Im 7. Curry-Himmel von Matthaei, Bettina
Buchvorstellung und Rezension
Erschienen 2009 bei Hädecke , 151 Seiten. ISBN 978-3775005692.
In Kürze:
Curry ist die wohl bekannteste Gewürzmischung überhaupt. Fast überall in der Welt wird mit Curry gewürzt, wobei keine Mischung der anderen gleicht: Faszinierend und immer wieder anders ist die Vielfalt der Aromen, die sich in einem Curry mischen, von fein-süßlich bis kräftig würzig, mit fruchtigen, säuerlichen, nussigen oder herben Noten, manchmal mit leichter Ingwerschärfe oder brennend chili-scharf. Neben den vielen pulverförmigen Currymischungen gibt es die braunen würzig-öligen indischen Pasten und die frisch-scharfen roten, gelben und grünen Pasten der Thaiküche alle ideal geeignet für die Zubereitung aufregend gewürzter Gerichte.Trotz der weltweiten Bekanntheit des Currys und der allgemeinen Liebe zum Curry sind zu diesem Thema in Deutschland bisher nur Kochbücher erschienen, die sich überwiegend den klassischen indischen oder thailändischen Rezepten oder der asiatischen Küche im Allgemeinen widmen.In all den wundervoll aromatischen Curry-Mischungen und Pasten steckt jedoch ein weitaus größeres Potential, als nur die Anwendung in traditionellen, landestypischen Rezepten! Feine, leichte Gerichte, mal alltagstauglich und im Handumdrehen fertig, mal edel für besondere Anlässe Deutsche und internationale Küchenklassiker mit Curry neu definiert Leichte, moderne Abwandlungen indischer oder karibischer Curries Neue Geschmackserlebnisse durch z.T. ungewöhnliche Kombination der Zutaten mit immer geschmacklich anders abgestimmten Currymischungen oder Pasten Ausführliche Warenkunde der Fertig-Mischungen und Fertig-Pasten Warenkunde der typischen Gewürze als Bestandteile der Mischungen Mischungen und Pasten zum Selbermachen, abgestimmt auf Fisch, Fleisch, Gemüse, Hülsenfrüchte, Früchte, Pasta oder Reis, mit Variationen bezüglich des Schärfegrades.
Das meint Kochbuch-Couch.de: „Durch Gewürzgeheimnisse aus Fernost direkt in den 7. Curryhimmel“
Kochbuch-Couch-Rezension von Chris Langmandel
„Gelb leuchtender Kurkuma, Chilis in strahlendem Rot, warmes Braun von Muskat und Nelken – Farben in allen Abstufungen und mit ihnen eine Fülle zart-würziger bis herb-erdiger Aromen.“ So, verspricht Bettina Matthaeis, soll es im 7. Curryhimmel aussehen bzw. riechen. Wer hier nicht ein wenig Fernweh bekommt, ist selber Schuld. Da nun aber Curry-Suizid, wie auch immer dieser aussehen könnte, als Curry-Todsünde gilt, muss man sich in den Himmel einkochen, andere Wege scheint es nicht zu geben. Die Autorin jedenfalls scheint den Schlüssel zum Curryparadies zu besitzen: Denn Bettina Matthaeis entwickelt Gewürzmischungen von Berufs wegen. In ihrer Manufaktur „1001 Gewürze“ stellen sie, ihre Tochter und ihre Mitarbeiter Gewürzmixturen verschiedenster Couleur für Amateure und Profis her.
Codex Gewürzicus
Das Buch beginnt mit einer Vorstellung der „wichtigsten Zutaten“, also den für die weiteren Rezepte wichtigsten Gewürzen und grundlegenden Beilagen: Von Gewohntem wie Zitronengras oder Koriandergrün bis hin zu speziellen eher unbekannten Ingredenzien wie Tahini (Sesampaste) oder Pappadam (Linsenmehlfladen) ist hier so manches zu entdecken.
Was dann folgt, ist die wahre Schatzkammer des Buches: die Anleitung zu acht speziellen Gewürzmischungen, die als Grundlage der später folgenden Rezepte verwendet werden, also die Basis bilden für Desserts, scharfe und fruchtige Gerichte und viele andere Gaumenfreuden. Zum Glück gibt die Autorin für jede Mischung mit an, für welche Speisen sie am besten geeignet ist. Die Mischungen selber bestehen aus dem, was man bei einer fernöstlichen Gewürzmischung erwarten würde: Kurkuma, Ingwer, Kardamom, Cayenne und Cumin gehören zu den üblichen Verdächtigen, die in mehreren der Mixturen vorkommen. Um das Ganze abzurunden finden sich am Ende dieses Einstiegskapitels noch zwei Currypasten, die vor allem aus Chilis bestehen und sicherlich für einige Würze sorgen können. Hat man sich durch die Grundlagen gearbeitet und alle Mischungen und Pasten vorbereitet, kann es losgehen mit dem eigentlichen Kochen. Unterteilt in eine Reihe von klassischen Kapiteln wie:
- Vorspeisen, Suppen & Salate
- Hauptgerichte mit Fleisch
- Hauptgerichte vegetarisch
- Hauptgerichte mit Fisch & Meeresfrüchten – Desserts
wartet das Buch mit ca. 150 variantenreichen Rezepten auf. Wie zu erwarten war, stammen viele der Rezepte, die man zu kennen meint, aus der exotischen Küche Südostasiens. Bei den vielen auf den ersten Blick völlig neu wirkenden Rezepten handelt es sich aber größtenteils um bekannte Speisen, die mit dem Zusatz „Curry“ im Namen versehen wurden. Zugegeben, wen dies bei diesem Buch überrascht, der befindet sich vielleicht längst im geistigen Curry-Nirvana, nichtsdestotrotz klingen manche Gerichte geradezu putzig:
- Tafelspitz mit geliertem Curryjus und Currybratkartoffeln
- Apfelmuffins mit Curry und Walnusskernen in Currykaramell
- Trinkschokolade mit Curry
Da kriegt man manchmal schon fast das Gefühl, dass der Curry mit der Brechstange ins Gericht geschubst worden wäre; ich aber empfehle jedem, die vielen Rezepte erst einmal auszuprobieren, bevor hier mit dem Lästern angefangen wird. Die Vielfalt der Rezepte jedenfalls ist groß, und ganz gleich, ob es um sich um Küchlein, Suppen, Pestos oder Muscheln handelt: Irgendwie lässt sich alles mit Curry veredeln. Die Illustration des Buches ist sehr gelungen, insbesondere die Farbenvielfalt macht große Lust, die exotischen Rezepte nachzukochen. Die Qualität der Bindung und der Seiten ist gut und lässt keine Wünsche offen, da erscheint auch der Preis von 25€ gerechtfertigt.
Zu guter Letzt gibt es auch noch einen Shopping Guide, der verschiedene Internetseiten vorstellt, die die im Buch verwendeten Gewürze und Mischungen direkt verkaufen. Von solcher Werbung kann man halten, was man will – wem es nicht gefällt, der blättert an dieser Stelle einfach weiter. Abschließend kann gesagt werden, dass dieses Buch vor allem für solche Köche geeignet ist, die bekannte Sachen komplett neu aufpeppen oder schon immer mehr über die verschiedenen Currywürzmischungen erfahren wollten.
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