Kochen für Teilzeit-Vegetarier von Martin Kintrup

Buchvorstellung und Rezension

Erschienen 2013 bei GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH , 144 Seiten. ISBN nicht vorhanden.

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In Kürze:

Gehören Sie auch zu denen, die mehr und mehr auf vegetarischen Pfaden wandeln, auf Fleisch und Fisch trotzdem nicht ganz verzichten wollen? Weil Steak, Schnitzel und Co. hin und wieder einfach zu gut schmecken? Für alle, deren Motto lautet – Reduktion ja, völliger Verzicht nein – ist dieses Buch gemacht: Die rund 60 Rezepte sind rein vegetarisch, werden aber allesamt von einer ausführlichen Variante begleitet, die zeigt, wie Fleisch, Geflügel oder Fisch jeweils integriert werden können. Was – am Rande bemerkt – die Rezeptanzahl verdoppelt! Außerdem in jedem der fünf Rezeptkapitel auf speziell gestalteten Sonderseiten zu finden: zwei bis drei Lieblingsgerichte in klassischer Form, also mit Fleisch, Geflügel oder Fisch, und in kreativer vegetarischer Abwandlung. So können Sie Tag für Tag aufs Neue und nach Lust und Laune entscheiden, was heute auf den Teller kommt – mehr als perfekt für alle Teilzeit-Vegetarier!

Das meint Kochbuch-Couch.de: „Wenn eingefleischte Teilzeit-Vegetarier in ein Stück Fleisch beißen.“

Kochbuch-Couch-Rezension von Britta Höhne

Wer sich in der Öffentlichkeit als Vegetarier zu erkennen gibt, bekommt von seinem Gegenüber oft zu hören: „Ja, ich esse auch nur noch ganz wenig Fleisch!“ Warum eigentlich? Warum rechtfertigen Fleischesser ihre Art des Essens oft gegenüber denen, die keine Tiere zu sich nehmen? Der Mensch ist nicht per se als Vegetarier geboren. Eine Mischform in Maßen ist es vielleicht, die dem Menschen am Besten bekommt. Martin Kintrup hat zu diesem Thema ein Kochbuch gemacht. Kochen für Teilzeit-Vegetarier.

Kintrups Idee wird schnell deutlich. Schon wer das doppelte Buchcover aufklappt, entdeckt noch vor den eigentlichen Rezeptseiten – unter der Rubrik „Der Lieblingsklassiker“ – ein „Veggie-Schnitzel“. Martin Kintrup, der bereits mehrere Kochbücher konzipiert und veröffentlicht hat, nimmt für diese vegetarische Schnitzel-Variante Saitan als Hauptzutat. Das Buch vom Ende her gelesen, ist wieder über eine Doppelcover-Seite ein zweites Lieblingsgericht zu finden, aber diesmal mit Fleisch: Wiener Schnitzel. Wie bei der Veggie-Wahl mit „schlotzigem“ Kartoffelsalat gefertigt.

Allgemein verliert Martin Kintrup nicht viele Worte zu seinem DIN A4-formatigen Buch, was mit einem scheinbar bestempelten Umschlag vielfarbig daher kommt. Ein Vorwort genügt ihm. Sonst keine Erklärungen zu jedem Handgriff. Das tut gut und lässt gleich drauf los kochen. Dennoch ist es dem Autor wichtig, seine Vorliebe für Gemüse hervor zu heben. Er benennt etwaige Gründe einer vegetarischen Lebensart. So sind sie bei ihm ökologischer Art, gesundheitlicher oder einfach, weil die „Grüne“-Küche unendlich abwechslungsreich und lecker ist. Rund 80 Rezepte hält er bereit, die in ihrer Grundform vegetarisch sind. Wer aber mag, wandelt sie ab mit Fisch, Fleisch und Geflügel und erhält so, wie der Autor sagt, eine große Auswahl an Vorschlägen für „eingefleischte Teilzeit-Veggies“, die gerne mal in ein Stück Fleisch beißen.

In fünf Kapitel hat Kintrup sein Buch eingeteilt:

  • Salate
  • Suppen & Eintöpfe
  • Kartoffeln
  • Gemüse & Hülsenfrüchte
  • Pasta & Nudeln, Reis & Getreide

Zwischendurch liefert er Küchenklassiker wie eben Schnitzel, Krautsalat, Sauce Bolognese, Lasagne, Griechischer Salat – mal mit und mal ohne Fleisch. Kentrups Rezepte sind klassisch aufgebaut, sehr übersichtlich. Die Zutatenliste, gekocht wird durchweg für vier Personen, befindet sich im oberen Drittel der Buchseite, durch einen Strich abgetrennt von der eigentlichen Kochanleitung. Auf der rechten Buchseite stehen dann die Varianten mit Fisch, Fleisch und Gemüse. Gekennzeichnet durch den Vermerk „PLUS“, was deutlich macht, welche Zutaten es für die nicht-vegetarische Variante einzukaufen gilt. Die Rezepte sind klar beschrieben.

Ein Manko allerdings weist das Kochbuch mit seinen schönen Bildern (vom GU erwartet der Leser nichts anderes, immerhin verleiht sich der Verlag sein eigenes Gütesiegel) dennoch auf: Im Vergleich zu anderen Kochbüchern wird wenig experimentiert. Lauwarmer Gemüsesalat, Rüben-Carpaccio, mediterraner Brotsalat, oder Salat mit Pumpernickel, Coleslaw (ein englischer Klassiker), Kichererbsen-Tomaten-Suppe, vietnamesische Nudelsuppe, Bergkäsesuppe, Erbsen-Tofu-Eintopf, Kartoffel-Spargel-Gratin, gefüllte Zucchini, Kürbisflammkuchen, lauwarmer Nudelsalat, Salbei-Gnocchi, Frühlingsrisotto, Couscous mit Erdbeeren. So oder in ähnlicher Form sind die Gerichte in vielen Kochbüchern zu finden. Der Clou ist eben die tierische Variante.

Der Schwierigkeitsgrad für die Zubereitung der Gerichte variiert. Von einfach bis kompliziert ist alles dabei. Worauf Kintrup ganz verzichtet, sind Süßspeisen. Für das Dessert also muss ein anderes Kochbuch her. Dennoch: Daumen nach oben!

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