Original schwäbisch Backen von Monika Graf, Hermine Kiehnle
Buchvorstellung und Rezension
Erschienen 2010 bei Hädecke , 232 Seiten. ISBN 978-3775004855.
In Kürze:
Von Albertle bis Zwiebelkuchen – Schwäbische Backrezepte von süß bis pikant Traditionsgebäck und Überliefertes aus dem „Ländle“.Die schönsten Backrezepte der schwäbischen Küche: Ulmer Mutschel und Dünnröhrleskuchen, Laugenbrezel und Träubleskuchen, Springerle und Adventsbredle, Hutzelbrot, Dätschet und Baureplootz und vieles mehr. Hier sind sie alle vereint, ergänzt mit Wissenswertem über Zutaten und Backutensilien sowie schwäbischen Anekdoten und Redensarten über das Backen.
Das meint Kochbuch-Couch.de: „Die Schwaben können mehr als Spätzle!“
Kochbuch-Couch-Rezension von Eva Lindemer
Was Teigwaren betrifft, wird die schwäbische Küche wohl zumeist mit Klassikern wie Spätzle, Knöpfle, Maultaschen, Flädle und dergleichen verbunden. Dass der Schwabe aber noch weit mehr im Repertoire hat und Teig nicht bloß zu leckeren Bei- oder Suppeneinlagen, sondern auch zu köstlichen Backwaren verarbeiten kann, zeigt Monika Graff mit „Original schwäbisch backen“.
Dem eigentlichen Rezeptteil geht ein etwa 30-seitiger Informationsteil voran, der neben „Backtipps von A-Z“ auch Informationen zu vielen Zutaten bietet und darüber hinaus die gängigsten Glasuren und Cremes sowie Teigarten vorstellt. Hier erfährt der Leser, wie Buttercreme oder Zuckerglasur hergestellt wird, kann ferner die Grundrezepte zu Hefe-, Sauer-, Rühr-, Mürbe-, Biskuit-, Blätter- und Brandteig nachschlagen.
Der Rezeptteil unterteilt sich in die Rubriken:
1) Brote, Weckle & Brezeln
2) Pikante Kuchen und Pasteten
3) Hefekuchen und Gugelhopf – Kuchen zum Kaffee
4) Blechkuchen
5) Obst- und Käsekuchen
6) Torten
7) Süße Stückle
8) Pfitzauf & Co.
9) Fettgebackenes
10) Brödle & Weihnachtsgutsle
11) Gebäck zu Festtagen im Jahreslauf
....und lässt bereits erkennen: Den Leser erwartet auf ganzen 185 Seiten ein wahres Sammelsurium von tollen Rezeptvorschlägen: Ob nun Laugenbrezeln, Ulmer Brot, Zwiebelkuchen, Allgäuer Käsfladen, Hefekranz, Streuselkuchen, Zwetschgendatsche, Früchtekuchen in allen erdenklichen Variationen, Haselnuss- oder Träublestorte, Schillerlocken, Nusshörnle, Zweifelstricke, Dampfnudeln, Brandteigkäpfle, Schwabenbrödle, Vanillebrödle, Springerle, Spitzbuben, Honiglebkuchen .... – hier ist sicher so ziemlich alles geboten, was das Bäckerherz begehrt. Und mit dem Kapitel zum Festtagsgebäck sind auch die Feiertage gerettet, können ganz in schwäbischem Stil begangen werden: Eine Anleitung zu Fasnetsküchle oder zum klassischen Osterlämmle ist ebenso zu finden wie die zum obligatorischen Christstollen.
Doch nicht nur tolle Rezepte bietet Monika Graff in ihrem Backbuch. Liebevoll streut sie auch beständig literarische Zitate – mitunter in schwäbischer Mundart -, Zusatzinfos, Tipps, Variationsvorschläge und sogar Originalrezepte aus vergangenen Jahrhunderten ein. So etwa ein Rezept für das Ulmer Brot von 1817. Auch Bild-für-Bild-Anleitungen gibt sie dem Leser mit an die Hand. Genau gezeigt wird, wie eine Brezel zu legen, ein Christstollen zu formen oder ein Hefezopf zu flechten ist.
In Anbetracht dieser liebevollen Gestaltung fällt auch nicht weiter störend auf, dass nicht jedes Rezept mit einem Bild versehen ist. Gerade auch rücksichtlich dessen, dass die Bilder, die vorhanden sind, als erstklassig zu bezeichnen sind.
Im Ganzen liefert Monika Graff mit „Original schwäbisch backen“ ein hervorragendes Backbuch, das neben Grundinformationen zum Backhandwerk eine riesige Bandbreite von tollen Rezepten bietet, mit enorm liebevoller Gestaltung, tollen Bildern und interessanten Infos aufwartet und darüber hinaus eindeutig beweist, dass die schwäbische Küche nicht auf Spätzle reduziert werden sollte.
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