Vegetarian Basics von Dickhaut, Sebastian

Buchvorstellung und Rezension

Erschienen 2005 bei Gräfe Unzer , 160 Seiten. ISBN 978-3774287952.

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In Kürze:

„17 Gründe, vegetarisch zu essen“ – falls Sie tatsächlich noch auf der Suche sind, hier steht es schwarz auf weiß. Lang ist’s her, dass „Vegetarisch“ für Körner, Wurzeln und Landeier stand. Heute gibt’s Limonen-Ingwer-Risotto beim ersten Rendezvous, Salat mit Ziegenkäse und Datteln beim Weiberabend, Ofengemüse für die große Familie und gebratenen Spargel mit Bärlauchnudeln, wenn es mal richtig schick sein soll. „Vegetarian Basics“ – das ist nicht die Notlösung, sondern Überraschung, Hochgenuss, die wahre Kochkunst! Außerdem in diesem Buch: Jede Menge Basic-Infos über Zutaten, in denen mehr steckt, als nur Beilage zu sein.

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Kochbuch-Couch-Rezension von Eva Lindemer

Mit ihrem 2005 im GU-Verlag erschienenen Kochbuch Vegetarian Basics legen Cornelia Schinharl und Sebastian Dickhaut eine Erste-Sahne-Rezeptsammlung vor, die zweifelsohne jeder Vegetarier in seinem Kochbuchregal haben sollte. Warum? Weil es nicht nur eine außergewöhnlich abwechslungsreich-kreative Rezeptauswahl und eine Menge an Zusatzinformationen rund um die vegetarische Küche zu bieten hat, sondern darüber hinaus auch noch auffallend liebevoll gestaltet und aufgemacht ist. 

Bis unters Dach gefüllt mit den spannendsten Rezeptideen und sinnvoll ergänzt durch interessante Tipps und Hinweise ist das vorliegende 160-Seiten-Werk in folgende sechs Kapitel untergliedert:

  1. Brot & Salat (blattgrün)
  2. Aus Wok & Pfanne (möhrenorange)
  3. Aus dem Topf (tomatenrot)
  4. Aus dem Ofen (senfgelb)
  5. Dips & Saucen (knoblauchlila)
  6. Süße Sachen (weizenbeige)

Was die Farbangaben zu bedeuten haben? Das ist schnell erklärt: Jedem neuen Kapitel ist eine informativ-praktische Doppelseite vorangestellt, die dem Leser jeweils unter dem Motto einer bestimmten Lieblingsfarbe Zusatzinformationen mit an die Hand gibt: Im Falle von möhrenorange beispielsweise ist besagte Doppelseite ganz in knallorange gehalten und bietet zu Beginn Informationen zum in Möhren enthaltenen gesunden Beta-Karotin und dessen Wirkungsweise im Körper. Doch nicht nur Infos zur jeweiligen Lieblingsfarbe sind auf den immer nach dem gleichen Schema aufgebauten und in Form und Inhalt irgendwie an eine Illustrierte erinnernden beiden Seiten platziert; auch der Veggie Drink of the Day oder Basisrezepte für die vegetarische Alltagsküche sind dort zu finden. Darüber hinaus gibt es neben dem so genannten Gemüsekästchen, in dem eine fingierte Tante Ilse Fragen rund um die vegetarische Lebensweise beantwortet, auch ein obligatorisches Feld, das unter dem Motto „Was heißt eigentlich...“ interessante Kurzdefinitionen zu Begriffen wie etwa lacto-ovo, vegan, Makrobiotik oder Rohköstler liefert.

Über die eigentliche Rezeptsammlung hinaus erwarten den Leser aber auf den ersten 31 Seiten des vorliegenden Buches unter der Überschrift Basic Know How weiterhin interessante Infos zur vegetarischen Lebensweise und allerhand Tipps und Tricks, was die fleischlose Küche betrifft. Dort sind etwa nicht nur 16 gute Gründe für den Fisch- und Fleischverzicht, 17 Basiszutaten für die vegetarische Küche oder kurze Zubereitungsanleitungen für obligatorische Beilagen wie etwa Polenta, Amaranth, Kichererbsen oder Bulgur zu finden. Hier werden auch Frühlings-/ Sommer- /Herbst- und Wintergemüse vorgestellt und Tipps zu deren sinnvollen Verarbeitung erteilt: Vom Dünsten, Dämpfen, Braten, Grillen, Schmoren über Frittieren, Kochen und Backen bis hin zum Gratinieren wird dem Leser alles bündig und bestens verständlich erklärt.

Von der Theorie nun aber zur Praxis: den Rezepten. Ein Lieblingskapitel ist in diesem durch und durch hervorragenden Kochbuch kaum auszumachen. Jeder einzelne Abschnitt überzeugt nicht nur durch präzise Kochanleitungen für vegetarische Klassiker und tolle Alltagsrezepte, die unter Angabe zahlreicher Variationsmöglichkeiten nach Belieben kreativ abgewandelt werden können, sondern glänzt auch durch eine beträchtliche Anzahl ausgefallener Rezeptvorschläge, die auch dem geübten Hobbykoch unter Umständen noch nicht bekannt sind.

Im Kapitel Brot & Salat sind neben der klassischen Auberginenpaste oder dem gängigen, aber – ich habe es ausprobiert – ausgesprochen leckeren Tomatensalat auch ungewöhnlichere Vorschläge etwa für marinierten Blumenkohl auf Brot oder Salat mit Sprossen und Birnen zu finden. Auch die Rezepte für Wok & Pfanne reichen von bekannteren Vorschlägen wie Gemüsepuffer bis hin zu weniger gängigen Gerichten wie beispielsweise Knuspertofu mit Erdnüssen oder der arabischen Gemüsepfanne mit Trauben-Minz-Joghurt. Diese ist – da fast unverschämt lecker und in Kombination mit der ausgefallenen Joghurt-Nachspeise ein Gedicht – im Übrigen nur zu empfehlen. Ebenso wie das leckere Kartoffel-Pilz-Gulasch aus der Rubrik Aus dem Topf, die neben vielen leckeren Suppen, Ragouts und Gemüsetöpfen auch zahlreiche Rezepte für Nudeln mit den unterschiedlichsten Soßen und Toppings bietet. Nicht weniger abwechslungsreich kommt das Kapitel Aus dem Ofen daher: Hier werden dem Leser über die obligatorische Ofenkartoffel, die altbekannte gefüllte Tomaten oder die immer wieder gern gegessene Gemüselasagne (wieder unter Angabe vieler leckerer Varianten) zahlreiche weniger übliche Ideen für Gerichte aus dem Herd geboten: Nicht nur Möhrenmuffins mit Käse oder grüne Moussaka, sondern auch eine Pfannkuchentorte sind hier zu finden. Und auch das letzte Kapitel, das direkt anschließend an die durchweg leckeren Vorschläge für Dips & Saucen unter dem Motto Süße Sachen Rezeptvorschläge für die schmackhaftesten Nachspeisen bereit hält, steht allem Vorangegangenen in Sachen Phantasie und Ideenreichtum in nichts nach: So sind hier neben wirklichen Süßspeisen wie etwa Pancakes mit Karamellsauce, Buchweizennockerln in Aprikosensuppe oder Honigkuchengratin auch kreative Alternativen für Fans des nicht ganz so Süßen zu finden: so zum Beispiel ein Kürbis-Käse-Gratin mit Zuckerkruste oder Polenta-Schmarrn mit Kirschtomatenkompott.

Bis hier hin super – und mit ebenso viel Lob geht es weiter: Mit Kalorienangaben für den bewussten Esser ausgestattet sind alle Rezepte – da zumeist unkompliziert und stets gut erklärt – für so ziemlich jeden nachkochbar. Auch die Bebilderung ist einsame Spitze; der Fotograf versteht sein Handwerk. Und mindestens ebenso positiv wie die grafische Gestaltung und das ästhetisch ansprechende Layout fallen auch die ausgezeichnete Papierqualität und die gute Verarbeitung des Buches insgesamt ins Gewicht.

Auffallend geschmackvoll gestaltet und mit viel Liebe zum Detail konzipiert ist dieses Kochbuch, das sowohl über zahlreiche phantasievolle Rezeptvorschläge als auch humorvoll und kreativ aufbereitete Informationen rund um die vegetarische Lebensweise verfügt, seine 15,00 € in jedem Fall wert und kann wirklich jedem Fan der vegetarischen Küche empfohlen werden. Nicht zuletzt auch deshalb, weil man auf den letzten Seiten des Buches testen kann, ob man ein Hardcore-, Pudding-, Alltags- oder Quartals-Veggie ist. Ich – als nunmehr offiziell getesteter Alltags-Veggie - habe vorliegendem Buch jedenfalls viele tolle Anregungen und das ein oder andere Rezept für meinen Veggie-Alltag zu verdanken.

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Christiane34 zu »Dickhaut, Sebastian: Vegetarian Basics« 16.01.2011
Ein tolles Kochbuch, ich habe nun nach und nach schon einige Rezepte nachgekocht.
Alle Rezepte sind leicht nachzukochen, sind zum Teil sehr ungewöhnlich, schmecken gut und auch die Zutaten sind in fast jedem Supermarkt zu bekommen.
Neben den Rezepten enthält das Buch noch jede Menge Infos zu Gewürzen, Zubereitungsarten (was es auch für Anfänger interessant macht) und Zutaten.
Zudem taucht vor jedem neuen Kapitel Tante Ilse auf die den Leser ein wenig Ernährungslehre nachbringt und ein paar Tipps bereithält für das vegetarische Leben.
Die Aufmachung des Buches ist ein wenig übertrieben, vor allem die Fotos der "Freunde" die immer zusammen kochen haben mich ein wenig irritiert.
Ansonsten kann ich sagen, es macht Spaß in diesem Kochbuch zu blättern und Rezepte auszusuchen. Eine echte Empfehlung!
Mascha1111 zu »Dickhaut, Sebastian: Vegetarian Basics« 09.08.2009
Dieses Kochbuch habe ich zu Beginn lange gemieden. Auf den ersten Blick schien es mir nicht viel zu bieten. (Von der tollen Aufmache her abgesehen.) Es schien mir zu viel exotisches oder schon bekanntes zu haben. Irgendwann habe ich es mir dennoch zugelegt und mit der Zeit ganz gerne bekommen.

Meine anfängliche Skepsis beruht darauf, dass ich immer zuerst die Zutaten habe und dann zu den Rezepten gehe. (Wöchentliche Gemüselieferung direkt vom Bauern mit je nach dem, was halt gerade wächst.) Dabei war dann die Rezeptezusammenstellung im Buch oft so, dass mir bestimmte Zutaten gefehlt haben und ich lieber etwas ganz anderes gemacht habe. Vorallem auch die exotischen Zutaten wie Avocados, Datteln, Tofu, Süsskartoffeln und Algen schätze ich nicht besonders.

Mit der Zeit habe ich aber im Buch immer mehr Rezepte entdeckt, die auch mit einheimischen Zutaten prima gehen und diese sind jetzt zum Teil sogar Standardrezepte von mir geworden.

Das Buch eignet sich super für den Einpersonenhaushalt. Ich benutze es im Einpersonenhaushalt öfter als im 3er. Dies dank den vielen kleinen unkomplizierten Imbissen.

Als Basiskochbuch würde ich es nicht betrachten und eigentlich auch nicht empfehlen. Die Rezepte sind für den Anfang vielleicht etwas zu speziell. Es hat aber durchaus auch "gewöhnlichere" Alltagsrezepte. Aber vielleicht macht das "Spezielle" einen Neuling erst recht neugierig?

Als einziges Vegi-Kochbuch vielleicht eher nicht, aber als Zugabe zu anderen Büchern ist es super.
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