Studenten-Kochbuch von Gültas, Luca-Moritz

Buchvorstellung und Rezension

Erschienen 2009 bei Gräfe Unzer , 144 Seiten. ISBN 978-3833814754.

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In Kürze:

Kochen Studenten anders? Und wenn ja, wie? Eine Umfrage der GU-Redaktion an der Uni München hat ergeben: Studenten wünschen sich schnelle Gerichte, einfache Gerichte, Gerichte mit wenigen und günstigen Zutaten und eine Vielfalt an Geschmacksrichtungen, aber dann darf es auch doch mal was Besonderes sein. Das neue Studenten-Kochbuch von GU nimmt sich genau dieser Punkte an und führt durch den Studenten-Alltag. Vom Frühstück über Gerichte für den kleinen und großen Hunger, Leckeres und Gesundes zum Mitnehmen gibt es auch Rezepte, mit denen Kochen mit Freunden sicher gelingt oder der Besuch der Eltern kulinarisch gemeistert werden kann. Spezielle Seiten mit Themen wie z.B. Katerfrühstück, Partyzeit, Brainfood oder Muttis Beste sorgen mit Augenzwinkern für Unterhaltung und liefern das passende Rezept dazu. Und die vielen Rezepte in jedem Kapitel nehmen ernst, was Realität ist: mit wenig Geld am Monatsende dennoch gut schlemmen.

Das meint Kochbuch-Couch.de: „Eine geschlossene Mensa ist noch kein Grund, den (Koch-)Löffel abzugeben“

Kochbuch-Couch-Rezension von Eva Lindemer und Chris Langmandel

Den Bogen zu spannen zwischen „schmalem Budget, nicht vorhandenen oder geringen Koch-Vorkenntnissen und der knappen Zeit zwischen Vorlesung, Jobben und Chillen“, hat sich das kürzlich bei Gräfe und Unzer erschienene Studentenkochbuch von Luca-Moritz Gültas als Ziel gesetzt.
Ob das Versprochene auch gehalten wird und die Rezeptsammlung – um im Unijargon zu bleiben – zum Examen zugelassen werden kann, könnte wohl niemand besser beurteilen als Studenten selbst: Wir!

Da sich der Student im Allgemeinen – wir halten das im Übrigen für üble Nachrede – zumindest kochtechnisch noch Lichtjahre von einer erfolgreichen Abschlussprüfung entfernt befindet, wird der Ahnungslose zunächst in Sachen Küchenbasics und Vorratshaltung unterwiesen. Hier geht es vor allem um das richtige Werkzeug, die wichtigsten Standardzutaten und deren richtige Lagerung.
Auf geht’s zur Zwischenprüfung – Ein Blick auf die Rezepte: Untergliedert sind sie in folgende Kategorien:

  • Frühstück
  • Ohne Besteck
  • Für den kleinen Hunger
  • Für den großen Hunger
  • Beeindrucken

Klingt schon mal, als ob für jeden etwas dabei wäre. Und obwohl der normale studentische Tagesablauf üblicherweise erst mit dem Mittagessen beginnt, starten wir mit den Frühstücksrezepten. Hier finden sich neben Anregungen für Frühstücksdauerbrenner wie Müsli, Pfannkuchen und Rühreier auch exotischere Vorschläge wie etwa Shrimpsquark auf Toast und Eier im Glas.

Dass in einem stilechten Studentenhaushalt Besteck zumeist ungespült oder hinters Sofa gefallen ist bzw. bei der letzten Party geklaut wurde, ist hinlänglich bekannt und gibt dem Kapitel 'Ohne Besteck’ zweifelsohne seine Daseinsberechtigung. Der seiner Essgeräte beraubte Leser findet hier phantasievolle Vorschläge für diverse Sandwiches, Baguettes und Wraps, die sich allesamt prima zum Mitnehmen in die U-Bahn oder den Seminarraum anbieten. Darüber hinaus gibt es auch Ideen zu den verschiedensten Rolls, Dips und Saucen, die sich toll als unkomplizierter Partysnack eignen.

Sollte man doch wieder irgendwie zu Besteck gekommen sein (Mama sei Dank....), liefern die Kapitel 'Für den kleinen bzw. großen Hunger’ einen ganzen Haufen an leckeren Rezepten und tollen Kochvorschlägen. Von Suppen und Pasta über Aufläufe und andere Ofengerichte werden dem stolzen Besitzer von Gabel, Messer und Löffel hier sogar diverse Nachspeisen- und Cocktail-Rezepte an die Hand gegeben. Wer es richtig deftig mag, dem werden der Big Bacon-Cheeseburger und das Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln besonders gefallen.

Der Student sollte bis hierhin nun also in der Lage sein, im Alltag satt zu werden und seinesgleichen zu bekochen. Was aber, wenn nun unverhofft Eltern oder schlimmer noch Schwiegereltern vor der Tür stehen? Auch für dieses Horrorszenario weiß Luca-Moritz Gültas Rat: Damit ehemals Erziehungsberechtigte nicht kopfschüttelnd, hungrig und sich fragend, was um alles in der Welt sie bei ihrem Zögling falsch gemacht haben, wieder nach Hause fahren, gibt es im Kapitel 'Beeindrucken’ eine Menge an Vorschlägen für Gerichte, die ordentlich was her machen: Da muss die Studentenbude schon wirklich sehr chaotisch und der nackte Mitbewohner auch noch unfreundlich sein, wenn Mutter und Vater trotz Speisen wie Entenbrust auf Maronen-Mandarinen-Sauce oder Hähnchenbrust in Bananen-Buttermilch mit Couscous noch einen Nervenzusammenbruch ob des Lotterlebens des eigenen Kindes erleiden.

Was hat das Buch sonst noch zu bieten? Jedes Kapitel wartet mit, auf studentenspezifische Probleme und Alltagssituationen zugeschnittenen, lebensnahen Lösungsvorschlägen auf: Egal ob es sich hierbei um ein Katerfrühstück, Partyrezepte, spezielle Nervennahrung im Falle von Prüfungsstress und Heimweh oder gar Hinweise zum Kochen ohne Ofen handelt – für jede missliche Lage ist hier vorgesorgt.

Auch Anregungen, wie die vorgestellten Gerichte zu ganzen Menüs kombiniert werden können, findet der studentische Leser am Ende des Buches. Neben beispielsweise dem Lange-Nacht-Menü oder einem Letztes Semestertag-Menü wird der verführungswillige Student gar mit einem Romantiker- oder Angeber-Menü bei der Beziehungsanbahnung unterstützt.
Ein Buch also für alle Lebenslagen, das – wie für Gräfe und Unzer üblich – darüber hinaus durch seine nette Aufmachung überzeugt: Wie gewöhnlich bekommt der Leser für sein Geld eine gute Papierqualität, hübsche Buchaufteilung und appetitanregende Fotografien.

Auch die Verständlichkeit und Strukturierung der Rezepte sind prima. Alles ist gut nachvollziehbar und nicht zuletzt aufgrund der in jedem Supermarkt erhältlichen Zutaten einfach zuzubereiten.

Das Fazit zweier Studenten lautet: Obgleich im Buch viele Klischees bedient werden, ist Gültas Rezeptsammlung ein guter Ratgeber für Studis und andere, die noch ganz am Anfang ihrer Küchenkarriere stehen. Dank der simplen Anleitungen und gängigen Zutatenauswahl können selbst Koch-Erstsemester mit wenig Zeitaufwand und ohne die Küche in Schutt und Asche zu legen leckere Gerichte zaubern.

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Kochbuch-Couch-Ausgabe Januar | 2012

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