry“ und „Hähnchensalat Burmaner Art“ entschieden. Das „Goldene Eier-Curry“ ist einfach in der Zubereitung und sehr schmackhaft. Mit frischem Baguette eine vollwertige vegetarische Mahlzeit.

Der „Hähnchensalat Burmaner Art“ ist ebenso schnell zubereitet, aber wesentlich langweiliger im Geschmack. Auch hier sind es hauptsächlich die Schalotten, die Würze an das Ganze bringen. Er war uns, im Vergleich zu so manch anderen Hähnchensalaten zu geschmacksarm.

Das „Kachiner Hähnchen-Curry“ verlangt eine aus mehreren Zutaten bestehende Gewürzpaste, die ich, wie angegeben, in meinem sehr massiven Granitmörser zubereiten wollte, was mir aber nicht gelang. Nach ewig langen Mörsern waren die Ingwerstücke immer noch zu groß. Also musste doch der Stabmixer ran. Geschmeckt hat das Ganze dann wieder einmal nur nach Knoblauch und Ingwer, der Koriandersamen und die Chili gingen völlig unter.

Zum guten Schluss etwas Süßes

Was die Autorin auf Seite 306 als „Streetfood-Verlockung“ präsentiert, habe ich in Laos aus einer Straßenküche, wie sie abgebildet ist, genossen – und, es war ein Traum! Die Zubereitung ist denkbar simpel, wie Pfannkuchen nun mal sind. Die dicke Kokosmilch und das Reismehl sollten den exotischen Touch ausmachen. Aber, auch bei diesem Rezept war das Ergebnis mehr als enttäuschend. Zwar stimmte die Optik, aber der Geschmack war einfach kein Vergleich! Die Süße der Kokosmilch fehlte und so schmeckte es einfach nach nichts. Auch eine größere Menge Milch hat daran nichts geändert. Ich kann mich an mehr Süße und an Zimt, und Nelken erinnern, doch anscheinend sind die Zubereitungen in Laos und Burma unterschiedlich.

Fazit:

Burma ist ein armes Land, was sich auch in der Küche niederschlägt Ich muss sagen, dass ich von den gekochten Speisen enttäuscht war. Ingwer, Schalotten, Kurkuma und Chili ergeben immer den gleichen Geschmack, wobei die restlichen Zutaten variieren. Wer die indische Küche mit der enormen Vielfalt an Curry-Aromen kennt, sollte von der Burmesischen die Finger lassen, zu groß wäre der Frust. Vielleicht hätten die Gerichte mit den ungewöhnlichen Zutaten, wie Bananenstamm, meine Meinung geändert, aber die waren ja nicht zu bekommen. Da helfen die schönen mitgelieferten Fotos und Geschichten auch nicht mehr viel, denn die bekomme ich mit einem guten Reiseführer auch. Also, lieber den kaufen und sich dann selbst auf „eine aufregende Reise durch das letzte unentdeckte Land Asiens“ machen, die das Kochbuch laut Covertext sein soll, und die Gerichte vor Ort probieren, denn da gibt es Bananenblüten – und stamm bestimmt!

Burma. Das Kochbuch.

Burma. Das Kochbuch.

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