Kochbuch für Feste. Große und kleine besondere Anlässe von Barcomi, Cynthia
Buchvorstellung und Rezension
Erschienen 2008 bei Mosaik Bei Goldmann , 176 Seiten. ISBN 978-3-442-39150-9.
In Kürze:
Festlich gedeckte Tische, elegante Buffets, klirrende Gläser, fröhlich gespannte Stimmung – Gäste kommen! Cynthia Barcomi liefert perfekte Menüvorschläge und tolle Einzelrezepte für die verschiedensten Anlässe: von ganz speziellen Gelegenheiten wie dem gefürchteten ersten Besuch der Schwiegermutter oder einem romantischen Frühstück danach bis zu Jubiläen, Geburtstagen und Feiertagen wie Ostern, Thanksgiving oder Weihnachten.Ob für 2 oder für 50 Gäste – alles ist leicht nachzukochen, so dass auch die Gastgeber entspannt mitfeiern können. Fantastische Fotos machen Appetit und transportieren Partylaune – höchste Zeit, die Einladungen zu verschicken!» Cynthia Barcomi führt zwei der angesagtesten Cafés in Berlin. Ihr Cateringunternehmen beliefert unter anderem das Hotel Adlon, verschiedene Botschaften, Filmproduktionen und Kunstgalerien.» Die besten Partyrezepte für die schönsten Feieranlässe
Das meint Kochbuch-Couch.de: „Party-Time mit Cynthia“
Kochbuch-Couch-Rezension von Eva Lindemer
Nach ihrem kürzlich erschienenen Backbuch erfreut die gebürtige Amerikanerin und Cafébetreiberin Cynthia Barcomi ihre Leserschaft nun mit einem neuen Werk: In ihrem „Kochbuch für Feste“ trägt die ambitionierte Hobbyköchin Rezepte für die verschiedensten Anlässe zusammen; ob es nun gilt, das romantische Frühstück zu zweit, einen Geburtstag, einen Brunch mit den Freunden, das klassische Festtags-Dinner oder gar die große Silvester- oder Grillparty auszurichten – für jede Gelegenheit (sogar für den Besuch der Schwiegermutter) weiß Cynthia Barcomi Rat. „Ob für 2 oder für 50 Gäste, für Freunde oder die Familie, für drinnen oder draußen“, so verspricht der Klappentext der Neuerscheinung, werden hier „perfekte Menüvorschläge und tolle Rezeptideen“ zu finden sein.
Ganz egal ob Frühstück, Brunch, Buffet, Picknick, Dinner oder Party – worauf es bei solchen Anlässen doch in erster Linie ankommt, ist die Geselligkeit, weiß Cynthia Barcomi und stellt im Vorwort zur Ausgabe fest, dass „Feiertage mit besonderen Speisen ein willkommener Anlass sind, das Zusammensein zu zelebrieren.“
Nun ja – ohne der Autorin Unrecht tun zu wollen: Für mich klingt das recht abgedroschen. Und zugegeben: Auch die Anekdote vom Harvard-Studenten, dessen Gäste im Zuge total alternativer Berliner Studentenparties ganz leger auch mal Suppe aus Kaffeekannen löffeln konnten, ohne dabei die Qualität der Feier beeinträchtigt zu sehen, weil die Stimmung doch so super war, mutet doch etwas seltsam an. Irgendwie irritierend auch die hier in Perfektion präsentierte sonnige ‚Heile Welt‘, die doch sehr an eine plüschig-rosafarbene 1950-er-Jahre-Idylle erinnert.
Nichtsdestotrotz: Die Menüvorschläge, die Cynthia Barcomi dem Leser aus ihrem sich seit der eigenen Kindheit stetig vergrößernden Rezept-Repertoire an die Hand gibt, sind gut. Zwar sind auch einige Anregungen dabei, für die man ein Kochbuch nicht unbedingt gebraucht hätte: Mit Schokolade überzogene Erdbeeren, gegrilltes Brot, Obstsalat oder etwa Rührei bekommen die meisten wohl auch ohne Anleitung hin. Dennoch erfüllt das „Kochbuch für Feste“ im Ganzen betrachtet, was es im Klappentext ankündigt und liefert zahlreiche hübsche Menüideen für unterschiedlichste Anlässe und verschiedenste Besucherzahlen:
- Buffet: Brunch, Geburtstag, Silvester
- Für 2: Verführung, Sonntagsfrühstück zu zweit, Hochzeitstag
- Für 4: Schwiegermutterbesuch, Zwei mal zwei
- Für 6 & mehr: Seder, Ostern
- Feiern mit Kindern: Muttertag, Vatertag
- Draußen feiern: Grillen, Picknick
- Thanksgiving & Weihnachten: Truthahn & Co., Weihnachtsessen
Schön auch, dass die Rezepttipps nicht auf das jeweilige Thema beschränkt bleiben müssen, sondern auch in anderen Zusammenhängen funktionieren. So ist die leckere Caponata sicherlich nicht nur – wie hier vorgeschlagen – für einen Brunch eine gute Idee, sondern wäre auch im Rahmen eines netten Abendessens durchaus vorstellbar.
Auch dass nicht nur die gängigen Feieranlässe wie etwa Weihnachten oder Ostern aufgegriffen werden, ist unbedingt positiv hervorzuheben: Auch hierzulande weniger bekannte Feste wie etwa Thanksgiving oder das jüdische Pessachfest finden Eingang in Cynthia Barcomis neues Kochbuch: So werden etwa dem Leser im Kapitel „Seder“ nicht nur leckere, dem traditionellen Feiertagsmahl zum Pessachfest entstammende Rezepte wie etwa Charosset (eine mit Brot zu servierende Mischung aus Früchten, Gewürzen und Nüssen) angeboten, er lernt darüber hinaus Wissenswertes über jüdisches Brauchtum.
Was Cynthia Barcomi`s eigentliches Metier betrifft, das Backen, enttäuscht die langjährige Cafébesitzerin ganz wie erwartet auch nicht: Die Müslikekse mit Vanilleeis, Cynthias Oreo-Cookies oder auch die Ahorn-Walnuss-Muffins sehen wirklich mehr als köstlich aus. Überhaupt ist die Bebilderung des Kochbuches höchst ansprechend: Die Fotos von der Autorin selbst und deren Familie wären zwar nicht unbedingt vonnöten gewesen, die Aufnahmen der Speisen allerdings könnten besser nicht sein. Schwer vorstellbar, beim Anblick dieser Bilder nicht sofort Appetit zu bekommen.
Beim Nudelsalat mit schwarzen Oliven, getrockneten Tomaten und Kapern jedenfalls bin ich sofort schwach geworden und musste dem Drang, ihn nachzukochen alsbald nachgeben; das Ergebnis: nicht nur überaus einfach in der Zubereitung, sondern auch ausgesprochen lecker – darüber hinaus wie alle Rezeptvorschläge im Buch gut nachvollziehbar, klar verständlich und ohne überflüssige Schnörkel. Was ich persönlich allerdings ebenso wenig benötigt hätte wie den Ratschlag, meine BBQ-Sauce unter Verwendung von Heinz-Ketchup herzustellen oder für die Lachscreme am besten Philadelphia-Frischkäse zu benutzen, ist die Information, dass die „Kitchen Aid“ eine der besten auf dem Markt der Küchenmaschinen ist oder dass Peugeot ganz großartige Pfeffermühlen herstellt.
Summa summarum ein schillerndes und gut verständliches Kochbuch, das nicht nur mit reichlich Ideen für die unterschiedlichsten Feierlichkeiten und leckeren Rezeptvorschlägen aufwartet, sondern auch Einblicke in vielleicht noch unbekannte Traditionen bietet. Wer also mit ein bisschen zu viel Idylle, einem guten Überschuss an heiler Welt und hier und da ein wenig Product Placement gut zurecht kommt, dem sei dieses gut verständliche Kochbuch wärmstens empfohlen.
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