In 80 TORTEN um die Welt

  • Herbert M. Ponkratz (Herausg.)
  • Erschienen: Dezember 2023
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In 80 TORTEN um die Welt
In 80 TORTEN um die Welt
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Carola Krauße-Reim
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Kochbuch-Couch Rezension vonDez 2023

Praktikabilität

Für viele Torten braucht man zumindest ein wenig Erfahrung, damit sie auch nur im Entferntesten dem Vorbild ähneln

Ausstattung

Liebevolles Layout mit tollen Fotos. Leider ist die Größe der benötigten Backform nicht immer genannt.

Süße Verführungen von England bis Brasilien.

Herbert M. Ponkratz kennt sich als gelernter Koch und Patissier mit Kuchen und Torten aus. Dieser Leidenschaft hat er auch in seinem zweiten Buch gefrönt, das er ebenfalls im Eigenverlag herausgegeben hat. Grundlage für die 80 internationalen Torten ist der bekannte Roman „In 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne, nur, dass es hier 80 Torten sind – für die man aber ganz bestimmt mehr als 80 Tage braucht, zum Herstellen und zum Essen! Aber das Thema der Weltreise zieht sich durch das ganze Buch und macht schon beim ersten Durchblättern Lust aufs Ausprobieren.

Verspieltes Layout setzt Thema um

Eine Weltreise anhand von Torten vorzunehmen, ist eine witzige und originelle Idee. Das Layout des Buchs setzt diese gekonnt um, indem es gleichzeitig verspielt und dennoch übersichtlich ist. Es gibt „Berühmte Zitate rund um Kuchen und Torten“, eine Proviantliste, die alles für die 80 Torten angibt (z.B. 519 Eier oder 10 Kg Schokolade!) und eine Weltkarte mit der abgefahrenen Route. Diese befindet sich leider in der Mitte des Buches, am Anfang hätte ich es schöner gefunden.

Die Rezepte selbst sind durch zahlreiche Landkarten oder kleine Illustrationen ergänzt, die zum Land oder zur Torte selbst passen. Sehr schön ist, dass jede Torte im Ganzen und im Anschnitt auf großen Fotos abgebildet ist, sodass man auch das perfekte Aussehen des „Innenlebens“ ansehen kann. Einige „Mängel“ sind schade. So ist etwa auf Seite 231 zuerst von ganzen zu verarbeitenden Eiern die Rede, kurz darauf aber von einer Eigelbmasse.

Zumindest die Anleitungen sind einfach

Die Rezepte sind gut gegliedert und damit übersichtlich, wobei allerdings leider Angaben zur Zubereitungszeit und Teigruhe fehlen und die Größe der Backform auch nicht immer angegeben ist. Nach den Zutaten für jede Komponente, wird die Herstellung einer jeden ausführlich beschrieben, bevor es an die „Montage / Dekoration“ geht. Das Backen der Tortenböden dürfte hierbei das Einfachere sein und bestimmt jedem gelingen. Doch man muss schon zugeben, dass nur Patissiers oder zumindest Geübte an den, in den Fotos gezeigten Endzustand herankommen, denn gerade die Deko kann schon mal ganz schön aufwendig sein. Sie reicht von vergoldeten Früchten über filigrane Muster bis hin zu ansprechend angeordneten Sahneröschen oder Fondant-Rosetten.

Das absolute Highlight in dieser Hinsicht dürfte wohl die 4-stöckige bunte Hochzeitstorte aus Indien sein! Die Zutaten für alle Torten gleichen sich dabei: Sahne, Buttercreme, Schokolade, Früchte, Pudding und Kuvertüre und Co sind in jedem Supermarkt zu bekommen und keine Ausrede, sich nicht einmal an eine Torte zu wagen. Die benötigten Werkzeuge könnten schon eher dafür herhalten, denn nicht in jeder Küche sind Spritzbeutel, Tortenteiler, Cakeboard oder Tortenscheibe zu finden.

Mit und ohne Sahne

Die Auswahl der Torten ist sehr abwechslungsreich und reicht von Klassikern, wie „Frankfurter Kranz“ oder „Pavlova-Torte“ (die „Nationaltorte“ aus Australien und Neuseeland) bis hin zu Exotischerem, wie der „Pandantorte“ aus Indonesien oder der mit viel Lebensmittelfarbe eingefärbten bunten „Regenbogentorte“ aus den USA.

Welche Auswahlkriterien sich der Autor gesteckt hatte, ist nicht immer nachzuvollziehen. Jedenfalls ist mir die auf Haselnüssen basierende „Ägyptische Torte“ dort noch nie begegnet. Ob es in Ägypten überhaupt Haselnusssträucher gibt, wage ich auch zu bezweifeln. Überhaupt habe ich in Ländern mit hohen Temperaturen nie Torten aus Sahne oder Buttercreme gefunden. Hier wird, so weit ich es beurteilen kann, ausschließlich der wesentlich unempfindlichere Eischnee verwendet. Aber man muss zugeben, dass sich der Autor viel Mühe gegeben hat und eine große Vielfalt an Geschmacksrichtungen fand, wobei die lokale Konzentration eindeutig auf Deutschland und seinen Nachbarländern liegt. Es gibt Torten mit Buttercreme, Fondant oder Sahne und auch solche ohne, die sich vielleicht für den Einstieg in Sachen Tortenbacken besonders eignen. Und eine „Sacher- oder Linzertorte“ aus Österreich oder die von uns getestete „Zitronentorte“ aus Italien sind auch ohne „Schmiere“ köstlich.

Mit der„Despacito-Torte“ aus Brasilien habe ich mich an eine mit Sahne gewagt, die aufgrund der einfachen Deko nicht nur geschmacklich ein Hit war. Ich muss zugeben, dass Torten bei uns sehr selten gebacken werden, doch Herbert M. Ponkratz hat es geschafft, dass auch ich mir das nötige Zubehör beschafft habe. Es wird also mit Sicherheit noch die „Whiskeytorte“ aus Schottland ausprobiert, die „Zuger Kirschtorte“ aus der Schweiz und natürlich dürfen die „Käsesahnetorte“ aus Deutschland und die „Polnische Mohntorte“ auch nicht fehlen.

Fazit

Ein wunderbares Buch für alle, die gerne Torten backen. Über kleine Mängel kann man durchaus hinwegsehen, wenn man die Vielfalt der internationalen Torten mit und ohne Sahne oder Buttercreme sieht. Lassen Sie sich verführen und machen Sie eine Reise „in 80 Torten um die Welt“.

In 80 TORTEN um die Welt

Herbert Michael Ponkratz, Herbert M. Ponkratz (Herausg.)

In 80 TORTEN um die Welt

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