Shane´s Kitchen von McMahon, Shane
Buchvorstellung und Rezension
Erschienen 2010 bei Edition Styria , 160 Seiten. ISBN 978-3990110126.
In Kürze:
Passion. Kreativität. Eleganz. Liebe zum Detail. Das ist Shane McMahon. Bereits im Alter von zwölf Jahren stand er am Herd des elterlichen Restaurants in Irland. Neun Jahre später ging er nach Deutschland und arbeitete bei den renommiertesten Küchenchefs, z. B. im Königshof und im Tantris in München. Ende 2007 eröffnete er in München Shane s Kitchen, ein Kochstudio für anspruchsvolle Kochkurse und Events. Shane geht es vor allem um die Verbindung der mediterranen Küche mit der asiatischen, ein Spagat, der ihm spielerisch gelingt. Die für dieses Buch ausgewählten 60 Rezepte stehen beispielhaft für die große Kochkunst eines Mannes, den München längst ins Herz geschlossen hat. Shane: Ein Name in der Münchner Kochszene und darüber hinaus. Ein Name, bei dem man Lust bekommt. Lust aufs Kochen.
Das meint Kochbuch-Couch.de: „´Just cook it´ – Kreative Küche zwischen Pasta und Dim-Sum“
Kochbuch-Couch-Rezension von Brigitte Teigeler
Er ist gebürtiger Ire, lebt seit Jahren in München und kocht ebenso leidenschaftlich wie fantasievoll: Shane Mc Mahon geht es vor allem um die Verbindung der mediterranen mit der asiatischen Küche. Das klingt nicht nur reizvoll, sondern beschert auch außergewöhnliche Kreationen wie Lachsburger mit Wasabi-Mayo-Dip, Dim-Sum-Ravioli mit Langostinos oder Chili con Carne mit Kakao und Cola.
Bis Shane Mc Mahon sich an diese ungewöhnlichen Gerichte herantraute, hat es aber einige Jahre und Stationen gedauert, unter anderem bei Sterneköchen wie Bobby Bräuer („Königshof“) und Hans Haas („Tantris“). Letzterer pflegte jeden Morgen sein Team zu fragen: „Burschen, was mach´ ma´ heut´?“ Shane blieb meist zögerlich, was ihn – immerhin Chef de Partie – natürlich wurmte. Und dann, eines Morgens, machte es bei ihm „Klick“. „Trau deinen Ideen“, dachte er sich. „Just cook ist! Nur auf diese Weise kannst du dich in der Küche weiterentwickeln.“ Und damit war seine Kreativität entfacht …
Wie so eine kreative Küche ausschauen kann, zeigt Shane Mc Mahon in seinem ersten Kochbuch „Shane’s Kitchen“. Angelehnt ist der Name an sein Kochatelier, das er 2007 in München eröffnete. Hier arbeitete er als Show- und Eventkoch, gab Kochkurse und veranstaltete Kochevents. Seit 2009 hat er sein eigenes Restaurant in München – „Shane’s Restaurant“. Eine Auswahl seiner Gerichte sind nun in „Shane’s Kitchen“ zu finden – insgesamt 66 raffinierte Kreationen. Die meisten davon sind überaus fantasievoll, zum Beispiel Safran-Limetten-Risotto oder Lila Kartoffelgnocchi mit Tonkabohne und Vanille. Einige sind aber auch sehr bodenständig wie Tiroler Speckknödel von der Mama (die gebürtige Österreicherin ist) oder Dorade in der Salzkruste. Eingeteilt sind die Kapitel ganz klassisch in Salat, Dressings, Brot, Suppen, Vegetarisches, Fonds & Saucen, Fleisch & Geflügel, Fisch & Meeresfrüchte, Pasta & Co und Desserts.
Weniger klassisch sind die Gerichte selbst. Beim Durchblättern des Buches bekommt man sofort Lust, alles zu probieren – sprich zu essen. Dies ist auch den hervorragenden Fotos von Anna McMaster zu verdanken, die sich als Fotografin vor allem auf Food und Lifestyle spezialisiert hat. Ein Blick auf die Zutatenliste hemmt die Euphorie allerdings ein wenig. Fast alle Rezepte machen einen Einkauf im Asialaden erforderlich oder setzen auch Zutaten voraus, von denen ich persönlich noch nie etwas gehört habe, wie Strozzapreti, Panko oder Murray-River-Salzflocken. Und schwupp – fühlt man sich wie ein blutiger Anfänger. Auch sind mir die Zutatenlisten zu lang. Für Shane´s Burger braucht es beispielsweise über 30 Zutaten, Gewürze natürlich inklusive. Ganz schön aufwendig für ein paar Burger …Kocht man regelmäßig mit diesem Buch, lohnt es auf jeden Fall, sich einen Vorrat an Saucen, Ölen und Gewürzen aus dem Asialaden anzulegen. Viele Zutaten tauchen in den Rezepten immer wieder auf, und damit relativieren sich dann auch Aufwand und Kosten.
Überwindet man allerdings diese Hürde und kocht einfach mal drauf los („Just cook it“), merkt man schnell: Der Aufwand lohnt! Die Rezepte sind klar gegliedert und lassen sich nach der Schritt-für-Schritt-Anleitung gut nachbereiten. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Fehlen einige Zutaten, ist das auch kein Drama. Ich habe sie einfach weggelassen oder durch ähnliche ersetzt – kreative Küche heißt schließlich auch, nicht immer am Rezept zu kleben.
Die optische Gestaltung des Buches ist toll. Die Fotos bringen die einzelnen Gerichte optimal zur Geltung. Für das Kochbuch wurden sowohl das Kochatelier „Shane´s Kitchen“ als auch die Küche von „Shane´s Restaurant“ in Szene gesetzt. Darüber hinaus finden sich kleine Beiträge über den Obst-König vom Ammersee, Johannes von Perger, und seine Säfte, über Shane’s Messerschleifer Alexander Trapp und Maria, die Kräuterfrau aus der Münchner Großmarkthalle – alle begleitet von wunderbaren Fotos. Da macht das Blättern wirklich Spaß.
Und dennoch: Mir persönlich sind die Gerichte etwas zu außergewöhnlich. Ich mag es lieber klassischer und weniger kreativ. Trotzdem würde ich sehr gerne mal Shane’s Restaurant besuchen und mich durch einige Kreationen hindurchprobieren. Dennoch möchte ich das Buch allen Hobbyköchen empfehlen, die die italienische und die asiatische Küche mögen und sich vorstellen können, beide unter einen Hut oder besser in einen Topf zu bringen. Viel kreativer geht es, glaube ich, nicht.
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