Espresso. Kultur und Küche von Slavin, Sara
Buchvorstellung und Rezension
Erschienen 1995 bei Hädecke , 96 Seiten. ISBN 978-3775004497.
In Kürze:
Schon seit lagem ist Espresso uns ein ständiger Begleiter; die warme, trostspendende Tasse an einem einsamen Morgen, der Vorwand für ein privates Rendevous. Oder der Genuß nach einem Essen mit Freunden, wenn man über Politik, die Liebe oder den Sinn des Lebens diskutiert. Espresso, eine der reinsten Formen des Kaffees, ist mit seinem köstlich-bitteren Geschmack und seinem unwiderstehlichen Aroma fester Bestanddteil unserer Kultur. Das Buch würdigt dieses himmlische Elixier mit Farb- und Schwarzweißaufnahmen, mit literarischen Zitaten und köstlichen Spezialitäten von pikant bis süß. „Espresso“ ist ein Buch für Kaffeeliebhaber auf der ganzen Welt.
Das meint Kochbuch-Couch.de: „Bittersüß: Ansichten, Einsichten und Rezepte rund um den Kaffee“
Kochbuch-Couch-Rezension von Hermann Cölfen
Schon der Umschlag von Espresso. Kultur und Küche lässt Kaffeekennern und ‑genießern das Wasser im Munde zusammenlaufen. Tassen aus weißem Porzellan in allen Größen, zwei Stückchen Würfelzucker und das Wort Espresso verheißungsvoll am oberen Rand des Covers – da möchte man gleich die Maschine vorheizen und die Kaffeemühle anwerfen.
Kai Petzke, für die Fotos verantwortlich, und Sara Slavin für die Bereiche Art Direction und Design haben ein ästhetisch überaus gelungenes und zugleich sehr gut lesbares Buch über Espresso zusammengestellt. Schon auf Seite 5 (Danksagungen) erfährt man, dass eine ganze Reihe von Personen für das Gelingen dieses Buches mit verantwortlich sind. Zudem handelt es sich um eine Übersetzung aus dem Amerikanischen, und neben den ´Machern´ des Buchs kommen auch eine Reihe von prominenten Literaten zu Wort wie Hemingway, Neruda, Proust und Yeats. Schließlich zieht sich die Leidenschaft für Espresso – auf welche Art auch immer zubereitet – durch die Jahrhunderte, und seine belebende Wirkung hat auch in der Literatur Spuren hinterlassen.
Espresso ist in vier Kapitel aufgeteilt: Aroma, Morgens, Rituale und Kaffeehäuser. Damit sind die Kernthemen vorgestellt, wenn es auch ganz so trennscharf nicht sein kann. Schließlich gibt es eine Menge Rituale um den Kaffee auch am Morgen, und der Besuch von Kaffeehäusern ist für den einen oder die andere auch zum Ritual geworden. Alle Kapitel sind aber von Rezepten durchzogen, und das ist eine Besonderheit des Buches: Neben Anleitungen für Desserts und Süßigkeiten unter Verwendung von Espresso (sowohl in Form von Pulver als auch Bohnen) gibt es auch Rezepte für die Klassiker: Café au lait, Caffé Coretto, Caffè latte, Macchiato, Caffè Moca, Caffè Ristretto, Cappuccino, den Espresso selbst und schließlich den geeisten Espresso. Dass Espresso auch beim Kochen eingesetzt werden kann, illustrieren zwei Rezepte (Entenbrust mit Backpflaumen und Espresso und Gebratene Trauben mit Rotwein und Espresso). Hier hätte ich mir noch weitere Rezepte gewünscht, aber dann wäre es vielleicht ein Kaffee-Kochbuch geworden, und das lag erkennbar nicht in der Absicht der Macher.
Espresso. Kultur und Küche ist eine Einladung zum Espresso, die mit Bild, Text und Rezepten verführt und ganz nebenbei auch illustriert, wie und warum der Espresso auch bei uns inzwischen in jeder Hinsicht ´angekommen´ ist.
Espresso. Kultur und Küche ist ein Genuss für die Augen, den Intellekt und – die nötigen Zutaten vorausgesetzt – den Gaumen derjenigen, die sich über den Genuss des puren Espressos hinauswagen. Verschenken Sie dieses Buch. Aber behalten Sie ein Exemplar für sich selbst.
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