Brunch ist tot

  • Südwest
  • Erschienen: April 2020
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Brunch ist tot
Brunch ist tot
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Viktoria Ferenc
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Kochbuch-Couch Rezension vonMai 2020

Praktikabilität

Es bedarf einiger Zutaten, und nicht immer passen die Mengenangaben.

Ausstattung

Die Rezepte sind mit vielen aussagekräftigen Bildern versehen und das Buch ist übersichtlich aufgeteilt.

Der kulinarische Start in den Tag

Frühstück oder Brunch – wo fängt das eine an, wo hört das andere auf? Die Autoren von „Brunch ist tot“ finden, dass für Frühstück das Motto „Alles kann, nichts muss“ gilt. Sie möchten es wieder zu dem machen, was es früher einmal war: der glorreiche Start in den Tag. Daher kreierten die beiden Gastronomen aus Köln mutige, wenn nicht gar waghalsige Rezepte und regen dazu an, selbst kreativ zu werden.

Das Buch ist übersichtlich aufgeteilt in elf thematische Überbegriffe wie „Basics“, „Süßkram“ oder „Unterwegs & Eilig“. Die Rezepte sind meist mit aussagekräftigen Bildern versehen und zwischen den Kapiteln gibt es auch immer noch eine Doppelseite mit weiteren Bildern der Autoren. Die Rezepte sind gut beschrieben, jedoch meist für 6 Portionen ausgelegt. Obwohl die Zutaten in der Regel im gut sortierten Supermarkt oder im Reformhaus erhältlich sind, bedarf es vieler außergewöhnlicher Komponenten – aus dem spontanen Frühstück am Sonntag wird eher nichts. An vier der Rezepte habe ich mich dennoch herangewagt.

Nicht ganz ausgewogene Angaben

Zuerst das Avocadobrot, hierzu wird ein Grundteig aus Mehl, Wasser, Hefe, Milch und Mehl hergestellt. Anschließend die Avocado mit Kräutern und Chilischoten pürieren und unter den Grundteig heben. Weiteres Mehl hinzugeben und schließlich gehen lassen und backen. Das Brot ist zwar sehr fluffig geworden, doch der Kräuter- und Avocadogeschmack kommen nicht wirklich durch und es ist auch nicht so sehr aufgegangen, wie es im Rezeptfoto den Anschein hat.

Als nächstes wagte ich mich an das Bauernkörbchen, hier werden 2 gelochte Vierecke aus Blätterteig auf ein ganzes Viereck gelegt. Das entstandene Loch wird mit griechischem Bauernsalat aus Feta, Oliven, Gurken und Tomaten gefüllt und schließlich ein Ei darübergeschlagen. Im Ofen wird das Körbchen durchgebacken und zu Wildkräutersalat serviert. Geschmacklich war die Kombination sehr gut, allerdings ist es sehr schwierig, das Ei nicht ganz durchzubacken, so wurde es etwas trocken. Auch passt weit weniger Bauernsalat als angegeben in den Teig, man müsste mindestens 6 Lagen übereinander betten, um wenigstens mehrere Esslöffel unterzubringen. Gurkenstücke aus dem Ofen entsprechen außerdem nicht jedem Geschmack.

Cocktail am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen

Dazu mixte ich einen Blueberry Daiquiri. Für diesen werden Haferflocken im Ofen geröstet und ziehen anschließend mit Roibostee durch. Die passierte Flüssigkeit wird nach dem Erkalten mit Heidelbeeren, Rohrzucker und Rum gemixt. Der Nutzen der Haferflocken erschloss sich mir nicht ganz, es war allerdings recht aufwendig, alle Stückchen abzusieben. Ob man wirklich zum gewöhnlichen Frühstück vor der Arbeit einen alkoholischen Cocktail trinkt, sei dahingestellt, geschmacklich konnte er jedoch ganz gut überzeugen.

Schließlich noch was für den süßen Zahn: Ahorn-Cranberry-Schnecken. Hierzu wird ein Hefeteig mit Buttermilch hergestellt. Wenn dieser ausgiebig gegangen ist, wird aus Pekannüssen, Ahornsirup und Fleur de Sel eine Nusspaste zubereitet und auf den ausgerollten Hefeteig gegeben. Die Schnecken sind toll geworden, perfekt fluffig, so wie man es sich vorstellt. Da allerdings ganze 250ml Ahornsirup in die sechs Schnecken sollen, sind sie sehr süß geworden, dies ist aber sicherlich Geschmacksache und kann nach persönlichen Vorlieben angepasst werden. Eine Kalorienbombe sind sie jedoch allemal.

Fazit:

Alles in allem bietet das Kochbuch schöne Anreize für experimentierfreudige Köche. Ob man jedoch Blutwurst in indischen Brotfladen oder ein Chili con Carne – Brot schon morgens mit einem kleinen Cocktail genießen kann, kommt auf die persönlichen Essgewohnheiten an. Dass zwei meiner probierten Rezepte leider nicht ganz so gelungen sind, hat mich ein wenig enttäuscht. Doch für Ideen, was auf den Frühstückstisch kommen könnte, ist das Buch recht nützlich. Und ob es am Ende Frühstück oder Brunch heißt und zu welcher Uhrzeit aufgetischt wird, ist Nebensache, solange es gut schmeckt.

Brunch ist tot

Erik Scheffler, Sonja Baumann, Südwest

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