Aus Liebe zum Brot

  • Callwey
  • Erschienen: September 2022
Aus Liebe zum Brot
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Carola Krauße-Reim
4

Kochbuch-Couch Rezension vonNov 2022

Praktikabilität

Die mitgelieferten Rezepte dürften von allen Brotback-Willigen zu bewältigen sein – wenn man einen Ofen hat, der die hohen Temperaturen hergibt. Die Verkostung der Backwaren aus den vorgestellten Geschäften bleibt wohl eher jenen vorbehalten, die in der Nähe wohnen

Ausstattung

Großformatig und hochwertig in der Ausführung; mit vielen Fotos versehene Berichte. Im Anhang befinden sich kleine Kapitel mit zusätzlichen Informationen

15 Bäckereien stellen sich vor

Brot dürfte in vielen Haushalten ein tägliches Lebensmittel sein. Doch Brot ist nicht gleich Brot. Es gibt das handwerklich hergestellte Brot eines Bäckermeisters und die Massenprodukte der großen Brotfabriken; es gibt die reinen Zutaten ohne Zusatzstoffe und die angereicherten für eine schnellere Verarbeitung. Was man auf dem eigenen Tisch haben will, ist natürlich jedem selbst überlassen, jedoch ging der Trend in den letzten Jahren wieder vermehrt zum Brot vom heimischen Bäcker, das meist mit viel Liebe und Hingabe hergestellt wird. Maren Schwarz, selbst bekennende Foodie, stellt uns 15 Bäckereien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor, in denen Brot nicht nur ein Lebensmittel, sondern ein Stück Lebensphilosophie ist.

Von Hamburg bis Wien

Die meisten der vorgestellten Bäckereien befinden sich in Deutschland. Lediglich „John Baker“ aus Zürich und „Öfferl“ aus Wien haben es außerhalb unserer Republik in diesen Reigen geschafft.

Alle Bäckereien haben eines gemeinsam – sie liefern Brot und andere Teigwaren, die ganz nach der Tradition des Bäckerhandwerkes hergestellt sind. Meist stellen die Besitzer oder leitenden Angestellten das Geschäft vor, was ein Familienbetrieb sein kann oder das Herzensprojekt eines Neulings. Manchmal führte aber auch „der Frust über den bestehenden Brotmarkt“ zur Gründung, wie bei der „Lokalbäckerei Brotzeit“ in München - oder einfach der, aus der Not geborene, Wunsch gutes glutenfreies Brot auf Biobasis zu backen, wie in „Echtzeit“, ebenfalls in München.

Jeder Bäckerei sind mehrere Seiten in dem großformatigen und sehr hochwertigen Buch gewidmet, wobei der Text mit durchgestylten und ganz hervorragenden Fotos versehen ist. So kann man Einblicke in Backstuben und Verkaufsräume bekommen oder die hergestellten Brote und Leckereien bewundern. Bei diesem Anblick bleibt es nicht aus, dass man Appetit bekommt und das Wasser im Mund zusammenläuft. Wer den Brotduft nicht nur erahnen, sondern ihn in den eigenen vier Wänden erschnuppern will, bekommt von jeder Bäckerei ein Rezept mitgeliefert. Diese Anleitungen umfassen neben jeder Menge unterschiedlicher Brotsorten auch Brezeln und sogar ein Sauerteig-Focaccia.

Rezepte und vieles mehr

Leider ist in der Inhaltsangabe nicht angegeben, welche Backware die einzelnen Bäckereien vorstellen. So muss man sich selbst eine Liste machen, wo man z.B. das Ruchbrot oder das Roggen-Dinkel-Brot findet. Die Rezepte sind alle sehr gut aufbereitet und dürften eigentlich für jeden zu bewerkstelligen sein.

Dennoch kann ich mir vorstellen, dass kaum ein Brot, wie abgebildet herauskommen dürfte, denn die wenigsten heimischen Backöfen schaffen so hohe Temperaturen und nicht zuletzt braucht es viel Erfahrung ein gutes Brot mit anständiger Kruste zu backen. Wir haben uns daher am Grand Rustique aus der Bäckerei Dompierre aus München probiert, das neben viel Geduld vor allem eine max. Temperatur von „nur“ 250° braucht. Dennoch ist uns die Krume nicht so gelungen, wie abgebildet – geschmeckt hat es aber trotzdem.

Den größten Teil des Buches nehmen die vorgestellten Bäckereien ein. Doch zusätzlich gibt es in kurzen Kapiteln im Anhang noch viel Wissenswertes zu erfahren. Dort findet man neben sehr unterschiedlichen Themen z.B. auch ein Interview mit einer jungen selbstständigen Bäckerin, diverse Grundrezepte oder den Bericht eines Brotsommeliers.

Auf zum Bäcker!

Es ist schön, dass immer mehr Bäcker Wert auf die traditionelle Kunst des Brotbackens legen. Und es ist auch schön, dass dies in einem so wunderbaren Buch gezeigt wird. Dennoch kann die Frage aufkommen, was Menschen machen, die nicht in der Nähe einer der dargestellten Bäckereien wohnen und damit indirekt die Frage nach dem Sinn dieses Buches. Wir haben das unverschämte Glück, einen der Betriebe in der näheren Umgebung zu haben und werden seine Produkte, nach nun geschärftem Bewusstsein für gutes Brot, in der nächsten Zeit probieren. Und vielleicht liegt genau darin die Intention des informativen Bildband-Buches – zu zeigen, dass Brot ein Stück Lebensqualität darstellen kann, die Menschen mit viel Liebe und Hingabe mit natürlichen und gesunden Zutaten produzieren und die es zu entdecken gilt. Dafür muss man sich einfach einmal in der eigenen Umgebung auf die Suche machen, denn die traditionellen Bäckereien sind auf dem Vormarsch!

Fazit

Ein sehr hochwertiges und wunderschönes Buch für die Sinne! Maren Schwarz schärft das Bewusstsein für gutes, handwerklich gebackenes Brot; lädt zum Ausprobieren der Bäckereien und diverser selbst herzustellender Backwaren ein und macht durch die hervorragenden Fotos so richtig Appetit auf ein Brot aus einem traditionellen Backbetrieb – entweder einem der vorgestellten oder dem Handwerks-Bäcker von nebenan.

Aus Liebe zum Brot

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